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Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

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Hepatitis B im Überblick

Hepatitis-B-Viren sind hochansteckend und verursachen eine Infektionskrankheit, die in der Folge eine Leberentzündung auslösen kann.

Erreger und Verbreitung

Hepatitis B ist eine Infektionskrankheit, die durch Hepatitis-B-Viren verursacht wird und in der Folge eine Leberentzündung auslösen kann. Hepatitis-B-Viren gehören zu den behüllten DNA-Viren. Die Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO haben weltweit etwa 2 Milliarden Menschen eine HBV-Infektion durchgemacht oder durchlaufen aktuell eine Infektion. Pro Jahr sterben weltweit rund 780.000 Menschen an den Folgen chronischer Hepatitis-B-Infektionen - in erster Linie infolge von Hepatitis-B-bedingter Leberzirrhose oder Leberkrebs.

Laut der Deutschen Leberhilfe e.V. gehen Expertenschätzungen davon aus, dass in Deutschland mehrere hunderttausend Hepatitis-B-Infizierte leben. Obwohl ein wirksamer Impfstoff gegen Hepatitis-B-Infektionen zur Verfügung steht, sind hierzulande jedes Jahr immer noch viele neu Infizierte zu verzeichnen.

Meldezahlen nach dem Infektionsschutzgesetz finden sich u.a. im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch des Robert Koch-Institutes unter http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Jahrbuch/jahrbuch_node.html.

Übertragung

Hepatitis-B-Viren sind hochansteckend und erreichen insbesondere im Blut eines Menschen hohe Konzentrationen. Daher können sie durch winzige Verletzungen der Haut oder der Schleimhäute oder auch seltener durch kontaminierte Gegenstände (z.B. Piercings, Tattoo-Nadeln, Drogenspritzen, Rasierklingen, Zahnbürsten) übertragen werden. Schwangere Frauen mit Hepatitis B können die Infektion an ihr Kind weitergeben, daher werden angehende Mütter in Deutschland frühzeitig getestet und das Neugeborene bei Bedarf sofort nach der Geburt geimpft.

Doch auch andere Körperflüssigkeiten – wie z.B. Speichel, Tränenflüssigkeit, Muttermilch oder Sperma – können infektiös sein. Hierzulande erfolgen etwa 40-70% der Neuerkrankungen durch Sexualkontakte. Dies erklärt den hohen Anteil der Neu-Infektionen wie auch akuter Hepatitis-B-Erkrankter unter den jungen Menschen. Ein erhöhtes Risiko tragen auch Touristen, die sich durch ungeschützte sexuelle Kontakte im Ausland infizieren können.

Symptome und Komplikationen

Abhängig vom Immunsystem eines Patienten kann eine Hepatitis-B-Infektion sehr unterschiedlich verlaufen. Erste Anzeichen in der frühen Erkrankungsphase wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit sind unspezifisch. Anschließend hat die Infektion bei Erwachsenen bei circa einem Drittel eine akute Hepatitis mit Gelbverfärbung der Haut (ikterischen Hepatitis) zufolge. Bei einem weiteren Drittel verläuft die Erkrankung ohne Gelbsucht. Symptomlos bleibt ein Drittel der infizierten Erwachsenen. Nicht selten entwickelt sich ein chronischer Verlauf, ohne dass eine akute Erkrankung bemerkt wurde. In weniger als 1% der Fälle kommt es zu einem akuten Leberversagen.

Ohne Komplikationen klingen die Beschwerden nach 3-5 Wochen ab und die Erkrankung heilt vollständig aus. Bei bis zu 10% der infizierten Erwachsenen und 90% der Infektionen im frühen Kinderalter entwickelt sich eine chronische Verlaufsform. Eine Leberzirrhose kann dann die Folge sein. Eine chronische Infektion mit Hepatitis B erhöht außerdem erheblich das Risiko für die Entwicklung von Leberkrebs.

Impfstoff und Impfschema

Gegen das Hepatitis-B-Virus gibt es einen Totimpfstoff, der sowohl als Mono- als auch in Form von Kombinationsimpfstoffen zur Verfügung steht.

Für eine Grundimmunisierung erhalten Säuglinge und Kleinkinder je eine Impfung im 3., 4., 5. Lebensmonat sowie zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat, d.h. im Alter von 11-14 Monaten. Die Impfung gegen Hepatitis B erfolgt üblicherweise als Kombinationsimpfung, die gleichzeitig auch vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung und Haemophilus influenzae Typ b schützt. Bei Verwendung eines Hepatitis-B-Einzelimpfstoffs kann die Teilimpfung im Alter von 3 Monaten entfallen, d.h. es reichen 3 Impfstoffdosen aus.

Bei Jugendlichen, die im Säuglings- und Kleinkindalter keine Grundimmunisierung erhalten haben, sollte die Impfung vor dem 18. Geburtstag nachgeholt werden. Je nach Alter und Impfstoffkombination sind für die Grundimmunisierung zwei bis drei Impfungen nötig. Danach muss die Hepatitis-B-Impfung nicht mehr aufgefrischt werden.
Für Erwachsene wird die Impfung mit drei Dosen nach dem Schema 0-1-6 Monate durchgeführt. Ein Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig vor Hepatitis-A-Viren schützt, ist verfügbar.

Eine Auffrischimpfung ist für Personen mit intaktem Immunsystem nicht notwendig. Immungeschwächte Personen können eine Auffrischimpfung bei Bedarf nach serologischen Tests (Messung der Antikörper gegen Hepatitis B im Blut) erhalten. Personen, die im Säuglingsalter gegen Hepatitis B geimpft wurden und deren Antikörper-Titer gegen Hepatitis-B-Viren (Anti-HB) unbekannt ist, sollten bei neu aufgetretenem Hepatitis-B-Infektionsrisiko eine weitere Impfdosis erhalten, mit anschließender serologischer Kontrolle.

Es gibt auch die Möglichkeit einer Schnellimmunisierung (z.B. vor einer Reise). In diesem Fall kann nach einem verkürzten Impfschema geimpft werden, z.B. an den Tagen 0-7-21 (maßgeblich sind die Angaben in der Fachinformation des jeweiligen Impfstoffs). Zum Aufbau eines langfristigen Impfschutzes wird dann eine zusätzliche 4. Impfdosis 6-12 Monate später empfohlen.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis B für Säuglinge und Kleinkinder sowie Jugendliche. Gemäß diesen Empfehlungen sollten fehlende Impfungen bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.
Im Erwachsenenalter wird die Hepatitis-B-Impfung als so genannte Indikationsimpfung empfohlen:

  • für Personen, bei denen wegen einer vorbestehenden oder zu erwartenden Immundefizienz bzw.
    -suppression oder wegen einer vorbestehenden Erkrankung ein schwerer Verlauf einer Hepatitis-B-Erkrankung zu erwarten ist, z.B. HIV-positive Menschen, Hepatitis-C-Infizierte, Dialyse-Patienten
  • für Personen mit einem erhöhten nichtberuflichen Expositionsrisiko, z.B. Kontakt zu HBsAg-Trägern in Familie/Wohngemeinschaft, Sexualverhalten mit hohem Infektionsrisiko, bei intravenösem Drogenkonsumenten, Gefängnisinsassen, ggf. Patienten psychiatrischer Einrichtungen
  • für Personen mit einem erhöhten beruflichen Expositionsrisiko, z.B. expositionsgefährdetes Personal in medizinischen Einrichtungen (einschließlich Studenten, Auszubildender, Praktikanten, Labor- und Reinigungspersonal), Ersthelfer, Polizisten, Personal von Einrichtungen, in denen eine erhöhte Prävalenz von Hepatitis-B-Infizierten zu erwarten ist (z.B. Gefängnisse, Asylbewerberheime, Behinderteneinrichtungen)
  • für ehrenamtlich Tätige, für die ein Expositionsrisiko besteht, das mit dem von beruflich tätigen Personen vergleichbar ist

Weiter wird die Hepatitis-B-Impfung als Reiseschutzimpfung bei Auslandsreisen in Gebiete mit hohem Hepatitis B-Vorkommen – insbesondere bei langfristigem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung – empfohlen. Der Reiseimpfung muss immer eine individuelle Gefährdungsbeurteilung vorausgehen.
Die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bzw. bei beruflich indizierten Impfungen vom Arbeitgeber übernommen. Fragen zur Kostenübernahme von Reiseimpfungen beantwortet Ihre Krankenkasse. Zum Impfschutz berät Sie Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt.

Quellen: www.rki.de, www.impfen-info.de, www.leberhilfe.org, Fachinformationen der Impfstoffe