Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Betreuungsrecht

© Landesregierung

Logo Betreuungsrecht der Landesregierung Betreuungsgericht (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © Amtsgericht Norderstedt

Die Betreuung von Menschen

Vom Betreuungsrecht betroffen sind Menschen, die aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst regeln können und deshalb auf die Hilfe anderer angewiesen sind. In der Mehrzahl der Fälle sind dies viele ältere, oft hochbetagte Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Das Betreuungsrecht sorgt dafür, dass für eine hilfsbedürftige Person eine Betreuerin oder ein Betreuer bestellt wird, der in einem vom Gericht festzulegenden Umfang für diese handelt. Das Betreuungsrecht will den betroffenen Personen damit den notwendigen Schutz und die erforderliche Fürsorge gewährleisten, ihnen zugleich aber auch ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung erhalten. Das persönliche Wohlergehen des hilfsbedürftigen Menschen steht im Vordergrund.
Bis 1992 wurden auch in Schleswig-Holstein Entmündigungen ausgesprochen oder Pflegschaften eingerichtet, die häufig in großer Anzahl und ohne persönlichen Kontakt zu den Betroffenen durch Behörden oder Privatpersonen (zum Beispiel durch Rechtsanwälte) wahrgenommen wurden.

Die Fußgängerzone / Einkaufsstraße Holm in Flensburg Die Fußgängerzone / Einkaufsstraße Holm in Flensburg (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Staudt / grafikfoto.de

Die gesetzlich geregelte Betreuung

Das 1992 in Kraft getretene Betreuungsrecht verbessert nun die Rechtsposition von Bürgerinnen und Bürgern, die ihre eigenen Angelegenheiten nicht mehr rechtlich besorgen können, auf mehrfache Weise:
Grundsätzlich bleibt die oder der Betreute weiter rechtlich handlungsfähig; Betreuerinnen oder Betreuer sind lediglich rechtliche Vertreter der Betreuten.
Persönliche Anhörungen durch die Richterinnen, Richter, Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger der Betreuungsgerichte (bei jedem Amtsgericht) stellen sicher, dass wichtige Entscheidungen nicht über den Kopf der Betroffenen hinweg getroffen werden. Den Wünschen der betreuten Person ist grundsätzlich zu entsprechen.
Betreuerinnen und Betreuer dürfen zwar nicht mit einem Pflegedienst verwechselt werden, da sie lediglich die rechtliche Vertretung der Betreuten sicherstellen. Um deren Interessen wirksam wahrnehmen zu können, halten Pflegekräfte und Betreuer aber persönlichen Kontakt.

Das gerichtliche Betreuungsverfahren

Das gerichtliche Betreuungsverfahren kann durch Erteilung einer Vorsorgevollmacht vermieden werden. Die Vorsorgevollmacht ist ein wichtiges Instrument der privaten und selbstbestimmten Vorsorge. Sie dient dazu, eine Person Ihres Vertrauens für den Fall zu bevollmächtigen, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, bestimmte Angelegenheiten zu regeln.
Vor der Errichtung einer Vorsorgevollmacht sollten Sie sich fachkundig beraten lassen. Eine Beratung bieten die Betreuungsvereine, deren hierfür speziell ausgebildete Vorsorgelotsen sowie die Betreuungsbehörden (bei jeder kreisfreien Stadt und in jedem Landkreis) an. Sie können sich auch an eine Rechtsanwältin, einen Rechtsanwalt, eine Notarin oder einen Notar des Vertrauens wenden. Sie können die Vorsorgevollmacht bei der Bundesnotarkammer gegen eine geringe Gebühr registrieren lassen. Mit einer Registrierung ist gewährleistet, dass die Vorsorgevollmacht später berücksichtigt wird.

Betreungsvereine und Betreuungsbehörden

Die Betreuungsvereine und die Betreuungsbehörden beraten und unterstützen zudem die ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer und die Bevollmächtigten bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Darüber hinaus bieten die Betreuungsvereine für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer regelmäßig Einführungs- und Fortbildungsveranstaltungen an und sind der richtige Ansprechpartner, wenn Sie sich für dieses Ehrenamt interessieren.
Die Landesregierung hat zu Ihrer Information zwei Broschüren zum Betreuungsrecht herausgegeben. Die Broschüre "Das Betreuungsrecht mit ausführlichen Informationen zur Vorsorgevollmacht“ sowie den speziell für ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer entwickelten "Leitfaden für die ehrenamtliche Betreuung" finden Sie am Ende dieser Seite zum Herunterladen.

Persönliche Informationen zum Betreuungsrecht erhalten Sie bei den Betreuungsvereinen und Betreuungsbehörden, deren Adressen Sie den nachfolgenden Links entnehmen können, sowie bei jedem Amtsgericht.

Weitere Informationen

Auf dieser Seite steht Ihnen der neu herausgegebene "Leitfaden für die ehrenamtliche Betreuung" zum Herunterladen oder Bestellen zur Verfügung.

Bei den Betreuungsbehörden finden ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer Begleitung, Beratung und Hilfe. Betreuungsbehörden bestehen in Schleswig-Holstein bei den Kreisverwaltungen und den Stadtverwaltungen der kreisfreien Städte.

Bei den Betreuungsvereinen finden ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer Begleitung, Beratung und Hilfe. Sie informieren und beraten auch bei der Errichtung von Vorsorgevollmachten.

In Schleswig-Holstein gibt es eine vielfältige Betreuungslandschaft, in der viele Personen mit großem Engagement tätig sind, um hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen.Erfahren Sie mehr über das Betreuungswesen in Schleswig-Holstein.

zum Herunterladen