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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Der Norden im Schulterschluss

Datum 06.11.2017

Die Wirtschafts- und Verkehrsminister der Küstenländer haben in Greifswald über gemeinsame Themen beraten.

Werftindustrie, Energiewende und die Zusammenarbeit im Maritimen Cluster Norddeutschland - das waren einige Themen, die bei der Konferenz der Wirtschafts- und Verkehrsminister der Küstenländer auf der Tagesordnung standen. Darüber hinaus diskutierten die Minister und Senatoren über die Ausweisung von Schutzgebieten und unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung für den Luftverkehr.

Die Konferenz der norddeutschen Länder vertritt die gemeinsamen Interessen gegenüber dem Bund und der EU, etwa im Bereich der maritimen Wirtschaft, Verkehrsinfrastruktur und Energiepolitik. Mitgliedsländer sind Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein.

Bauarbeiten an einem Schiff im Dock. Bau der Helix in der Flensburger Werft. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Bau der Helix in der Flensburger Werft. © M. Staudt / grafikfoto.de

Werftindustrie gut aufgestellt

Wichtiges Thema auf der Küstenministerkonferenz war die aktuelle Lage der Werftindustrie im Norden. Im Fokus stand der Schiffbau, der in den vergangenen Jahren der weltweiten Werftenkrise trotzen und sich durch Spezialisierung erfolgreich in lukrativen Marktsegmenten etablieren konnte. Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, berichteten Minister und Senatoren.

Gemeinsame Luftfahrtverwaltung verabredet

Im Bereich Luftverkehrsverwaltung einigten sich die fünf norddeutschen Länder auf eine stärkere Zusammenarbeit. Darunter fallen beispielsweise gemeinsame Aus- und Fortbildungsveranstaltungen. Darüber hinaus wollen sich die Länder gegenseitig bei der Qualitätsverbesserung ihrer Luftfahrtbehörden und Flughäfen mithilfe sogenannter "Audits" unterstützen. Dabei wird überprüft, ob Prozesse, Anforderungen und Richtlinien die geforderten Standards erfüllen.

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz

Unser Windstrom muss besser genutzt werden, etwa durch Umwandlung in Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe.

Dr. Bernd Buchholz

Chancen von "Überschuss-Strom"

Eine große Herausforderung für die Energiewende in Deutschland sind die erzeugten Mengen an grünem Strom, die verloren gehen, weil die Netze sie nicht transportieren können. In Greifswald haben die norddeutschen Länder die Bundesregierung erneut aufgefordert, das Thema "Überschussstrom" in den Griff zu bekommen und dabei die industriepolitischen Chancen zu nutzen. "Bürger und Betriebe mit wachsenden dreistelligen Millionenbeträgen für Strom zahlen zu lassen, der gar nicht genutzt wird, weil die Stromnetze ihn nicht aufnehmen können, ist ein Irrweg", sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz.

Ein Bauarbeiter blickt hoch zu einem riesigen Bauteil für eine Windkraftanlage. Windenergie (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M.Staudt / grafikfoto.de

Der Strom müsse vielmehr in andere, "grüne" Energieträger wie etwa Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe umgewandelt werden. Damit würde dann auch eine echte Kopplung der Sektoren Strom, Wärme, Industrie und Mobilität ermöglicht. Buchholz und seine Länder-Kollegen fordern darum vom Bund ein zeitlich befristetes und zielgerichtetes Markteinführungsprogramm für sogenannte Power-to-X-Energieträger. "Damit leisten wir nicht nur einen großen Beitrag zur CO2-Reduzierung, sondern bringen unser Industrie weiter voran und bauen unseren Technologievorsprung weiter aus", sagte Buchholz.

Landstrom für bessere Luft

Darüber hinaus bekräftigten die Küstenländer ihre gemeinsame Überzeugung, dass die Rahmenbedingungen für Landstromanlagen geändert werden müssten, um sie für Reedereien attraktiver zu machen. Sie wollen daher auf Bundesebene und europäischer Ebene gemeinsam auf entsprechende Weichenstellungen hinwirken.