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Organspende

© BzGA

Organspende geht uns alle an

Jeden von uns kann es jederzeit treffen: Sei es, dass wir selbst, Angehörige oder Freunde plötzlich schwer erkranken und dringend ein Organ benötigen. Sei es, dass wir plötzlich für einen verstorbenen Angehörigen eine Entscheidung für oder gegen eine mögliche Organspende treffen sollen.

Organspendeausweis zum Ausfüllen © Dreadlock / Fotolia

Jede und Jeder sollte sich mit dem Thema Organspende befassen und nach Möglichkeit auch eine Entscheidung treffen - wie immer sie auch aussehen mag. Bitte informieren Sie sich, denn Wissen hilft entscheiden. Bitte dokumentieren Sie Ihre Entscheidung auf einem Organspendeausweis.

Es gibt heute viele Menschen, denen durch eine Organtransplantation das Leben gerettet, bei denen die Krankheit geheilt oder zumindest gelindert und die Lebensqualität entscheidend verbessert werden kann.

Jeder Mensch kann ganz überraschend betroffen sein und auf ein lebensrettendes Organ warten müssen. Wie das weitere Leben dann aussieht, wird davon abhängen, ob es ein passendes Spenderorgan gibt.

Rund 12.000 Menschen warten in der Bundesrepublik auf eine Organspende, viele vergebens. Jeden Tag sterben mehrere Menschen, weil für sie kein lebensrettendes Organ bereit stand. Es ist deshalb wichtig, dass Sie sich frühzeitig mit der Frage einer möglichen Organspende auseinandersetzen, denn: Organe spenden kann Leben retten!

Es muss daher unser Ziel sein, möglichst viele Menschen über dieses Thema aufzuklären. Nur aufgeklärte Menschen können für sich eine Entscheidung für oder gegen eine Organspende treffen. Diese Entscheidung sollte dann auf einem Organspendeausweis auch schriftlich niedergelegt sein.

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Ethische Fragen

Für manche Menschen berühren die gesetzlichen Regelungen der Transplantation menschliche Urängste.

Es gibt viele Gründe, warum das so ist. So haben viele Menschen Angst, sich mit der Möglichkeit einer schweren Erkrankung, mit dem eigenen Sterben oder dem Tod eines nahen Angehörigen auseinander zu setzen. Der Tod ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Thema, das ausgeklammert wird. Nach dem Tod als Organspender oder –spenderin zu dienen, demzufolge auch. Auf der anderen Seite darf uns die Angst derjenigen Schwerkranken, die auf ein lebensrettendes Organ warten, nicht unberührt lassen. Der Tod eines lieben Menschen ist immer schmerzlich. Sich zuvor nicht persönlich entschieden zu haben, ist für die Angehörigen, die in diesem Augenblick eine Entscheidung treffen müssen, unsagbar schwer. Eine Willensäußerung zu Lebzeiten erleichtert im Ernstfall den Angehörigen die Entscheidung.

Wir wissen aus Umfragen, dass der überwiegende Teil der Bevölkerung dem Thema Organspende aufgeschlossen gegenübersteht. Dennoch haben nur 25 Prozent ihre persönliche Entscheidung schriftlich festgehalten

Wer kann Organe spenden?

Fast Jeder kann Organe spenden, also junge und alte Menschen.

Es ist nicht notwendig, dass Sie sich heute ärztlich untersuchen lassen, wenn Sie nach Ihrem Tod Organe und/oder Gewebe spenden möchten.

Wann kommt es zur Organspende?

Der Hirntod des Organspenders muss durch zwei dafür ausgebildete Ärzte oder Ärztinnen festgestellt werden.

Diese müssen die vorgeschriebene Untersuchung unabhängig voneinander durchführen. Sie dürfen weder an der Organentnahme noch an der Transplantation beteiligt sein. Beim Hirntod sind alle Teile des Gehirns zerstört. Alle Aufgaben, die vom Gehirn gesteuert werden, sind damit unwiederbringlich erloschen. Dies bedeutet, dass zum Beispiel die eigene Atmung nicht mehr möglich ist. Aus diesem Zustand führt kein Weg zurück ins Leben. Deshalb wird der Hirntod als Tod des Menschen angesehen.

Ist die Feststellung des Hirntodes wirklich sicher?

Der Hirntod ist eindeutig feststellbar und von einer tiefen Bewusstlosigkeit sicher zu unterscheiden. Für die Hirntod-Feststellung gelten zudem strenge Vorschriften.

Gesetzliche Voraussetzungen

Seit dem  1. August 2012 gilt das Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes. Mit diesem Gesetz werden europarechtliche Vorgaben umgesetzt und somit europaweit geltende einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards für die Organtransplantation gesetzlich festgelegt.

Gleichzeitig wird die Einführung eines Transplantationsbeauftragten in jedem Entnahmekrankenhaus vorgeschrieben und Regelungen zur Verbesserung der Absicherung von Lebendorganspendern geschaffen.

Am 1. November 2012 ist das Gesetz der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz in Kraft getreten. Durch dieses Gesetz wird die bislang geltende erweiterte Zustimmungslösung in eine Entscheidungslösung umgewandelt. Dies bedeutet in der Praxis, dass künftig alle Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren regelmäßig von ihren Krankenkassen per Post angeschrieben werden.

Sie werden darin über die Organ- und Gewebespende informiert und aufgefordert, eine Erklärung hierzu zu dokumentieren. Erstmalig soll dies schon in diesem Jahr geschehen, danach alle zwei bzw. fünf Jahre. Hierbei besteht auch die Möglichkeit die Schreiben zu ignorieren und sich nicht zu entscheiden. Im Falle einer möglichen Organentnahme nach festgestelltem Hirntod sollen dann die Angehörigen befragt werden und ihre Zustimmung oder Ablehnung erklären so wie bisher.

Weitere Informationen zu den Neuerungen im Transplantationsgesetz finden Sie im Faltblatt der BZgA

"Neue gesetzliche Regelungen im Transplantationsgesetz"

Weitere Informationsquellen

Bei Fragen können Sie sich auch an folgende Institutionen wenden:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
    Maarweg 149-161, 50825 Köln, Telefon 0221 8992-0
  • Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO), Region Nord
    Berliner Allee 20, 30175 Hannover, Telefon 069 677328-1001
  • Regionalgruppe Schleswig-Holstein und Hamburg des BDO e.V.
    Wolfgang Veit, Fichtenweg 3, 25709 Marne, Telefon 04851 1284
  • Bundesverband der Organtransplantierten e.V. (BDO)
    Marktstr. 4, 31167 Bockenem, Telefon 05067 2491010

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ein gebührenfreies Infotelefon zur Organ- und Gewebespende sowie zur Transplantation eingerichtet.

Es bietet die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch von einem geschulten Team Informationen und Antworten auf Fragen zur Organspende zu erhalten. Außerdem ist es Anlaufstelle für Anfragen von Journalisten, Krankenkassen, medizinischem Personal, Apothekern, oder aus Schulen, Behörden, Verbänden und Selbsthilfegruppen.

Das Team des Infotelefons nimmt auch Bestellungen von kostenlosem Informationsmaterial entgegen und versendet Organspendeausweise.

Das Infotelefon ist unter der Rufnummer 0 800/ 90 40 400 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr besetzt.


Zum Herunterladen

Weiterführende Links

Internetseiten juris zum Bundesrecht: Transplantationsgesetz

Internetseiten der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zur Organspende

Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)

Bundesverband der Organtransplantierten e.V. (BDO)

Weitere Informationen

Entgegen dem bundesweiten Trend ist die Zahl der Organtransplantationen in Schleswig-Holstein erstmals gestiegen. Im Jahr 2016 waren es 143 Organe, 2015 waren es nur 120, die in den Krankenhäusern des Landes transplantiert wurden.

Sie können Gesundheit spenden – mit Ihrem Blut oder Ihrem Knochenmark. In allen Regionen des Landes bieten täglich Blutspendedienste die Möglichkeit zu helfen.