Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Karten zum Konfliktrisiko der Umfassung von Siedlungen durch Windkraftanlagen

Staatskanzlei

Umfassung bedeutet Einkreisen oder Umschließen von Ortslagen mit Windkraftanlagen. Eine sogenannte Umfassungssituation kann die Lebensqualität der dort lebenden Menschen beeinträchtigen und wird daher als ein Kriterium bei der Auswahl von Potenzialflächen für die Windenergienutzung berücksichtigt.

Objektiviertes Verfahren zur Beurteilung

Ob eine Umfassungssituation von Siedlungen gegeben ist, kann abschließend nur im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung festgestellt werden. Um aber bei der Aufstellung der Regionalplanentwürfe zum Thema Wind Umfassungssituationen beurteilen zu können, wurde von der Landesplanungsbehörde ein objektiviertes Verfahren entwickelt. Dabei wurde sowohl die Wirkung der Potenzialflächen auf die Ortslagen als auch die Belastung der Ortslagen durch Potenzialflächen und bereits bestehende Windkraftanlagen in ihren verschiedenen Ausrichtungen zu den Ortslagen ermittelt.

Das objektivierte Verfahren orientiert sich methodisch an einem Gutachten aus Mecklenburg-Vorpommern zur „Umfassung von Ortschaften durch Windenergieanlagen“ (Januar 2013). Dieses wurde jedoch auf die kleinteiligere Siedlungsstruktur Schleswig-Holsteins angepasst.

Bei dem objektivierten Verfahren wird in einem Umkreis von 2.250 m die Wirkung der Vorranggebiete für die Windenergienutzung unter Berücksichtigung des Anlagenbestandes auf die Ortslagen untersucht. Ein Umkreis von 2.250 m entspricht der 15-fachen Anlagenhöhe der Referenzanlage von 150 m Gesamthöhe.

Noch vertretbare Umfassungswirkung

In Anlehnung an die Rechtsprechung, welche die Umfassungswirkung jeweils im Rahmen einer Einzelfallbetrachtung beurteilt, geht die Landesplanungsbehörde davon aus, dass eine Umfassung von Ortslagen bis zu 120 Grad je 180 Grad Betrachtungswinkel grundsätzlich noch vertretbar sein kann.

Karten zum Konfliktrisiko

Für jeden Planungsraum hat die Landesplanung Karten mit dem Konfliktrisiko für eine Umfassungswirkung erstellt. Für das Verständnis der Karten ist es wichtig zu wissen, dass die Berechnungsergebnisse für die Umfassungssituation nicht automatisch ab einem bestimmten errechneten Wert zum Ausschluss von Flächen geführt haben. Auf Basis der Annahmen und Berechnungen wurde vielmehr zunächst eine Bewertung der Ortslagen vorgenommen, um so die jeweilige Belastung zu ermitteln. Diese Bewertung war dann Grundlage für die anschließende individuelle Abwägungsentscheidung bei der Flächenauswahl, die jeweils im Zusammenspiel aller in die Abwägung einzubeziehenden Aspekte getroffen wurde.

Flächenauswahl

Nähere Informationen zu den einzelnen Aspekten der Flächenauswahl liefern die Datenblätter der Potenzialflächen. Sie sind Teil der Entwürfe zu den Teilaufstellungen der Regionalpläne zum Sachthema Wind und können über das Online-Beteiligungstool BOB-SH abgerufen werden.

Zum Online-Beteiligungstool