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Impfen - Schützen Sie sich, Ihre Liebsten und Ihre Nächsten

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Vor Reiseantritt an Impfschutz denken

Lassen Sie sich und bei Bedarf Ihre Familie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten...

Der Bildausschnitt zeigt eine weibliche Hand, die einer männlichen Hand einen gelben Impfpass überreicht ©pix4U_fotolia.com (Lizensiert durch Monks-Ärzte im Netz GmbH)


Ende Juli starten in Schleswig-Holstein die Sommerferien. Vor Reiseantritt ist es ratsam, den aktuellen Impfstatus anhand des gelben Impfpasses überprüfen zu lassen:

Liegt ein vollständiger Impfschutz für die allgemein empfohlenen Standardimpfungen vor?

  • Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten
  • Masern, Mumps, Röteln (für alle nach 1970 Geborenen)

Sind weitere Impfungen für das geplante Urlaubsland erforderlich?

Viele beliebte Urlaubsregionen – wie beispielsweise der Mittelmeerraum oder die Tropen – bergen ein häufig unterschätztes Gesundheitsrisiko: Die Ansteckung mit Hepatitis-Viren. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Anteil der "Reisehepatitis" in den letzten Jahren bei etwa 40-50 Prozent aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle.

Hepatitis A nicht unterschätzen

Die Hepatitis A wird durch das Hepatitis-A-Virus (HAV) verursacht. Die Ausscheidung des Erregers erfolgt über den Darm, das Virus wird fäkal-oral, d.h. durch Kontakt- oder Schmierinfektion, z.B. über verunreinigte Lebensmittel, übertragen. Zwar klingt eine Hepatitis A bei gesunden Menschen in der Regel von selbst ab, doch kann der Urlaub aufgrund der Akutbeschwerden nicht genossen werden. In bis zu 10 Prozent der Erkrankungsfälle mit manifester Hepatitis A können nach Angaben des RKI jedoch auch langwierige Verlaufsformen auftreten. Diese können sich unter Umständen über mehrere Monate ziehen, heilen aber komplikationslos aus. Bei älteren oder chronisch kranken Menschen kann eine Hepatitis A schwere Verläufe haben bis hin zu einem akuten Leberversagen. Eine Impfung schützt vor Hepatitis A. Selbst kurz vor Antritt der Reise ist es nicht zu spät für die Impfung.

Hepatitis-B-Schutz ist wichtig

Im Urlaub kann auch ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Hepatitis B-Viren (HBV) bestehen. Die Ansteckung erfolgt in erster Linie über Blut, Sperma oder Vaginalsekret, das Hepatitis B-Virus ist bis zu 100-mal infektiöser als HIV. Der häufigste Übertragungsweg ist ungeschützter Sex. Aber auch Tätowierungen, Ohrlochstechen oder Piercings, die nicht steril durchgeführt werden, stellen ein Infektionsrisiko dar. Sogar bei Kontakten mit der Gefahr kleinster Hautverletzungen wie beim Friseur (beispielsweise beim Nackenausrasieren), bei der Fußpflege oder bei unvorhergesehenen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen besteht ein Infektionsrisiko, wenn Hygienemängel im Umfeld von Hepatitis-B-Trägern herrschen.

Meist bemerken Infizierte nichts von ihrer Erkrankung. Kommt es jedoch zu einer chronischen Entzündung, besteht ein erhöhtes Risiko für bindegewebsartige Veränderungen der Leber (Fibrose) oder Zirrhose. Größtmöglichen Schutz vor einer Übertragung des Hepatitis B-Virus gewährleistet eine entsprechende Impfung.

Impfung mit Kombinationsimpfstoff möglich

Gegen Hepatitis A und B kann auch kombiniert geimpft werden, viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten. Beim Einsatz von Kombinationsimpfstoffen, die gegen Hepatitis A und B schützen, ist die Anzahl der notwendigen Injektionen vermindert und schützt für viele Jahre gegen eine Neuinfektion. Die Impfung erfolgt in drei Etappen: Die erste und zweite Spritze werden in einem Abstand von einem Monat gegeben; die dritte Spritze erfolgt nach weiteren fünf Monaten. Bei gesunden Erwachsenen besteht auch die Möglichkeit, durch ein beschleunigtes Schema an den Tagen 0, 7 und 21 den Impfschutz schneller zu erreichen. Die Impfungen sind im Allgemeinen gut verträglich.

Auch FSME-Infektionen bei Reisen ins In- und Ausland möglich

Bei FSME-Viren handelt es sich um Erreger der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Sie werden durch den Stich von Zecken auf den Menschen übertragen. Zecken, die das FSME-Virus übertragen, kommen in vielen europäischen Ländern, in Russland und in Asien vor.
Wesentliche Risikogebiete in Deutschland liegen in Baden-Württemberg, Bayern sowie im südlichen Hessen und Thüringen (Karte: FSME-Risikogebiete in Deutschland)
Zu den Regionen in Europa zählen unter anderem Österreich, Polen, die Tschechische und die Slowakische Republik, das Baltikum, Süd-, Mittelschweden, die Südküste Norwegens und Finnlands sowie Teile Dänemarks. Auch im europäischen Teil Russlands sowie in Südosteuropa in Ungarn, Kroatien, Slowenien und Albanien kommen FSME-übertragende Zecken vor.
Die ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung allen Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten.

Vor Antritt einer Reise oder vor einem längeren Auslandsaufenthalt sollten man sich rechtzeitig über eventuell notwendige Impfungen im Reiseland informieren. Lassen Sie sich und bei Bedarf Ihre Familie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.

Weitere Informationen:

Impfempfehlungen für Reisende

Quellen: RKI, äin-red