Landesportal Schleswig-Holstein

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Bildungsvergleiche

© M.Staudt / grafikfoto.de

Unter Large Scale Assessments versteht man in der Bildungsforschung Schulleistungsuntersuchungen, bei denen Schulleistungen von sehr vielen Schülerinnen und Schülern getestet werden.
Large Scale Assessments sind wesentliche Instrumente des Bildungsmonitorings.

Zu den in Deutschland bekannten und auch in Schleswig-Holstein durchgeführten internationalen Large Scale Assessments zählen PISA, TIMSS und PIRLS, NEPSNationales Bildungspanel sowie die Zentrale Überprüfung des Erreichens der Bildungsstandards im Ländervergleich, die im Auftrag der Kultusministerkonferenz vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) durchgeführt wird. Das IQSH stellt die Durchführung und Ergebnissicherung der Large Scale Assessments in Schleswig-Holstein sicher.

  1. PISA
  2. IGLU
  3. TIMSS

PISA

PISA

Das „Programme for International Student Assessment“ (PISA) ist eine Vergleichsstudie zu Schülerleistungen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Mit PISA informiert die OECD ihre Mitgliedstaaten über Stärken und Schwächen der Bildungssysteme.

Deutschland hat sich seit 2000 kontinuierlich verbessert und schneidet inzwischen in allen Fächern überdurchschnittlich ab.

  • Die Erhebungen für PISA werden in repräsentativen Stichproben durchgeführt. Es geht dabei nicht darum, das Leistungsniveau einzelner Schülerinnen und Schüler, Klassen oder Schulen zu beschreiben, sondern den Teilnehmerstaaten eine auf den Output bezogene Rückmeldung über Stärken und Schwächen ihres Bildungssystems zu liefern.
  • Die Hauptintention der Studie ist dabei herauszufinden, wie gut fünfzehnjährige Jugendliche im internationalen Vergleich auf die Anforderungen der Wissensgesellschaft vorbereitet sind. Dabei werden vor allem Schlüsselkompetenzen in den Blick genommen, die den Jugendlichen bei der Bewältigung von Anwendungssituationen zur Verfügung stehen.
  • Seit PISA 2006 werden im Rahmen von PISA keine Bundesländervergleiche mehr durchgeführt. Diese Aufgabe übernehmen nunmehr die Bildungstrends auf Basis der Bildungsstandards.
  • PISA ist zyklisch angelegt und wird alle drei Jahre durchgeführt. Hierbei werden in jedem Durchgang die Kompetenzbereiche Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik untersucht. In jedem Durchgang bildet jeweils ein Fach den Schwerpunkt:
Durchführungsjahr:Schwerpunkt:
2000Lesen
2003Mathematik
2006Naturwissenschaften
2009Lesen
2012Mathematik
2015Naturwissenschaften
2018Lesen
  • Zusätzlich werden in jedem Durchgang weitere Bereiche in den Blick genommen, die für die Grundbildung von Jugendlichen von Bedeutung sind.

Überblick PISA 2012

  • Weltweit bearbeiteten 500.000 fünfzehnjährige Schülerinnen und Schüler die Tests und den Fragebogen.
  • In Deutschland umfasste die Stichprobe 253 Schulen aller Schularten der Sekundarstufe. Insgesamt wurden in Deutschland ca. 6.500 Schülerinnen und Schüler getestet. Die Stichprobe ist für Deutschland repräsentativ, erlaubt aber keine Vergleiche zwischen den Ländern in Deutschland. In Schleswig-Holstein waren 9 Schulen beteiligt.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Deutschland liegt in Mathematik, den Naturwissenschaften und im Lesen statistisch bedeutsam über dem Durchschnitt aller OECD-Länder. Damit hat sich Deutschland seit PISA 2000 kontinuierlich verbessert.

Grafik PISA-Ergebnisse des Zeitraums von 200 bis 2015 Grafik PISA-Ergebnisse (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © IQSH

  • In der Testdurchführung gibt es in PISA 2015 eine wesentliche Neuerung: Die Erhebung wurde komplett computerbasiert statt wie in den vorherigen Durchgängen auf Papier durchgeführt. Damit sind die Vergleiche zu vorherigen Ergebnissen nur eingeschränkt möglich. Man spricht hier von dem sog. Mode-Effekt.
  • Deutschland konnte das überdurchschnittliche Niveau halten.
  • Die Leistungen sind weitgehend stabil geblieben, allerdings gibt es in den Naturwissenschaften einen Rückgang der Kompetenzen um 15 Kompetenzpunkte seit der letzten Durchführung in 2012.
  • Der Anteil der Risikoschüler ist in allen drei Bereichen weitgehend stabil geblieben. Er liegt zwischen 16% (Lesen) und 17% (Mathematik und Naturwissenschaften).
  • Der Anteil der Leistungsspitze hat sich im Lesen erhöht, in Mathematik ist der Anteil an den Gymnasien um etwa 4 % gesunken. Insgesamt liegt der Anteil zwischen 11% (Naturwissenschaften) und 13% (Mathematik).
  • Verkleinerung der Disparitäten zugunsten der Jungen im Lesen (Verbesserung im oberen und unteren Leistungsbereich)
  • Die Geschlechterunterschiede haben sich im Lesen verringert, was auf eine Verbesserung der Jungen im oberen und unteren Leistungsbereich zurückzuführen ist. In den Naturwissenschaften haben sich die Geschlechterunterschiede zugunsten der Jungen erhöht, so dass diese in den Naturwissenschaften erstmals seit PISA 2000 signifikant sind. Die Veränderungen in den Geschlechterunterschieden ist möglicherweise auch auf den Testmodus zurückzuführen.
  • Es hat eine weitere Reduktion der sozialer Disparitäten stattgefunden, weil sich v.a. Jugendliche aus Familien mit niedrigem sozialen Status verbessern konnten. Auch wenn es damit einen weiteren Zuwachs der Chancengerechtigkeit gegeben hat, ist der Zusammenhang zwischen Kompetenz und sozioökonomischem Hintergrund nach wie vor vergleichsweise hoch und in einigen Staaten deutlich geringer.
  • Die migrationsbedingter Disparitäten in den Naturwissenschaften haben sich seit 2006 nicht verändert.

Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen der Studie auf http://www.pisa.tum.de/

IGLU

IGLU

Die Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring wurde von der KMK in ihren Plöner Beschlüssen vom Juni 2006 verabschiedet. Diese sieht u.a. stichprobenbasierte internationale Tests (PISA, TIMSS, IGLU/PIRLS) vor.
Mit IGLU wird international vergleichend das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern der 4. Jahrgangsstufe getestet. Die Studie findet im Rhythmus von fünf Jahren - zuletzt im Jahre 2011 - statt.
Die Lesekompetenz ist in Deutschlands Grundschulen seit 2001 stabil geblieben.

IGLU

  • Die International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) verantwortet die Studie „Progress in International Reading Literacy Study“ (PIRLS), die in Deutschland unter der Bezeichnung „Internationale Grundschul Lese Untersuchung“ (IGLU) durchgeführt wird.
  • IGLU gehört zu den internationalen Schulleistungsstudien, die eine Säule des deutschen Bildungsmonitorings in der Gesamtstrategie der KMK bilden. IGLU fokussiert dabei auf den internationalen Vergleich. Die Erhebungen werden in repräsentativen Stichproben durchgeführt. Es geht dabei nicht darum, das Leistungsniveau einzelner Schülerinnen und Schüler, Klassen oder Schulen zu beschreiben, sondern den Ländern eine auf den Output bezogene Rückmeldung über Stärken und Schwächen ihres Bildungssystems zu liefern.
  • Deutschland nimmt seit 2001 an IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) teil (englisch: PIRLS, Progress in International Reading Literacy Study). IGLUwurde bisher alle 5 Jahre durchgeführt, in den Jahren 2001, 2006 und 2011.
  • Das Ziel ist es, das Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler, ihre Einstellung zum Lesen und ihre Lesegewohnheiten am Ende der Grundschulzeit zu erfassen
  • Der IGLU-Test zum Leseverständnis konzentriert sich im Wesentlichen auf den Verstehensprozess und die Leseintention.
  • Mit IGLU werden mittels Texten, deren Gestaltung Kindern aus ihrem Leben vertraut ist, unterschiedliche Aspekte der Lesekompetenz erfasst.
  • Die nächste Erhebung der Leseleistungen von Schülerinnen und Schülern in der Grundschule ist für 2016 geplant.

IGLU 2011 im Überblick

  • An IGLU 2011 haben weltweit 45 Staaten teilgenommen. In Deutschland wurden für den internationalen Vergleich 4.000 Schülerinnen und Schüler in vierten Klassen aus 197 Schulen berücksichtigt, darunter Schleswig-Holstein mit sieben Grundschulen.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • Deutschland liegt signifikant über dem EU-Mittelwert und dem internationalen Mittelwert. Verglichen mit allen OECD-Staaten liegt Deutschland im Durchschnitt.
  • Deutsche Schülerinnen und Schüler platzieren sich damit knapp im oberen Drittel aller teilnehmenden Staaten.
  • Darüber hinaus gelingt es den Grundschulen, ein hohes Leistungsniveau mit einer geringen Leistungsstreuung zu verbinden.
  • Der Anteil der leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler (unter Kompetenzstufe III) liegt in Deutschland deutlich unter dem Durchschnitt der beteiligten EU- und OECD-Staaten. Deutschlandweit sind etwa 15,4 Prozent leseschwache Schülerinnen und Schüler zu verzeichnen. Seit 2001 ist keine wesentliche Verringerung im Anteil der leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler feststellbar.
  • 9,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichen die höchste Kompetenzstufe im Lesen. Dies liegt leicht über dem Durchschnitt der EU- und OECD-Staaten. Seit 2001 ist keine wesentliche Erhöhung im Anteil der Leistungsspitze feststellbar.
  • Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler entsprechen etwa den Leseleistungen aus dem Jahr 2001. Insgesamt hat sich das Leistungsniveau in Deutschland nicht verändert.
  • IGLU stellte eine seit 2001 unverändert hohe Abhängigkeit der Schullaufbahnpräferenz der Eltern als auch die der Lehrkräfte von der sozialen Lage der Schülerfamilien heraus: Bei gleicher Leistung und gleichen kognitiven Fähigkeiten ist die Chance auf eine Gymnasialpräferenz der Lehrkräfte für Kinder, deren Eltern der oberen Dienstklasse zuzuordnen sind, 3.41 mal so hoch wie für Kinder von Facharbeitern.

TIMSS

TIMSS

Die Gesamtstrategie zum Bildungsmonitoring wurde von der KMK in ihren Plöner Beschlüssen vom Juni 2006 verabschiedet. Diese sieht u.a. stichprobenbasierte internationale Tests (PISA, TIMSS, IGLU/PIRLS) vor.
Mit TIMSS informiert die IEA die beteiligten Staaten über die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften.
Die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen sind in Deutschlands Grundschulen seit 2001 stabil geblieben.

  • TIMSS erhebt Schülerleistungen in Mathematik und Naturwissenschaften in der Grundschule, in der Sekundarstufe I und II.
  • TIMSS wurde in 1995 in fünf Klassenstufen durchgeführt (Klassenstufen 3, 4, 7, 8, Abiturklasse), Deutschland hat sich an den Erhebungen für die Sekundarstufen I und II beteiligt. Danach hat Deutschland erst wieder an TIMSS 2007 als Grundschuluntersuchung teilgenommen, um die mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern am Ende der Grundschulzeit zu erfassen.
  • Ziel ist es, Informationen zu erhalten, die zu einer Verbesserung des Lehrens und Lernens in beiden Fächern genutzt werden können.
  • Neben der Erhebung der Leistungen wurden die Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrerinnen und Lehrer und Schulleiterinnen und Schulleiter zu den Lernbedingungen in Mathematik und Naturwissenschaften befragt, um den Einfluss der häuslichen und schulischen Umgebung auf die Leistungen in diesen Bereichen zu ermitteln.

Überblick TIMSS 2011

  • Deutschlandweit beteiligten sich insgesamt 197 Grundschulen mit jeweils einer vierten Klasse (Schleswig-Holstein: sieben Schulen) an TIMSS 2011. Weltweit haben 50 Staaten sowie 7 Regionen an TIMSS 2011 teilgenommen.
  • Die TIMSS-Studie wird in einem vierjährigen Rhythmus durchgeführt. Die nächste Erhebung erfolgt im Jahr 2015.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • In Mathematik liegen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler Deutschlands signifikant über dem internationalen Mittelwert, dem Mittelwert der teilnehmenden EU- und OECD-Staaten.
  • In den Naturwissenschaften liegen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler Deutschlands signifikant über dem internationalen Mittelwert sowie dem Mittelwert der teilnehmenden EU-Staaten, unterscheiden sich aber nicht bedeutsam von dem OECD-Mittelwert.
  • Für Deutschland sind auf der Gesamtskala sowohl für Mathematik als auch für die Naturwissenschaften im Vergleich zum Studienzyklus 2007 keine signifikanten Verbesserungen der Schülerleistungen zu verzeichnen.
  • Weder in Mathematik noch in den Naturwissenschaften haben sich die Anteile an Risikoschülern bzw. der Leistungsspitze seit 2007 verändert.
  • TIMSS zeigte eine hohe Abhängigkeit der Schullaufbahnpräferenz der Eltern als auch die der Lehrkräfte von der sozialen Lage der Schülerfamilien heraus: Bei gleicher Leistung und gleichen kognitiven Fähigkeiten ist die Chance auf eine Gymnasialpräferenz der Lehrkräfte für Kinder, deren Eltern der oberen Dienstklasse zuzuordnen sind, 3.41 mal so hoch wie für Kinder von Facharbeitern.