Landesportal Schleswig-Holstein

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Atomausstieg

© M. Staudt (grafikfoto.de)

Im März 2011 bebte die Erde in Japan, ein verheerender Tsunami suchte die Küstenregion heim, und im Kernkraftwerk Fukushima kam es zur Kernschmelze. Große Mengen an Radioaktivität wurden freigesetzt und Zehntausende Menschen flohen. Als die Bilder von Explosionen im Kernkraftwerk Fukushima über die Bildschirme flimmerten, hielten auch viele Menschen im fernen Deutschland für einen Moment den Atem an.

40 Jahre zuvor war die Welt in die "friedliche Nutzung der Kernenergie" zur kommerziellen Stromerzeugung eingestiegen. Kritik daran gab es zwar, doch eine große Mehrheit hielt den Betrieb von Atomkraftwerken für sicher. In einem Fachbuch, das damals in Deutschland erschien, stand, es seien Sicherheitseinrichtungen vorgesehen, "um jeden technisch vorstellbaren schweren Störfall auszuschließen". Die Wahrscheinlichkeit schwerer Betriebsstörungen sei "weitaus geringer als der Absturz eines Flugzeuges in ein vollbesetztes Fußballstadion". Die Kernschmelze – ein hypothetisches Ereignis? Seitdem hat ein Mensch, der heute in mittleren Jahren ist, sie schon dreimal erlebt: in Harrisburg, in Tschernobyl und zuletzt in Fukushima.

Nur wenige Monate vor der Katastrophe von Fukushima – im Herbst 2010 – hatte die damalige Bundesregierung den im Jahr 2000 unter Rot-Grün geschlossenen Atomkonsens aufgekündigt und die Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke großzügig bis in die 2040er Jahre hinein verlängert. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Fukushima wurden quasi über Nacht acht deutsche Kernkraftwerke abgeschaltet.

Im Juni 2011 wurde in einem überparteilichen Konsens der endgültige Ausstieg aus der Atomenergie im Deutschen Bundestag beschlossen, die letzten Meiler sollen nun bis Ende 2022 vom Netz gehen. In dem Zusammenhang stellen sich jedoch noch viele offene Fragen: Wie und wo kann hochradioaktiver Atommüll sicher gelagert werden? Welche Konsequenzen hat der Atomausstieg für die drei Kernkraftwerke in Schleswig-Holstein Brokdorf, Krümmel und Brunsbüttel? Und wer bezahlt eigentlich die Endlagerung und den Rückbau der Kernkraftwerke?

Auf den folgenden Seiten möchten wir sie über Antworten auf diese Fragen und das Engagement der Landesregierung in diesem Zusammenhang informieren.

Was der Atomausstieg für Schleswig-Holstein bedeutet

Die Konsequenzen für Schleswig-Holstein aus dem Atomausstieg 2011 waren unmittelbar: Unter den acht Kernkraftwerken, denen der Leistungsbetrieb sofort untersagt wurde, waren Brunsbüttel und Krümmel. Beide Reaktoren hatten schon länger keinen Strom mehr produziert, sollten aber wieder ans Netz gehen dürfen. Nach Fukushima war dies anders.

AKW BrunsbüttelAKW Brunsbüttel © M. Ruff (grafikfoto.de)

Seit Fukushima muss umgesteuert werden. In Schleswig-Holstein steht der Rückbau des Kernkraftwerks Brunsbüttel an; der Betreiber hat hier einen Rückbauantrag vorgelegt. Auch Krümmel muss nach Auffassung der Landesregierung zurückgebaut werden. Und Brokdorf geht spätestens Ende 2021 vom Netz, und dann wird in Schleswig-Holstein kein Atomstrom mehr produziert.

Stattdessen wird Schleswig-Holstein Land der Erneuerbaren Energien. Bereits jetzt stammen zwei Drittel des Stromverbrauchs in Schleswig-Holstein aus Erneuerbaren Energien, im Bundesdurchschnitt ein Viertel. Bis 2025 ist in Schleswig-Holstein ein rechnerischer Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch von 300 Prozent zu erwarten. Die Energiewende voranzutreiben und im Einklang mit Mensch und Umwelt zu gestalten, das ist die Aufgabe der Landesregierung.

Schwerpunkt Energiewende

Wir müssen aber in Deutschland auch noch das letzte Kapitel des Buches "Irrweg Atomenergie" schreiben. Es gilt, in einer offenen bundesweiten Suche mit Hilfe eines transparenten Verfahrens ein Endlager zu finden, in dem der hochradioaktive Müll für Hunderttausende Jahre sicher verwahrt wird. Hier bekennt sich Schleswig-Holstein zu seiner Verantwortung, die es solidarisch mit anderen Bundesländern tragen wird.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen

Derzeit wird in Schleswig-Holstein intensiv darüber diskutiert, was mit den Abfällen aus dem Rückbau der Kernkraftwerke im Land passiert. Das Augenmerk richtet sich vor allem auf die Abfälle, die nach der Strahlenschutzverordnung nicht radioaktiv sind und deponiert werden müssen.