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Einspeisemanagement

© M. Staudt / grafikfoto.de

Einspeisemanagement

Aufgrund bundesgesetzlicher Regelungen erhalten Betreiber von Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen für Strom, den sie aufgrund von Netzengpässen nicht einspeisen können, Entschädigungen.

Windkraftanlagen hinter einem Solarpark in Klanxbüll © M. Staudt (grafikfoto.de)

Im Jahr 2015 wurden in Schleswig-Holstein 2015 knapp 3.000 Gigawattstunden Strom aus Erneuerbaren Energien abgeregelt. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht des Energiewendeministeriums und der Netzbetreiber TenneT TSO und Schleswig-Holstein Netz AG hervor, der am 2. August 2016 veröffentlicht wurde. Angesichts des zügigen Netzausbaus in Schleswig-Holstein rechnen die Netzbetreiber bereits ab 2017 mit dem Beginn einer leichten Entspannung und einem phasenweisen regionalen Rückgang der Abregelungen in Schleswig-Holstein.

Die aus den Abregelungen resultierenden Entschädigungsansprüche von Betreibern von Erneuerbaren-Energien-Anlagen stiegen nach Abschätzung der Netzbetreiber auf rund 295 Millionen Euro im Jahr 2015. 2014 waren es noch 109 Millionen Euro in Schleswig-Holstein. Die Menge des abgeregelten Stroms lag 2014 bei knapp 1.100 Gigawattstunden. Für 2016 ist noch einmal mit einem Anstieg zu rechnen, bevor ab 2017 mindestens phasenweise eine Entspannung erwartet wird.

95 Prozent der Abregelungen entstanden 2015 durch Engpässe im Höchstspannungsnetz. Die Kosten dafür werden im gesamten Netzgebiet der TenneT und damit über die Länder Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern gewälzt.

Im Jahr 2014 ist die abgeregelte Arbeit nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch bundesweit stark angestiegen. Der Anteil von Schleswig-Holstein an den bundesweiten Abregelungen lag 2015 bei 64 Prozent und damit in gleicher Größenordnung wie im Vorjahr – trotz des hohen Zubaus an Erneuerbaren Energien im Norden.

2015 wurden in Schleswig-Holstein über 900 MW EE-Leistung an Land zugebaut – 2014 waren es rund 1.200 MW. Hinzu kommen fünf seit 2014 schrittweise in Betrieb genommene Offshore-Windparks, die nach zwischenzeitlich erfolgter vollständiger Inbetriebnahme eine installierte Leistung von rund 1.460 MW haben.

Nach einer gemeinsamen Hochrechnung von MELUR, Statistikamt Nord und Netzbetreibern wurden 2015 ca. 17,5 TWh Strom aus Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein erzeugt, womit die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien im Jahr 2015 erstmals deutlich höher als der Bruttostromverbrauch von rund 16 TWh war. 2015 wurde also in Schleswig-Holstein erstmals eine bilanzielle Selbstversorgung mit Strom aus Erneuerbaren Energien erreicht.

Ebenfalls nach gemeinsamer Hochrechnung sind 2015 Erlöse (Vergütungen und Markterlöse) für EEG-Strom von über 2,6 Milliarden Euro nach Schleswig-Holstein geflossen. 2014 waren es knapp 1,8 Milliarden. Der hohe Zubau von Windenergie an Land und auf See bewirkt also – trotz Abregelungen – starke Impulse für Wirtschaft und Klimaschutz in Schleswig-Holstein.

Weitere Informationen

Medieninformation vom 03.08.2016

Abregelung von Strom aus Erneuerbaren Energien und daraus resultierende Entschädigungsansprüche in den Jahren 2010 bis 2015 (PDF 652KB, Datei ist nicht barrierefrei)