Landesportal Schleswig-Holstein

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Zuschaltbare Lasten

© M. Staudt / grafikfoto.de

Bei Netzengpässen soll der Strom aus Erneuerbaren Energien nach dem Willen des Bundesrates verstärkt genutzt statt abgeschaltet werden.

Die Länderkammer votierte am 18. Dezember 2015 für einen entsprechenden Antrag Schleswig-Holsteins, den zuvor schon die Umweltministerkonferenz beschlossen hatte.

Durch die zielgerichtete Zuschaltung von kosteneffizienten Lasten vor einem Netzengpass können die temporären Abschaltungen von Erneuerbare Energien-Anlagen reduziert und die Kosten der Engpassbewirtschaftung (z.B. Redispatch, Beschaffung von Regelleistung) gesenkt werden.

Zuschaltbare Lasten sind zugleich ein wichtiger Schritt in ein von Erneuerbaren Energien durchdrungenes Energiesystem. Anstatt Windräder, PV-Anlagen und Biogasmotoren vor dem Netzengpass abzuschalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Strom sinnvoll zu nutzen und die Flexibilität des Netzes zu erhöhen. Dieser Ansatz wird auch im Förderprojekt NEW 4.0 verfolgt.

Durch die Umwandlung von Strom in Wärme ("Power to Heat"), Wasserstoff, weitere Speichermedien, Industrieanwendungen, Kühlhäuser, Elektromobilität und vieles mehr können Lasten zugeschaltet werden. Die konkrete Form der zuschaltbaren Last lässt sich wettbewerblich und diskriminierungsfrei ermitteln.

Durch die Nutzung des Stroms werden nicht nur die Kosten der Engpassbewirtschaftung reduziert, sondern wird auch die Energiewende in den Sektoren Wärme, Verkehr und Industrie unterstützt.

Das Instrument der zuschaltbaren Lasten ist grundsätzlich schon im Energiewirtschaftsgesetz angelegt: § 13 (1) EnWG lässt bei kurzfristigen Netzengpässen die Zuschaltung von Lasten durch den Übertragungsnetzbetreiber zu. Allerdings wird dieses Instrument bislang nicht angewandt, da die Rahmenbedingungen nicht hinreichend ausgereift sind.

Bereits in den Jahren 2018 bis 2020 werden sich aller Voraussicht nach in Deutschland vermehrt Situationen ergeben, in denen es zu großräumigen (länderübergreifenden) Netzengpässen kommen kann.

Die Bundesregierung wird daher gebeten, gemeinsam mit den relevanten Akteuren kurzfristig Handlungsoptionen für die Nutzung zuschaltbarer Lasten zur Engpassbewirtschaftung zu prüfen und noch in dieser Legislaturperiode konkrete Umsetzungsvorschläge vorzulegen. Voraussetzung ist, dass die volkswirtschaftlichen Kosten gesenkt und die Stromverbraucher entlastet werden.

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