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Minderheiten

© M. Staudt / grafikfoto.de

In Schleswig-Holstein sind zwei nationale Minderheiten und eine Volksgruppe zu Hause. Dänische Minderheit, friesische Volksgruppe und deutsche Sinti und Roma tragen aktiv und selbstbewusst zur kulturellen Vielfalt unseres Landes bei. In wohl keiner anderen Region Europas gibt es so viele traditionelle Sprachen wie in Schleswig-Holstein. Eine aktive Minderheitenpolitik ist für die Landesregierung von großer Bedeutung.

Hochdeutsch, Dänisch, Friesisch, Plattdeutsch oder Niederdeutsch und Romanes werden in Schleswig-Holstein gesprochen. Nirgendwo sonst in der Bundesrepublik leben zwei nationale Minderheiten und eine Volksgruppe mit der Mehrheitsbevölkerung Seite an Seite: die dänische Minderheit im Landesteil Schleswig, die friesische Volksgruppe im Kreis Nordfriesland sowie auf Helgoland und im ganzen Land die Sinti und Roma deutscher Staatsangehörigkeit.

Pionierarbeit im echten Norden

Schleswig-Holstein hat in der Minderheitenpolitik Pionierarbeit geleistet: Schon 1988 führte der damalige Ministerpräsident Björn Engholm das Ehrenamt "Beauftragter für Grenzland- und Minderheitenfragen in Schleswig-Holstein" ein. Heute ist die Bezeichnung des Amtes "Der Beauftragte des Ministerpräsidenten in Angelegenheiten nationaler Minderheiten und Volksgruppen, Grenzlandarbeit und Niederdeutsch" kurz: "Der Minderheitenbeauftragte".

Nicht zuletzt aufgrund der guten Erfahrungen mit einem solchen Amt in Schleswig-Holstein, hat die deutsche Bundesregierung im November 2002 das Amt des Aussiedlerbeauftragten um den Aufgabenbereich der nationalen Minderheiten in Deutschland erweitert.

Partnerschaftliches Miteinander von nationalen Minderheiten und Mehrheit

Der amtierende Minderheitenbeauftragte Johannes Callsen berät den Ministerpräsidenten in Fragen der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig, der deutschen Minderheit im dänischen Nordschleswig, der schleswig-holsteinischen Friesen und der im Land lebenden deutschen Sinti und Roma sowie der Regionalsprache Plattdeutsch/Niederdeutsch in Schleswig-Holstein. Das partnerschaftliche Miteinander von nationalen Minderheiten und der Mehrheitsbevölkerung sowie eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit haben für ihn große Bedeutung.

Portraitfoto Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen Johannes Callsen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Minderheitenbeauftragter Johannes Callsen © Frank Peter

Aktive Minderheitenpolitik im Norden

Seit 1986 legt die Landesregierung dem Schleswig-Holsteinischen Landtag in jeder Legislaturperiode einen Minderheitenbericht vor. Um den Minderheiten und Volksgruppen einen Ansprechpartner zu geben, wurde 1988 der erste Grenzlandbeauftragte des Ministerpräsidenten berufen. In der Landesverfassung sind der Schutz und die Förderung der Minderheiten und Volksgruppen seit 1990 verankert. Die Sprachen der Minderheiten und Volksgruppen in Schleswig-Holstein sind zudem durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen geschützt, die in Deutschland 1999 in Kraft getreten ist. Eine aktive Minderheitenpolitik ist für die Landesregierung Schleswig-Holsteins von großer Bedeutung.

Unterstützung für europäische Bürgerrechte und die "Minority Safepack Initiative" (MSPI)

Die Europäische Union hat sich in ihrer Grundrechtecharta zum Schutz nationaler Minderheiten verpflichtet. Neben dem staatlichen Engagement haben sich in den Mitgliedstaaten auch weitere Initiativen zum Schutz und zur Förderung nationaler Minderheiten gebildet.

Die Landesregierung versteht Minderheitenrechte immer als Bürgerrechte. Deshalb begrüßt und unterstützt sie die erste europäische Bürgerinitiative, die Minderheitenschutz und -rechte zum Inhalt und Ziel hat: die „Minority Safepack Intiative“. Sie wird von der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) und einem Bürgerkomitee getragen.

Im Kern geht es um die Verbesserung der Rechte und des Schutzes von nationalen Minderheiten und Sprachminderheiten in Europa. Die Initiatoren haben dazu ein Bündel von Maßnahmen und konkreten Rechtsakten (Gesetzen) zur Förderung und zum Schutz der europäischen Minderheiten sowie der Regional- und Minderheitensprachen erarbeitet.

Die Europäische Bürgerinitiative ist ein relativ neues Instrument der direkten Demokratie in der Europäischen Union. Es wurde mit dem Lissaboner Vertrag 2012 eingeführt. Jede registrierte Initiative hat zwölf Monate Zeit, um in mindestens sieben EU-Mitgliedsstaaten mindestens eine Million Unterschriften zu sammeln.

Nach einem Rechtsstreit vor dem Europäischen Gerichtshof wurde die MSPI von der Europäischen Kommission am 3. April 2017 registriert. Nun geht es darum, bis zum April 2018 um Unterstützung für diese Initiative zu werben.

Weitere Informationen

Handlungsplan Sprachenpolitik (PDF 157KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Artikel aus Graenseforeningen (12.12.2015): De små sprog skal styrkes

Weitere Informationen

Minderheitenpolitik hat in Schleswig-Holstein seit jeher einen hohen Stellenwert. Im Folgenden werden die wichtigsten Stationen der schleswig-holsteinischen Minderheitenpolitik genannt und die früheren Minderheitenbeauftragten der Landesregierung vorgestellt.

In Schleswig-Holstein sind zwei nationale Minderheiten und eine Volksgruppe zu Hause. Dänische Minderheit, friesische Volksgruppe und deutsche Sinti und Roma tragen aktiv und selbstbewusst zur kulturellen Vielfalt des Landes bei. Eine aktive Minderheitenpolitik ist für die Landesregierung von großer Bedeutung.

Die Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark ist kaum spürbar: Viele Menschen sprechen deutsch und dänisch. Und etwa 50.000 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit bekennen sich zur dänischen Minderheit.

Friesen leben im Norden des Landes Schleswig-Holstein: an der Westküste, den nordfriesischen Inseln und auf Helgoland. Die Zahl derjenigen, die sich von Abstammung und Selbstverständnis her als Nordfriesen fühlen, wird auf etwa 50.000 Personen geschätzt - das ist etwa ein Drittel der Bevölkerung dieser Region.

Die schleswig-holsteinischen Sinti und Roma deutscher Staatsangehörigkeit sind eine Minderheit, die hier schon lange zu Hause ist. Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahre 1417 in Lübeck überliefert. Ursprünglich stammen die Sinti und Roma aus Indien. In Schleswig-Holstein leben heute schätzungsweise 5.000 Sinti und Roma.

"Plattdeutsch" und "Niederdeutsch" sind zwei Bezeichnungen für dieselbe Sprache. Als Regionalsprache ist Plattdeutsch in ganz Schleswig-Holstein zu Hause. Mehr oder weniger selbstverständlich wird das Plattdeutsche im täglichen Miteinander benutzt, allerdings auf dem Lande stärker als in den Städten.

Der Minderheitenbericht der Landesregierung vermittelt Informationen über die Minderheiten und ihre Arbeit im deutsch-dänischen Grenzland sowie über die in Schleswig-Holstein lebenden Volksgruppen der Friesen und der deutschen Sinti und Roma.