Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

© drubig-photo / fotolia.com (Lizensiert durch Monks - Ärzte im Netz GmbH)
Windpocken im Überblick

Eine Windpocken-Erkrankung beginnt mit leichtem Krankheitsgefühl, später tritt ein juckender Hautausschlag auf. Als Komplikationen sind andere Krankheitsbilder wie u.a. die Gürtelrose möglich...

Erreger und Verbreitung

Windpocken (Varizellen) werden durch das Varicella-Zoster-Virus ausgelöst. Es gehört zur Familie der Herpes-Viren. Das Varicella-Zoster-Virus kann auch andere Krankheitsbilder, wie z.B. Gürtelrose (Herpes zoster) verursachen. Der Erreger ist weltweit verbreitet.

Übertragung

Windpocken werden durch Tröpfcheninfektion (d.h. durch Speicheltröpfchen beim Niesen, Husten, Sprechen) und Schmierinfektion (Sekret aus Bläschen des Windpockenausschlages) übertragen und sind sehr ansteckend. Von 100 Personen, die mit dem Virus in Berührung kommen, erkranken 90. Die Viren können einige Tage außerhalb des Körpers überleben.

Infizierte Personen sind ein bis zwei Tage vor Auftreten des typischen Ausschlags ansteckend und können auch noch bis zu einer Woche nach Verschwinden des Ausschlags Überträger sein.

Symptome und Komplikationen

Eine Windpocken-Erkrankung beginnt mit leichtem Krankheitsgefühl und gelegentlich Fieber. Der juckende Hautausschlag tritt etwa 14 bis 22 Tage nach der Ansteckung auf. Er breitet sich von Kopf und Rumpf ausgehend aus. Die anfangs hellroten Knötchen entwickeln sich innerhalb von wenigen Stunden zu etwa linsengroßen, flüssigkeitsgefüllten Bläschen. Windpocken können auf der Haut in Form von verschiedenartigen Ausschlägen (Flecken, Knötchen, Bläschen, Krusten) erscheinen, die alle gleichzeitig auftreten (Sternenhimmelmuster).

Zu den möglichen Komplikationen einer Windpocken-Infektion zählen:

  • Gürtelrose
    Nach einer Windpocken-Erkrankung bleiben Erreger in den Nervenzellen nahe dem Rückenmark (Spinalganglien) zurück, die nach Jahren bis Jahrzehnten wieder reaktiviert werden können und eine Gürtelrose auslösen können. Brennende Schmerzen im Hals-, Schulter- oder Rumpfbereich sind die ersten Anzeichen einer Reaktivierung. Nach einigen Tagen erscheinen zumeist in halbseitiger "gürtelförmiger" Anordnung flüssigkeitsgefüllte Bläschen. Die befallenen Hautstellen röten sich, schwellen an und werden äußerst berührungsempfindlich.
  • Bakterielle Superinfektion
    Durch Kratzen können sich Betroffene zusätzlich mit Bakterien infizieren (Streptokokken, Staphylokokken).
  • Varizellen-Pneumonie
    Windpocken-Patienten können eine schwere Lungenentzündung entwickeln. Erwachsene sind häufiger als Kinder betroffen. Schwangere haben ein besonders hohes Risiko für diese Komplikation.
  • Fehlbildungen bei Infektionen während der Schwangerschaft
    Während der ersten 5 Monate einer Schwangerschaft kann eine Windpocken-Erkrankung der Mutter zu schweren Fehlbildungen des Kindes führen. Für ein ungeschütztes Neugeborenes kann eine Erkrankung lebensgefährlich werden.

Weitere seltene Komplikationen: u.a. Nierenentzündung, Arthritis (Gelenkentzündung), Blutungsneigung, akute Glomerulonephritis, Hepatitis (Gelbsucht), Hornhautschäden (korneale Läsionen), Reizungen der Hirnhäute, Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und Schlaganfall

Impfstoff und Impfschema

Die Windpocken-Impfung steht als Einzelimpfstoff oder als Kombinationsimpfstoff (Vierfachimpfstoff mit Masern, Mumps und Röteln: MMRV) zur Verfügung. In beiden Fällen handelt es sich um einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Viren.

Nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut in Berlin erfolgt die erste Impfung im Säuglingsalter zwischen 11 und 14 Monaten. Im Alter zwischen 15 und 23 Monaten sollten Kinder die zweite Impfung erhalten. Sie kann vier bis sechs Wochen nach der ersten Impfung durchgeführt werden.

Für die erste Impfung rät die STIKO dazu, den Varizellen-Impfstoff gleichzeitig mit dem MMR-Impfstoff an verschiedenen Körperstellen zu impfen (zur Vermeidung des leicht erhöhten Risikos für Fieberkrämpfe). Die zweite Dosis kann mit dem Vierfachimpfstoff (MMRV-Kombinationsimpfstoff) erfolgen. Zwischen den Windpocken-Impfungen sollte 4 bis 6 Wochen Abstand eingehalten werden.

Wenn Kinder nur einmal gegen Varizellen geimpft wurden, sollten sie nachträglich noch ein zweites Mal geimpft werden.

Impfempfehlung

Die STIKO empfiehlt für alle Kinder eine Impfung gegen Windpocken. Bis zum Alter von zwei Jahren sollten Kinder zwei Windpocken-Impfungen erhalten. Grundsätzlich sollten fehlende Impfungen so früh wie möglich nachgeholt werden, spätestens jedoch bis zum 18. Geburtstag.

Seronegative (ohne Nachweis von Antikörpern) Frauen mit Kinderwunsch, seronegative Patienten vor geplanter immunsuppressiver Therapie oder Organtransplantation, ungeimpfte oder bisher nicht erkrankte Patienten mit schwerer Neurodermitis sollten eine zweimalige Impfung gegen Windpocken erhalten.

Beschäftigte im medizinischen Bereich (insbesondere in den Bereichen Kinder- und Jugendmedizin, Onkologie, Gynäkologie/Geburtshilfe, Intensivmedizin und im Bereich der Betreuung von Menschen mit Immunschwäche) sowie Betreuer in Gemeinschaftseinrichtungen für das Vorschulalter sollten ihren Impfschutz/Immunität überprüfen und sich bei Bedarf zweimal impfen lassen.

Die Kosten für die Varizellen-Impfung werden von den gesetzlichen Krankenkassen bzw. bei beruflich indizierten Impfungen vom Arbeitgeber übernommen. Zum Windpocken-Impfschutz sowie zu den empfohlenen Impf-Zeitpunkten berät Sie auch Ihre Ärztin/Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt.

Quellen: www.rki.de (STIKO), Öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein, Fachinformationen Impfstoffe

Weitere Informationen zu Windpocken