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Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

Portraitfoto Dr. Heiner Garg
Dr. Heiner Garg

Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren

© R. Seeberg / grafikfoto.de

Kampf gegen Brustkrebs

Datum 14.09.2017

Früherkennung rettet Leben: Seit zehn Jahren gibt es in Schleswig-Holstein das Mammographie-Screening. Ein Erfolgsprojekt.

Ein Arzt deutet auf einen Computerbildschirm, auf dem die Röntgenaufnahme einer weiblichen Brust zu sehen ist. Mithilfe des Mammographie-Screenings wurden bereits rund 6.200 bösartige Tumore entdeckt. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Mithilfe des Mammographie-Screenings wurden bereits rund 6.200 bösartige Tumore entdeckt. © dpa

Cornelia Wulff ist geschockt. Gerade hat sie von ihrer Ärztin erfahren, dass es eine Auffälligkeit bei ihrer Untersuchung gegeben hat. Die 57-Jährige hört die Worte der Ärztin wie durch einen Schleier. Ist es Brustkrebs?

Ein erfolgreiches Projekt

Seit 2007 können sich Frauen zwischen 50 und 69 Jahren in Schleswig-Holstein alle zwei Jahre kostenfrei auf Brustkrebs untersuchen lassen. Seit dem Start des Programms fanden rund 850.000 sogenannte "Mammographie-Screenings" statt. Dabei wurden bei etwa 6.200 Frauen Karzinome entdeckt - meistens in einem sehr frühen Stadium und daher mit guten Heilungschancen. "Früherkennung kann Leben retten. Und sie hat in den vergangenen zehn Jahren viele Leben von an Brustkrebs erkrankten Frauen gerettet. Jedes einzelne ist ein Erfolg und eine Bestätigung für die Teilnahme an der Früherkennungsuntersuchung", sagte Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg.

325.000 Frauen nehmen teil

Schon gewusst?

1. Brustkrebs ist in Deutschland die häufigste Krebserkrankung bei Frauen.

2. Allein in Schleswig-Holstein erkrankten im Jahr 2014 fast 2.900 Frauen neu an Brustkrebs.

3. Etwa 2.200 von ihnen wurden geheilt.

In den vergangenen zehn Jahren hat die "Zentrale Stelle Mammographie-Screening" in Bad Segeberg rund 1,7 Millionen Einladungen zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm verschickt. Insgesamt nahmen etwa 325.000 Frauen dieses Präventionsangebot an und ließen ihre Brust röntgen. In Schleswig-Holstein ermöglichen sechs stationäre Screening-Zentren und vier mobile Röntgenstationen - sogenannte Mammobile - die Brustkrebsfrüherkennung - flächendeckend und wohnortnah.

Bessere Heilungsaussichten

Durch das Mammographie-Screening werden Karzinome - also bösartige Tumore - sehr viel häufiger in einem frühen Stadium gefunden. Bundesweite Zahlen der Kooperationsgemeinschaft Mammographie belegen, dass 80 Prozent der entdeckten Karzinome kleiner als zwei Zentimeter sind. Vor Einführung des Screenings waren die Tumore deutlich größer, weil sie viel später entdeckt wurden. Außerdem sind die Lymphknoten immer öfter noch nicht befallen, wenn ein Karzinom entdeckt wird. Beide Faktoren verbessern die Prognose für die von Brustkrebs betroffenen Frauen.

Sicherheit nach wenigen Tagen

Menschengruppe Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (Mitte) mit Thomas Haeger (AOK-Landesdirektor, v.l.), Cornelia Wulff (Patientin), Dr. Susanne Wulff (programmverantwortliche Ärztin) und Dr. Monika Schliffke (Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein). (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (Mitte) mit Thomas Haeger (AOK-Landesdirektor, v.l.), Cornelia Wulff (Patientin), Dr. Susanne Wulff (programmverantwortliche Ärztin) und Dr. Monika Schliffke (Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein). © Kuschel/AOK/hfr

Beim Mammographie-Screening werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht. Das dauert nur wenige Minuten. In den folgenden Tagen suchen zwei speziell ausgebildete Fachärzte unabhängig voneinander die Röntgenbilder nach Veränderungen ab. Auffällige Befunde werden mit einem weiteren Spezialisten beraten. In der Regel bekommen die Frauen innerhalb von sieben Werktagen nach der Untersuchung einen Brief mit dem Ergebnis. Die meisten erhalten einen unauffälligen Befund. Anders als Frau Wulff: Sie soll zur Nachuntersuchung kommen.

Mammographie-Screening als Chance begreifen

Doch nach wenigen Tagen bekommt auch sie die Entwarnung: Der anfängliche Verdacht auf Brustkrebs ist negativ. Die regelmäßigen Kontrollen, aber auch die weiterführende Untersuchung hätten ihr Sicherheit gegeben, sagt sie: "Ich appelliere an alle Frauen, angstfrei an die Sache heranzugehen und das Angebot zum Mammographie-Screening als Chance zu begreifen."

Weitere Informationen zur Brustkrebsfrüherkennung