Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

© drubig-photo / fotolia.com (Lizensiert durch Monks - Ärzte im Netz GmbH)
Hepatitis A im Überblick

Die Infektionskrankheit Hepatitis A wird durch Hepatitis-A-Viren verursacht. Die Übertragung des Hepatitis-A-Virus erfolgt fäkal-oral.

Erreger und Verbreitung

Die Infektionskrankheit Hepatitis A wird durch Hepatitis-A-Viren verursacht, die zu den unbehüllten RNA-Viren gehören. Diese Erreger sind hitze- und säurestabil und damit widerstandsfähig gegenüber hohen Temperaturen und Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Hepatitis-A-Viren kommen überwiegend in Ländern mit niedrigeren Hygienestandards vor. Aus diesem Grund sind Urlauber aus Industrienationen bei Reisen in Gebiete mit niedrigeren Hygienestandards einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Dazu gehören neben den meisten tropischen Gebieten der gesamte Mittelmeerraum und Osteuropa.

Übertragung

Eine Übertragung des Hepatitis-A-Virus erfolgt fäkal-oral, d.h. durch Kontakt- oder Schmierinfektion mit Kot, im Rahmen enger Personenkontakte sowie durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände.

Infizierte Personen können Hepatitis-A-Viren über den Darm ausscheiden – und zwar bereits ein bis zwei Wochen vor dem Einsetzen der ersten Krankheitszeichen und bis zu zwei Wochen nach dem Abklingen der Erkrankung. Somit können sie andere leicht anstecken. Infizierte Kinder können eine unentdeckte Infektionsquelle darstellen, weil sie häufig keine der herkömmlichen Krankheitszeichen aufweisen.

Symptome und Komplikationen

Als erste Krankheitsanzeichen können Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit auftreten. Druckschmerzen im rechten Oberbauch sind Hinweis auf eine Schwellung der Leber, in der sich die Hepatitis-A-Viren vermehren. Eine Gelbfärbung der Augen und Haut, Dunkelfärbung des Urins sowie Hellfärbung des Stuhls sind Hinweise auf eine akute Leberentzündung (Hepatitis). Typische Beschwerden sind Übelkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen, Appetitmangel, Gewichtsverlust und Fieber. Mitunter klagen die Patienten während der akuten Krankheitsphase auch über starken Juckreiz.

Bei etwa einem Viertel der Betroffenen wird eine Vergrößerung der Milz festgestellt. Nach vier bis acht Wochen, manchmal auch schon nach wenigen Tagen, klingen die Beschwerden in der Regel ab. Im Unterschied zu Hepatitis B und C heilt eine Hepatitis-A-Erkrankung meist rasch aus, d.h. sie verläuft nur selten schwerwiegend und wird niemals chronisch. Aber bei 10% der Betroffenen verzögert sich die Ausheilung auf mehrere Monate. Besonders gefährdet für schwere und verzögerte Verläufe sind vor allem ältere Menschen und Patienten mit einer Vorschädigung der Leber (Fettleber, Leberzirrhose, Leberentzündungen wie Hepatitis B oder Hepatitis C).

Impfstoff und Impfschema

Gegen das Hepatitis-A-Virus gibt es einen Totimpfstoff, der sowohl als Monoimpfstoff als auch in Form von Kombinationsimpfstoffen zur Verfügung steht. Einige Hepatitis-A-Impfstoffe sind zur Grundimmunisierung bereits für Kinder ab einem Alter von zwei Jahren zugelassen.

Monoimpfstoffe gegen Hepatitis A
Der aktive Impfschutz vor Hepatitis A, der sich i.d.R. durch zwei Impfungen im Abstand von 6 bis 12 Monaten aufbaut, ist bereits 10 Tage nach der ersten Impfung vorhanden.

Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B:
Für eine Immunisierung, die auch vor Hepatitis B schützt, sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen erforderlich sowie – aufgrund der Hepatitis-B-Komponente – eine dritte Impfung 6-12 Monate später.

Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und Typhus
Zur Grundimmunisierung reicht eine Impfdosis, die aber mindestens zwei Wochen vor einer Reise in ein Risikogebiet (mit erhöhter Ansteckungsgefahr für Typhus und Hepatitis A) verabreicht werden sollte. Eine weitere Impfung zwischen dem 6. und 12. Monat wird empfohlen, um einen Langzeitschutz gegen Hepatitis A aufzubauen.

Passive Immunisierung mit Gammaglobulinen
Patienten mit einem geschwächten Immunsystem, chronisch Kranke, Schwangere und Menschen, die gegen einen Bestandteil des Aktivimpfstoffes allergisch sind, können zur passiven Immunisierung einmalig Gammaglobuline verabreicht werden. Ein solcher passiver Impfschutzes gegen Hepatitis A hält aber nur 2 bis 4 Monate an.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis A als Reiseimpfung für Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz; dazu gehören neben den meisten tropischen Gebieten bereits der gesamte Mittelmeerraum und Osteuropa.
Darüber hinaus wird die Impfung für folgende Personenkreise empfohlen:

Als Indikationsimpfungen für Risikogruppen bei individuell (nicht beruflich) erhöhtem Expositions-, Erkrankungs- oder Komplikationsrisiko sowie zum Schutz Dritter:

  • Personen mit einem Sexualverhalten mit hoher Infektionsgefährdung
  • Personen mit häufiger Übertragung von Blutbestandteilen, z.B. Hämophile, oder mit Krankheiten der Leber/mit Leberbeteiligung
  • Bewohner von psychiatrischen Einrichtungen oder vergleichbaren Fürsorgeeinrichtungen für Menschen mit Verhaltensstörung oder Zerebralschädigung

Als Impfungen auf Grund eines erhöhten beruflichen Risikos sowie zum Schutz Dritter im Rahmen der beruflichen Tätigkeit:

  • Gesundheitsdienst (inkl. Küche, Labor, technischer und Reinigungs- bzw. Rettungsdienst, psychiatrische und Fürsorgeeinrichtungen, Behindertenwerkstätten, Asylbewerberheime): Durch Kontakt mit möglicherweise infektiösem Stuhl Gefährdete inkl. Auszubildende Studenten und Praktikanten
  • Ehrenamtlich Tätige, für die ein Expositionsrisiko besteht, das mit dem von beruflich tätigen Personen vergleichbar ist
  • Kanalisations- und Klärwerksmitarbeiter mit Abwassserkontakt
  • Tätigkeit (inkl. Küche und Reinigung) in Kindertagestätten, Kinderheimen u.ä.

Die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bzw. bei beruflich indizierten Impfungen vom Arbeitgeber übernommen. Fragen zur Kostenübernahme von Reiseimpfungen beantwortet Ihre Krankenkasse. Zum Impfschutz berät Sie Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt.

Quellen: www.rki.de, www.impfen-info.de, Fachinformationen der Impfstoffe