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Versorgungsbeitrag der Erneuerbaren Energien

© M. Staudt / grafikfoto.de

In Schleswig-Holstein erzeugter Strom kam im Jahr 2016 zu deutlich mehr als der Hälfte (55%) aus Erneuerbaren Energien. Damit deckte die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien 2016 rechnerisch rund 122 Prozent des Stromverbrauchs in Schleswig-Holstein. Bundesweit wurde 2016 ein Anteil von rund 32 Prozent erreicht. Schleswig-Holstein nimmt damit einen Spitzenplatz beim Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien ein. Die Stromerzeugung aus Kohle und Atom geht dagegen zurück.

In Schleswig-Holstein waren 2015 rund 18.400 Beschäftigte im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig. Davon entfallen 12.200 auf Wind Onshore und Offshore, 5.100 auf Biomasse und 700 auf Photovoltaik, die verbleibenden 400 auf Solar- und Geothermie.

Daten zu Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein

Energiewendeministerium und Statistikamt Nord legten am 15.03.2017 eine vollständige Bilanz des Versorgungsbeitrags der Erneuerbaren Energien für die Jahre 2006-2015 auf den drei Teilmärkten Strom, Wärme und Kraftstoffe sowie Ausbauszenarien bis 2025 vor. Am 6.10.2017 wurden aktuelle Daten zur Stromerzeugung für das Jahr 2016 veröffentlicht. Daten für alle Teilmärkte für das Jahr 2016 werden im März 2018 vorliegen.

Auf dem Wärmemarkt lag der Anteil der Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein im Jahr 2015 mit 14% leicht über dem deutschlandweiten Anteil von 13%. Beim Anteil der Erneuerbaren Energien am Brutto-Endenergieverbrauch – also in der Summe der drei Teilmärkte Strom, Wärme und Kraftstoffe – erreicht Schleswig-Holstein mit 31% wieder einen Wert deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 15%.

Bei Betrachtung aller drei Teilmärkte Strom, Wärme und Mobilität war Windenergie an Land im Jahr 2015 mit 40% erstmals der quantitativ bedeutendste Erneuerbare Energieträger. Die Biomasse leistete 2015 mit 36% einen etwas geringeren Beitrag. Die Stromerzeugung aus Wind Offshore stieg 2015 deutlich an und erreichte rund 17% des endenergetischen Versorgungsbeitrags der Erneuerbaren Energien.

2016 flossen EEG-Vergütungen (incl. Erlösen aus der Direktvermarktung) von rund 2,9 Mrd. Euro für in das schleswig-holsteinische Stromnetz einspeisende EEG-Anlagen mit entsprechend positiven Impulsen für die Erneuerbare-Energien-Branche. Von den hohen EEG-Zahlungsströmen profitieren Anlagenhersteller, -errichter und -betreiber, Prüf-, Wartungs- und Instandhaltungsunternehmen, deren Beschäftigte und schließlich die Kommunen.

Schleswig-Holstein war 2016 bei der Durchschnittsvergütung über alle EEG-Anlagen an Land um 2,7 Ct/kWh günstiger als der bundesweite Durchschnitt. Wesentlicher Grund ist der hohe Anteil der kostengünstigen Windenergie an Land am EEG-Strommix in Schleswig-Holstein.

2016 betrug die Abregelung von Strom aus Erneuerbaren Energien im Rahmen des Einspeisemanagements nach Angaben der Netzbetreiber 2.702 GWh. Weitere Informationen finden Sie hier. Für die mittelfristige Minderung der Abregelungen ist die Umsetzung des Netzausbaus von zentraler Bedeutung. Bis dies realisiert ist, sollte der Strom aus Erneuerbaren Energien regional genutzt statt abgeregelt werden. Hierzu hat die Landesregierung einen Beschluss des Bundesrates initiiert und eine Studie zu "Zuschaltbaren Lasten" veröffentlicht. Das Gutachten zeigt rechtliche Möglichkeiten auf, ansonsten abzuregelnden Strom aus Erneuerbaren Energien sinnvoll zu nutzen und eröffnet damit einen weiteren Beitrag zur CO2-Vermeidung und zur Senkung der Kosten für die Engpassbewirtschaftung.

Erneuerbare Energien bewirkten 2015 bereits eine Treibhausgasminderung von 12,6 Mio. t CO2-Äquivalenten. Davon entfielen 9,2 Mio. t (73%) auf Windenergie Onshore und Offshore und 2,5 Mio. t (20%) auf Biomasse. Die Erneuerbaren Energien haben 2015 damit rund die Hälfte der schleswig-holsteinischen Treibhausgasemissionen kompensiert. Es handelt sich dabei um eine Nettorechnung, d.h. die eigenen Treibhausgasemissionen von Erneuerbaren Energien (insbesondere im Bereich Biomasse) sind berücksichtigt.

Gemäß dem Ende März 2017 in Kraft getretenen Energiewende- und Klimaschutzgesetz wird für Schleswig-Holstein eine Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien von mindestens 37 Terrawattstunden bis zum Jahr 2025 angestrebt. Damit kann dann die Gesamtregion Hamburg und Schleswig-Holstein mit Strom aus Erneuerbaren Energien versorgt werden.

Bei Realisierung der Ausbauszenarien der Erneuerbaren Energien ist deren Beitrag zur Treibhausgasvermeidung bereits im Jahr 2020 etwa genauso hoch wie die bei Einhaltung des Minderungspfades noch verbleibenden Treibhausgasemissionen, d.h. der bundesweite Beitrag zur Treibhausgasminderung durch Erneuerbare Energien aus Schleswig-Holstein ist genauso groß wie die noch verbleibenden schleswig-holsteinischen Treibhausgasemissionen.

Entwicklung der Emissionen der drei THG 1990 - 2015 und Trendlinie zum Ziel 2020 (Minderung um 40%) sowie THG-Minderung durch Erneuerbare Energien Entwicklung der Emissionen der drei THG 1990 - 2015 und Trendlinie zum Ziel 2020 (Minderung um 40%) sowie THG-Minderung durch Erneuerbare Energien (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Entwicklung der Emissionen der drei THG 1990 - 2015 und Trendlinie zum Ziel 2020 (Minderung um 40%) sowie THG-Minderung durch Erneuerbare Energien © Statistikamt Nord

Detaillierte Informationen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung bis zum Jahr 2016 sowie auf allen drei Teilmärkten bis zum Jahr 2015 gibt es in den im Downloadbereich verfügbaren weiteren Informationen.

Medieninformationen

06.10.2017: Energiewendeminister Habeck zum Richtfest für NordLink-Konvertergebäude : "Energiewende und Netzausbau in Schleswig-Holstein kommen voran."

15.03.2017: Mehr Energie aus Erneuerbaren, mehr Arbeitsplätze, schneller Netzausbau – Energiewendeminister Habeck: "Schleswig-Holstein baut Position als ein führendes Energiewendeland aus."

01.12.2016: Energiewendeminister Habeck: "Schleswig-Holstein nimmt bei Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien Spitzenposition ein."

16.03.2016: Schleswig-Holstein nimmt bundesweit Spitzenplatz bei Versorgung mit Erneuerbaren Energien ein – Energiewendeminister Habeck: "Fünf Jahre nach Fukushima darf die Bundesregierung nicht den Ausstieg aus der Energiewende einleiten."


Weitere Informationen

Daten zur Stromerzeugung 2016 in Schleswig-Holstein (PDF 671KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Erneuerbare Energien in Zahlen für Schleswig-Holstein - Versorgungsbeitrag in den Jahren 2006-2015, Ausbauszenarien Strom und Wärme bis zum Jahr 2030, Treibhausgasminderung und wirtschaftliche Effekte (PDF 2MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Kurzfassung Studie Biomasse-Potenzial (PDF 213KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Studie "Energiepotenzial aus Biomasse und Versorgungsbeitrag für das Jahr 2020" (PDF 1MB, Datei ist nicht barrierefrei)

Studie "Ermittlung des Versorgungsbeitrags aus Biomasse zur Bilanzierung der erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein für die Jahre 2006 bis 2009" (PDF 292KB, Datei ist nicht barrierefrei)