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Breitbandstrategie – 2030

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Breitbandstrategie – 2030

Schnelles Internet für Schleswig-Holstein

Der Austausch von Daten im Internet nimmt in der heutigen Gesellschaft immer mehr zu. Lernen, Arbeiten, Leben - alle Bereiche des Alltags verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung. Voraussetzung hierfür ist eine verlässliche Versorgung mit Breitbandinfrastruktur.

Detailansicht eines GlasfaserkabelsDetailansicht eines Glasfaserkabels © Jörg Wohlfromm

Digitalisierung als Megatrend

Eine Teilhabe am digitalen Leben ist heutzutage ohne angemessen ausgestattete Breitbandanschlüsse immer weniger denkbar. Bildungschancen werden vom Zugang zum Internet geprägt (schulische Anforderungen, E-Learning für Fort- und Weiterbildung) und auch die Anwendungen im privaten Bereich erfordern immer höhere Bandbreiten – etwa für Cloud Computing, die Übertragung von Fernsehen und Videos via Internet, für die Nutzung sozialer Netzwerke im Internet oder Gaming.

Nahezu alle Bereiche des Arbeits- und Privatlebens sind von dieser Entwicklung betroffen. Damit die Menschen in den "weißen Breitbandflecken" nicht von dieser Entwicklung abgekoppelt werden, muss eine flächendeckende Versorgung mit Breitband-Hochgeschwindigkeitsnetzen sichergestellt werden.

Breitbandausbau als Strategie

Schleswig-Holstein hat daher 2013 eine Breitbandstrategie beschlossen und sich dabei ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2030 soll es flächendeckend Glasfaseranschlüsse bis in die Haushalte oder Gebäude geben, um alle Regionen in Schleswig-Holstein für das digitale Zeitalter zu rüsten. Für die Umsetzung der Breitbandstrategie wurde ganz bewusst kein Bandbreitenziel festgelegt. Denn dann würden wir den technischen Entwicklungen und dem weiter wachsenden Bedarf immer hinterherlaufen. Wo die Glasfaserlösung kurz- bis mittelfristig nicht möglich ist, sind natürlich Zwischenlösungen erforderlich, um diese Regionen nicht abzuhängen. Die Zwischenlösung muss aber kompatibel zum langfristigen Glasfaserziel sein.

Warum setzt Schleswig-Holstein auf Glasfaser? Die Glasfasertechnologie ist die nachhaltigste Technologie – da sind sich die Experten im Grunde einig. Sie ermöglicht hohe Übertragungsraten und sorgt für einen verlässlichen Datenaustausch auch für Mengen, die heute vielleicht noch nicht überall gebraucht werden, die aber schon morgen aktuell sein können. Auf diese Zukunft sollte sich Schleswig-Holstein schon jetzt einstellen, um mit entsprechender Infrastruktur auf künftige Entwicklungen vorbereitet zu sein.

Die Landesregierung ist der Auffassung, dass neben dem Ausbau des Festnetzes auch der Ausbau des Mobilfunknetzes weiter vorangetrieben werden muss, weil die mobile Nutzung immer mehr zunimmt.

Standbild aus grafischem Video: Häusersiedlung und "echter Norden"-Schild © MWAVT

Videoreihe: Glasfaser - wie geht das?

Die drei Videos bieten anschauliche und unterhaltsame Erläuterungen: Welche Vorteile hat Glasfaser gegenüber anderen Technologien? Wie kommt der Glasfaseranschluss schnell und unkompliziert zu uns ins Haus - und welche Möglichkeiten bietet dieser für die verschiedenen Endgeräte?

Zu den Videos


Aktuelle Breitbandversorgung

Derzeitige Breitbandversorgung im Festnetz

Daten über die Breitbandversorgung sind zum einen dem Breitbandatlas des Bundes zu entnehmen, der vom TÜV Rheinland betreut wird: Der Breitbandatlas stellt die Versorgung in den Kategorien 1, 2, 6, 16 und 50 Mbit/s (jeweils größer/gleich) dar. Die Angaben basieren auf freiwilligen Datenlieferungen der Anbieter, die aber vom TÜV Rheinland auf Plausibilität überprüft werden. In der Kategorie ≥ 50 Mbit/s lag Schleswig-Holstein Mitte 2015 bei 73,2 Prozent; dies ist unter den Flächenländern der zweitbeste Wert nach Nordrhein-Westfalen (75,3 Prozent). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 68,7 Prozent (einschließlich der Stadtstaaten). Mitte 2012 wies Schleswig-Holstein erst einen Versorgungsgrad von 47,6 Prozent auf (Bundesdurchschnitt damals 51,3 Prozent). Allerdings basieren die Meldungen der Unternehmen an den Breitbandatlas des Bundes auf Freiwilligkeit, somit ist keine Vollständigkeit in den Daten garantiert.

Darüber hinaus hat das Breitbandkompetenzzentrum Schleswig-Holstein eine eigene Analyse der Versorgung mit Glasfaseranschlüssen vorgenommen (FTTB = Fiber to the Building/Glasfaser bis in die Gebäude sowie FTTH = Fiber to the Home/Glasfaser bis in die Wohnungen). Ausgewertet wurden die bereits abgeschlossenen sowie die konkret in Bau befindlichen Maßnahmen: Danach können 23 Prozent der Haushalte in Schleswig-Holstein bereits einen Glasfaseranschluss erhalten. Zum Vergleich: Das Wissenschaftliche Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste nennt einen Bundeswert von 2,6 Prozent. 14 Prozent der Haushalte in Schleswig-Holstein haben einen Glasfaseranschluss auch bereits gebucht. Schleswig-Holstein verfügt also im Bundesvergleich über eine überdurchschnittlich gute Breitbandversorgung; dies betrifft insbesondere die leistungsfähigste Breitbandtechnologie Glasfaser.

Derzeitige Breitbandversorgung im Mobilfunknetz

Wie beim Festnetz stammen die Daten aus dem Breitbandatlas des Bundes. Dort werden allerdings im Gegensatz zum Festnetzbereich länderspezifische Angaben nur zur Versorgung mit LTE (Long Term Evolution), dem derzeit leistungsfähigsten Mobilfunkstandard, gemacht. Danach hat Schleswig-Holstein mit 97,0 Prozent nach Nordrhein-Westfalen mit 97,1 Prozent die beste LTE-Verfügbarkeit aller Flächenländer. Dies sagt aber noch nichts über die jeweils verfügbare oder maximal erreichbare Bandbreite aus. Generell ist darauf hinzuweisen, dass Mobilfunk ein sogenanntes "shared medium" ist, also ein geteiltes Medium: Alle Nutzer einer Funkzelle teilen sich die insgesamt verfügbare Bandbreite, sodass mit einer steigenden Zahl von Nutzern die für jeden Einzelnen verfügbare Bandbreite sinkt.

2015 sind unter anderem die Frequenzen der sogenannten Digitalen Dividende II (700 MHz-Bereich, der zuvor vom Rundfunk genutzt wurde und jetzt durch Umstellung auf DVB-T2 frei geworden ist) versteigert worden, und zwar an die drei Mobilfunkbetreiber Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Telekom Deutschland GmbH und Vodafone GmbH. Die Frequenzen haben besonders gute Ausbreitungseigenschaften, zudem wird dort perspektivisch der neue Mobilfunkstandard LTE-Advanced zum Einsatz kommen. Bei der Zuteilung der Frequenzen haben die genannten Anbieter Auflagen erhalten, wonach mindestens 98 Prozent der Haushalte (in jedem Bundesland mindestens 97 Prozent) mit einer Bandbreite von 50 Mbit/s pro Antennensektor versorgt werden müssen; dies soll pro Haushalt eine Bandbreite von 10 Mbit/s erbringen. Zudem ist für die Hauptverkehrswege (Bundesautobahnen und ICE-Strecken) eine vollständige Versorgung sicherzustellen. All dies wird den Versorgungsgrad sowie die erreichbaren Bandbreiten weiter verbessern.