Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Flüchtlinge in Schleswig-Holstein -
Refugees Welcome

© Hans Kohrt

Ausbildung

Welche Zugangsmöglichkeiten und -bedingungen zu Ausbildung und Beschäftigung für geflüchtete Menschen bestehen, hängt maßgeblich von ihrem aktuellen Aufenthaltsstatus ab. Um Geflüchtete zu informieren, steht ein landesweites Netz mit Ansprechpartnern zur Verfügung.

Beratung und Berufsorientierung

Bundesagentur für Arbeit

Informationen und Hilfen zur Ausbildung für Asylbewerberinnen und Asylbewerber stellt die Bundesagentur für Arbeit bereit.

Arbeit und Ausbildung für Asylbewerberinnen und Asylbewerber

Jugendmigrationsdienste

Es gibt darüber hinaus viele Standorte der Jugendmigrationsdienste, die Geflüchtete zwischen 12 und 27 Jahren begleiten beim Zugang zu Bildung, Ausbildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Jugendmigrationsdienst

Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)

Berufsorientierung für nicht mehr schulpflichtige junge Geflüchtete

Berufsorientierung für Flüchtlinge

Ausbildung und Integration für Migranten (AIM)

Jugendliche mit Migrationshintergrund erhalten hier Informationen und Hilfe bei Ausbildungsmöglichkeiten und Bewerbungsverfahren. Beratungsbüros gibt es derzeit in Lübeck, Elmshorn, Neumünster und Kiel. Das Projekt ist bei der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein angesiedelt und vom Land gefördert.

AIM - Ausbildung und Integration für Migranten

Bildungsmaßnahmen für volljährige Geflüchtete mit unsicherer Bleibeperspektive

Das Land Schleswig-Holstein hat für das Jahr 2017 eine Million für Bildungsmaßnahmen für volljährige Geflüchtete mit unsicherer Bleibeperspektive zur Verfügung gestellt. Diese Zielgruppe ist von den ausbildungsfördernden Maßnahmen ansonsten ausgeschlossen. Angeboten werden die Maßnahmen landesweit von den Einrichtungen im Jugendaufbauwerk Schleswig-Holstein (JAW-SH). Die Geflüchteten erhalten neben einer Sprachförderung eine Vorbereitung auf Ausbildung, Arbeit, Ausbildungsabschluss oder Schulabschluss (Externenprüfung).

Regionale Berufsbildungszentren (RBZ) und Berufsbildende Schulen (BBS)

Angebote für berufsschulpflichtige Schülerinnen und Schüler

Wann können Asylbewerber eine Ausbildung beginnen?

Asylbewerber können unter bestimmten Umständen und nach Ablauf der Wartefrist von drei Monaten nach Stellung des Asylantrages mit Erlaubnis der Ausländerbehörde eine Ausbildung aufnehmen. Allerdings dürfen sie keine Berufsausbildung beginnen, solange sie noch in einer Aufnahmeeinrichtung wohnen oder aus einem sicheren Herkunftsstaat kommen und nach dem 31.August 2015 einen Asylantrag gestellt haben. Aktuell sind als sichere Herkunftsstaaten gemäß § 29a Asylgesetz eingestuft:

  • Albanien
  • Bosnien und Herzegowina
  • Ghana
  • Kosovo
  • Mazedonien, ehemalige jugoslawische Republik
  • Montenegro
  • Senegal
  • Serbien

Wann kann eine Duldung für eine Ausbildung erteilt werden, und was bedeutet die "3 plus 2 - Regelung"?

Ausländerinnen und Ausländern, die weder im Besitz einer Aufenthaltsgestattung noch im Besitz eines Aufenthaltstitels nach § 4 AufenthG sind, wird von der Ausländerbehörde unter den Voraussetzungen des § 60a Abs. 2 Satz 4 AufenthG eine Duldung erteilt, wenn sie eine qualifizierte Berufsausbildung aufnehmen oder aufgenommen haben. Diese Duldung gilt für die im Ausbildungsvertrag bestimmte Dauer der Berufsausbildung. Wird die Ausbildung nicht betrieben oder abgebrochen, ist der Ausbildungsbetrieb verpflichtet, dies unverzüglich der zuständigen Ausländerbehörde schriftlich mitzuteilen. Die Duldung zur Ausbildung erlischt, und es wird einmalig eine andere Duldung für sechs Monate zur Suche nach einer neuen Ausbildungsstelle erteilt.

Eine Duldung zur Ausbildung darf nicht erteilt werden, wenn

  • die betreffende Person sich in das Inland begeben hat, um Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu erlangen,
  • aufenthaltsbeendende Maßnahmen aus Gründen, die er/sie selbst zu vertreten hat, nicht vollzogen werden können,
  • die betreffende Person Staatsangehörige/r eines sicheren Herkunftsstaates ist und ihr/sein nach dem 31. August 2015 gestellter Asylantrag abgelehnt wurde
  • oder wenn konkrete Maßnahmen zur Aufenthaltsbeendigung bevorstehen.

Mit dem Integrationsgesetz unterstützt der Gesetzgeber nicht nur die Ausbildung von eigentlich ausreisepflichtigen Ausländern, sondern auch deren berufliche Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Daher müssen zur Ausbildung geduldete Ausländer nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung nicht ausreisen, sondern die Duldung wird dann für maximal sechs Monate zur Suche nach einer der erworbenen Qualifikation entsprechenden Beschäftigung verlängert.

Kann ein Beschäftigungsangebot nachgewiesen werden, das der erworbenen beruflichen Qualifikation entspricht, so besteht bei Vorliegen der Voraussetzungen ein Rechtsanspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 18a Abs. 1a AufenthG für die Dauer von zunächst zwei Jahren. Anschließend kann die Aufenthaltserlaubnis bei Fortbestand des Beschäftigungsverhältnisses verlängert werden und bis zur Erteilung einer Niederlassungserlaubnis führen.

Da viele Berufsausbildungen in Deutschland drei Jahre dauern und der Gesetzgeber eine anschließende Beschäftigung für zwei Jahre aufenthaltsrechtlich absichert, spricht man von der „3 plus 2-Regelung“.