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Gentechnik

© M. Staudt / grafikfoto.de

Das Umweltministerium ist für die Genehmigung gentechnischer Arbeiten in Anlagen und für die Überwachung der gentechnischen Anlagen und Freisetzungen zuständig.
Unter Gentechnik werden allgemein Verfahren zur gezielten Identifizierung, Isolierung, Bearbeitung und Neukombination von Erbinformationen (Genen) verstanden.

Die Gentechnik ist eine Methode zur gezielten Veränderung von menschlichem, tierischem, pflanzlichem oder mikrobiellem Erbgut (DNA). Durch diesen Eingriff in die natürliche DNA eines Organismus können einzelne Gene und Eigenschaften von einen Organismus auf den anderen übertragen werden. Da der genetische Code aller Lebewesen gleich aufgebaut ist, kann die Gentechnik auch Eigenschaften über Artgrenzen hinweg weitergeben. So könnten also auch Gene des Menschen auf Bakterien oder solche von Tieren auf Pflanzen übertragen werden. Gentechnische Methoden werden in Schleswig-Holstein, wie in der gesamten Bundesrepublik Deutschland, bisher überwiegend im Bereich der Grundlagenforschung angewendet.

Diese Möglichkeit gezielter Veränderungen und das große Reservoir genetischer Anlagen, aus dem sich die Gentechniker bedienen können, eröffnet Chancen für neue Lösungen, birgt aber auch Risiken. Mit der medizinischen Anwendung der Gentechnik (Rote Gentechnik) sind Hoffnungen und Versprechen für Therapien gegen bisher kaum oder gar nicht zu bekämpfende Krankheiten verbunden. Noch gibt es kaum Therapieanwendungen, doch liefert die Gentechnik inzwischen wichtige Informationen zum Verstehen der Krankheitsentstehung und in der Diagnostik und sie hilft bei der Entwicklung und Produktion von Impfstoffen und Umweltreagenzien.

Neben diesen Anwendungen in geschlossenen Systemen (Labor) geht es bei Anwendungen gentechnischer Methoden in der Landwirtschaft (Grüne Gentechnik) im Gegensatz zu den geschlossenen Systemen ja gerade darum, gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in die Umwelt freizusetzen. Eine unkontrollierte Ausbreitung dieser Organismen gilt es zu verhindern. Entsprechend werden Freilandexperimente und die Zulassung von GVO mit umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfungen verknüpft.

Die Nutzung der Gentechnik erfordert einen verantwortungsvollen Umgang und sorgfältige Abwägung von Chancen und Risiken, insbesondere hinsichtlich langfristiger Folgen. Dies erfordert einerseits eine Weiterführung des gesellschaftlichen Diskurses zum Thema Gentechnik, aber auch klare Regelungen für eine verantwortungsvolle Forschung und Nutzung dieser Technologie. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung der Gentechnologie ergeben sich aus dem Gentechnikrecht.

Die Gesetzgebung auf Europäischer Ebene hat den Weg für die Nutzung der grünen Gentechnik geebnet. Sie sieht vor, dass Unternehmen, Landwirte und Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Recht auf freie Wahl effizient ausüben können. Die schleswig-holsteinische Landesregierung hingegen setzt auf den Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft als wichtigen Standortvorteil und will verbindliche gentechnikfreie Regionen ermöglichen.

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein ist nach dem Gentechnikgesetz für die Erlaubnis gentechnischer Arbeiten in Anlagen und für die Überwachung der gentechnischen Anlagen und Freisetzungen und inverkehrgebrachter gentechnisch veränderter Organismen zuständig. Genehmigungen von Freisetzungen und zum Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen in die Umwelt erteilt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin.

E-Mail: Gentechnik@melund.landsh.de