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Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

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Mumps im Überblick

Mumps beginnt zunächst meist mit grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Husten und Kopfschmerzen...

Erreger und Verbreitung

Das Mumps-Virus, ein RNA-Virus, gehört zur Familie der Paramyxoviren. Vom Mumps-Virus ist nur ein Serotyp bekannt, der bei Menschen eine Krankheit verursachen kann. Das Virus reagiert empfindlich auf Hitze, Licht, UV-Strahlen, fettlösende Substanzen und Desinfektionsmittel. Mumps-Erkrankungen sind weltweit verbreitet.

Übertragung

Mumps-Viren werden durch direkten Kontakt mit infiziertem Speichel oder durch winzige erregerhaltige Speichel-Tröpfchen in der Luft, die sich z.B. beim Husten, Spucken, Niesen bilden, von Mensch zu Mensch übertragen. Zwei Tage vor Erkrankungsbeginn bis vier Tage danach ist die Ansteckungsgefahr, die von einem infizierten Menschen ausgeht, am größten.

Symptome und Komplikationen

Mumps beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Husten und Kopfschmerzen. Nach ein bis zwei Tagen kommt es meist zum charakteristischen Anschwellen einer (in 30% der Fälle) oder beider (in 70% der Fälle) Ohrspeicheldrüsen. Betroffene leiden dadurch häufig unter Schmerzen, wenn sie kauen oder den Mund weit öffnen.

Zu den möglichen Komplikationen einer Mumps-Infektion zählen:

  • Hirnhautentzündung
    Etwa 5% der Erkrankten bekommen eine Hirnhautentzündung, die jedoch meist ohne Folgen ausheilt.
  • Entzündung des Hörnervs
    In seltenen Fällen kommt es im Rahmen einer Mumps-Erkrankung zu einer Entzündung des Hörnervs, die zu bleibenden Hörschäden führen kann.
  • Hoden- oder Nebenhodenentzündung bzw. Eierstockentzündung
    Insbesondere bei erkrankten Jugendlichen nach der Pubertät können Entzündungen der Hoden oder Nebenhoden bzw. der Eierstöcke auftreten, die zu einer eingeschränkten Fruchtbarkeit und in seltenen Fällen sogar zur Unfruchtbarkeit führen können.

Weitere seltene Komplikationen: u.a. Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), Nierenentzündung, Arthritis (Gelenkentzündung), Anämie und Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Impfstoff und Impfschema

Die Impfung erfolgt mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig auch vor Masern und Röteln (MMR) oder Masern, Röteln und Windpocken schützt (MMRV). Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Viren.

Nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut in Berlin erfolgt die erste Impfung im Säuglingsalter zwischen 11 und 14 Monaten. Im Alter zwischen 15 und 23 Monaten sollten Kinder die zweite Impfung erhalten. Sie kann vier bis sechs Wochen nach der ersten Impfung durchgeführt werden.

Vor dem regelmäßigen Besuch in einer Gemeinschaftseinrichtung ist eine MMR-Impfung bereits ab einem Alter von 9 Monaten empfohlen. Wenn die erste Impfung früher als mit 11 Monaten erfolgt ist, muss die 2. MMR-Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres verabreicht werden.

Impfempfehlung

Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten gegen Mumps immunisiert sein. Die STIKO empfiehlt für alle Kinder unter zwei Jahren zwei MMR-Impfungen, die zweite Impfung ggf. in Kombination mit der Windpocken-Komponente, also als MMRV-Impfung. Spätestens bis 18 Jahre sollten nicht geimpfte Kinder und Jugendliche ihre Grundimmunisierung erhalten haben bzw. eine unvollständige Impfserie vervollständigt haben.

Bei Kontakt zu Mumps-Kranken kann eine Impfung (postexpositionelle Impfung – möglichst innerhalb von drei Tagen nach Exposition) ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen – ebenso vor einer bevorstehenden Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung.

Eine einmalige Mumps- bzw. MMR-Impfung empfiehlt die STIKO für alle nach 1970 Geborenen, die ungeimpft sind, deren Impfstatus unklar ist oder die nur einmal in der Kindheit geimpft wurden und die im medizinischen Bereich, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene beschäftigt sind.

Die Kosten für die Standardimpfung bei nach 1970 Geborenen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bzw. bei beruflich indizierten Impfungen vom Arbeitgeber übernommen. Zum Mumps-Impfschutz sowie zu den empfohlenen Impf-Zeitpunkten berät Sie auch Ihre Ärztin/Ihr Arzt oder Ihr Gesundheitsamt.

Quellen: www.rki.de (STIKO), Öffentliche Empfehlung von Schutzimpfungen in Schleswig-Holstein, Fachinformationen der Impfstoffe

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