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Meeresschutz

© M. Staudt / grafikfoto.de

Schleswig-Holstein ist eingerahmt von zwei Meeren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Doch eines haben Nord- und Ostsee gemeinsam: Sie sind nach wie vor belastet durch Schad- und Nährstoffe, und ihre natürlichen Ressourcen unterliegen einer Vielzahl anthropogener Nutzungen.

Häufige Massenvermehrungen von Algen in der Ostsee oder Schadstoffanreicherungen in Meeresorganismen sind nur Beispiele für die Folgen dieser Einflüsse. Die Meere in einen guten Zustand zu versetzen und damit intakte Ökosysteme sowie eine umweltverträgliche Nutzung mariner Ressourcen sicherzustellen, ist eine gemeinsame Aufgabe aller Anlieger der Meere. Regelungsgrundlagen sind dabei einschlägige EG-Richtlinien - insbesondere die EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie - sowie die regionalen Meeresübereinkommen HELCOM und OSPAR.

Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie

Am 15. Juli 2008 trat die EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) in Kraft. Damit wird erstmals ein einheitlicher Ordnungsrahmen für den Umweltzustand der Meeresgewässer der Mitgliedstaaten der Europäischen Union vorgegeben. Gleichzeitig stellt die MSRL die Umweltsäule der europäischen Meerespolitik (Blaubuch zur integrierten Meerespolitik) dar. Nach der Wasserrahmenrichtlinie dehnt die EU ihre Gewässerpolitik damit auf alle europäischen Gewässer aus.

Der Druck auf die natürlichen Ressourcen, die Inanspruchnahme der Meeresökosysteme und die Belastung der Meeresumwelt ist weiterhin hoch. Der Zustand der Meeresökosysteme darf sich nicht weiter verschlechtern. Ziel der MSRL ist es, in Europa saubere, gesunde und produktive Meere zu erhalten und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um bis 2020 einen guten Zustand zu erreichen. Die Steuerung menschlichen Handelns folgt dabei dem Ökosystem-Ansatz. Eine nachhaltige Nutzung der Meere ist zu fördern.

Hierfür muss jeder Mitgliedstaat für seine Meeresgewässer Strategien entwickeln. Diese sind für jede betreffende und in der Richtlinie festgelegte Meeresregion und –unterregion, die mit denen der regionalen Meeresübereinkommen identisch sind, zu erstellen und durchzuführen. Mitgliedstaaten müssen daher sicherstellen, dass ihre Meeresstrategien und deren Bestandteile innerhalb dieser Regionen abgestimmt werden und kohärent sind.

EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) (PDF 128KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Umsetzungsschritte, inkl. Bestandteile der Meeresstrategien Umsetzungsschritte, inkl. Bestandteile der Meeresstrategien (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Umsetzungsschritte, inkl. Bestandteile der Meeresstrategien © MELUR

Schleswig-Holsteins Verantwortung

Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren ist in den Arbeits- und Abstimmungsprozess zweier Meeresregionen eingebunden. Bei dieser Abstimmung mit den Anrainerstaaten der Nord- und Ostsee kann auf die langjährigen Arbeiten bei OSPAR, HELCOM sowie der trilateralen Wattenmeerzusammenarbeit aufgebaut werden.

Eine wichtige Rolle für die Erreichung der Ziele der MSRL spielen geschützte Meeresgebiete. Bis 2012 soll dafür europaweit ein Netz geschützter Meeresgebiete aufgebaut sein, um darüber den Verlust der biologischen Vielfalt in den Meeren zu beenden. Die Grundlage hierfür ist das marine Natura 2000-Netzwerk, welches u.a. den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer umfasst und in Schleswig-Holstein identisch mit den marinen Schutzgebieten nach OSPAR und HELCOM ist.

Insofern sind neben Grundlagen der regionalen Meeresübereinkommen die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) die EG-Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL) und die EG-Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH-RL) wesentliche Ausgangsbasis für die Umsetzung der neuen EU Rahmenrichtlinie. Um Doppelarbeit zu verhindern, ist hierfür auf allen Arbeitsebenen eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit notwendig.

Schematische Darstellung des Geltungsbereiches relevanter EG-Richtlinien in den Küstengewässern Schematische Darstellung des Geltungsbereiches relevanter EG-Richtlinien in den Küstengewässern (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Schematische Darstellung des Geltungsbereiches relevanter EG-Richtlinien in den Küstengewässern © MELUR

Gerade die Meeresumwelt wird erheblich von anderen Politikbereichen der EU beeinflusst, vornehmlich von der gemeinsamen Fischereipolitik und der gemeinsamen Agrarpolitik. Durch die MSRL wird europaweit ein transparenter und einheitlicher Rechtsrahmen zur Thematisierung dieser Belastungen und Auswirkungen vorgegeben. Dieser soll, zusammen mit der Vorgabe einer zwischen den Meeresregionen abgestimmten Bearbeitung, die Mitgliedstaaten anhalten, bei der Planung und Durchführung der Maßnahmenprogramme einen einheitlichen Handlungsrahmen aufzustellen.

Weiterführende Informationen zur MSRL finden Sie hier:

Broschüre "Die Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie - die Umweltsäule der europäischen Meerespolitik" (PDF 916KB, Datei ist nicht barrierefrei)

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