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Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

© drubig-photo / fotolia.com (Lizensiert durch Monks - Ärzte im Netz GmbH)
Erneuter Masern-Ausbruch in Berlin - mittleres Erkrankungsalter liegt bei 29 Jahren

In Berlin sind erneut Masern ausgebrochen. Vor allem junge Erwachsene sind betroffen. Das Erkrankungsalter liegt im Mittel bei 29 Jahren.

Das Foto zeigt eine große Menschenmenge ©sculpies_fotolia.com


BERLIN. In Berlin sind erneut die Masern ausgebrochen. „Derzeit wird circa ein Fall pro Tag gemeldet“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe Infektionsschutz beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), Priv.-Doz. Dr. Dirk Werber. Bisher steckten sich demnach in diesem Jahr 48 Menschen mit der Infektionskrankheit an, davon mehr als 40 seit April.

Besonders junge Erwachsene ohne Impfschutz betroffen

Im Mittel liegt das Alter der Masern-Erkrankten den Lageso-Daten zufolge bei 29 Jahren. Bisher mussten 16 Masern-Patienten in einer Klinik behandelt werden. Das Lageso erfasste bisher Fälle in fast allen Bezirken. Auch seien einzelne Erkrankungen bei Menschen in Brandenburg, Hessen und Thüringen bekannt geworden, die sich in Berlin angesteckt hätten.
Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, die Masern auszurotten. Um dies zu erreichen, dürften sich nach WHO-Definition in Berlin eigentlich nicht mehr als vier Menschen pro Jahr mit Masern anstecken. Allerdings gab es in Berlin auch bereits in den vergangenen Jahren mehrere größere Masernausbrüche - zuletzt erkrankten von Ende 2014 bis Spätsommer 2015 rund 1.360 Menschen. Kleinere Ausbrüche, bei denen sich zum Beispiel Familienmitglieder untereinander anstecken, gibt es auch immer wieder.

Nach Erkenntnissen des Lageso ging der aktuelle Ausbruch von einem Reisenden aus Südostasien aus, der Anfang März in einem Hotel in Berlin-Mitte wohnte. Zwei weitere Fälle lassen sich mit dieser Unterkunft in Verbindung bringen, schreiben die Experten im jüngsten Bericht. Im Umfeld der Wohnorte gab es die nächsten Ansteckungen.

Infektionen bei Erwachsenen beschleunigen Ausbruchsgeschehen

Aus Sicht von Priv.-Doz. Dr. Werber liegt das Problem bei nicht geimpften erwachsenen Patienten vor allem darin, dass sie die Krankheit effektiver weiterverbreiten als zum Beispiel Kleinkinder, weil sie im Schnitt eine höhere Anzahl von Kontakten hätten. Patienten seien bereits einige Tage vor Auftreten des typischen Masernausschlages ansteckend - einige gingen bei ersten Krankheitszeichen, die noch nicht auf die Masern deuten, weiter zur Arbeit und trügen das Virus auf diese Weise weiter.

Masern sind eine hochansteckende Krankheit, die von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen wird. Nach anfänglichen Symptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen bekommen Infizierte einen charakteristischen roten Hautausschlag. Masern schwächen das Immunsystem und können auch schwere Komplikationen wie Gehirnentzündungen mit sich bringen. Schwere Verläufe werden vor allem bei Säuglingen und Erwachsenen beobachtet.

Schutz von Masern durch MMR-Impfung

Schutz vor einer Masern-Infektion bietet die MMR-Impfung. Dabei handelt es sich um einen Kombinations-impfstoff mit abgeschwächten Masern-, Mumps- und Röteln-Viren, der zugleich vor allen drei Infektionserkrankungen schützt. Die Impfung ist gut verträglich und wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen:

  • Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten gegen Masern immunisiert sein. Die STIKO empfiehlt für alle Kinder unter zwei Jahren zwei MMR-Impfungen, ggf. in Kombination mit dem Windpocken-Impfstoff (MMRV). Spätestens bis 18 Jahre sollten nicht geimpfte Kinder und Jugendliche ihre Grundimmunisierung erhalten haben bzw. eine unvollständige Impfserie vervollständigt haben.
  • Eine einmalige MMR-Impfung empfiehlt die STIKO für alle Erwachsenen, die nach 1970 geborenen sind und ungeimpft sind, deren Impfstatus unklar ist oder die nur einmal in der Kindheit geimpft wurden.
  • Beschäftigte im medizinischen Bereich, in Gemeinschaftseinrichtungen sowie Betreuer von Immunsupprimierten sollten dringend ihren Masern-Schutz überprüfen und sich bei Bedarf einmal – vorzugsweise mit einem MMR-Kombinationsimpfstoff – impfen lassen.
  • Bei Kontakt zu Masern-Kranken kann eine Impfung (postexpositionelle Impfung – möglichst innerhalb von drei Tagen nach Exposition) ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen – ebenso vor einer bevorstehenden Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung.

Quellen: dpa, rki.de, äin-red, impfen.schleswig-holstein.de

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