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Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

Zukunftsweisendes Signal

Datum 12.09.2017

Der Bund billigt den Neubau der Rader Brücke mit sechs Spuren. Nun soll die Planung zügig vom vier- auf den sechsstreifigen Ausbau umgestellt werden.

Blick auf die Fahrbahn der Brücke mit fahrenden Autos. Im Hintergrund sieht man den Nord-Ostsee-Kanal und bewölkten Himmel. Die Rader Hochbrücke (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Rader Hochbrücke. © M. Staudt / grafikfoto.de

Der Ersatzbau für die marode Rader Hochbrücke im Zuge der A7 über den Nord-Ostsee-Kanal wird statt auf bislang vier geplante Spuren auf sechs Spuren ausgelegt. Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz am Montag mitteilte, habe er nach mehrfachen Gesprächen in Berlin nun die entsprechende Zusage vom Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Enak Ferlemann, erhalten. "Das ist nicht nur eine überaus erfreuliche Nachricht für zigtausende Pendler, Urlaubsgäste und die Logistik-Wirtschaft im Land – sondern vor allem ein zukunftsweisendes Signal für den Norden Schleswig-Holsteins und auch unsere dänischen Nachbarn", sagte Buchholz.

Erste Brücke bis 2026 fertig

Nach Angaben der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) könne auch bei der veränderten Planung sichergestellt werden, dass die erste der zwei geplanten Zwillingsbrücken bis zum Jahr 2026 errichtet wird. So lange soll die jetzige Rader Brücke – die 1972 vor den olympischen Segelwettbewerben erbaut wurde – noch halten. Die bisherigen Kosten für die beiden Neubauten wird auf knapp 300 Millionen Euro geschätzt. Der Bau der ersten Zwillingsbrücke soll 2023 beginnen. Nach Fertigstellung wird laut DEGES der gesamte Verkehr dann zunächst über die neue Brücke abgewickelt und die bestehende Brücke abgerissen. Anschließend kommt an die Stelle der jetzigen Rader Brücke dann der zweite Neubau.

Prognostizierte Verkehrsbelastung gestiegen

Wie Buchholz sagte, sei mit Veröffentlichung der Ergebnisse der Straßenverkehrszählung von 2015 bereits deutlich geworden, dass die Diskussion um einen zukunftsfähigen Querschnitt der Brücke erneut geführt werden musste. Bereits mit dem in 2015 festgestellten Verkehrsaufkommen auf dem Abschnitt der A7 zwischen Büdelsdorf und dem Autobahnkreuz Rendsburg von täglich rund 54.200 Fahrzeugen wäre die im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung für 2030 prognostizierte Verkehrsbelastung erreicht worden. In einem vom Land veranlassten Verkehrsgutachten wurde in den letzten Wochen unter Berücksichtigung der aktuellen Zahlen die Prognoseberechnung für 2030 aktualisiert. Die neue Berechnung habe dann eine Verkehrsbelastung von 61.900 Fahrzeugen pro Tag für das Jahr 2030 ergeben. "Mit dem Bund intensiv diskutiert wurde dabei die Frage, welchen Einfluss die Kanaltunnelarbeiten Rendsburg auf die Zahlen haben", sagte Buchholz. Gemäß den Richtlinien befinde man sich mit dieser Verkehrsbelastung im Grenzbereich zwischen einem vier- und einem sechsstreifigen Autobahnquerschnitt.

Planfeststellungsverfahren für 2019 vorgesehen

Seitens des Landesverkehrsministeriums und der DEGES, die seit Anfang 2015 mit der Planung des Ersatzbauwerkes betraut ist, ist ein sechsstreifiger Querschnitt klar befürwortet worden, um eine ausreichende Leistungsfähigkeit der Brücke zu garantieren. Laut Buchholz gehe es nun darum, so schnell wie möglich die Planungen auf die Sechsstreifigkeit umzustellen, denn Ziel sei nach wie vor, das Planfeststellungsverfahren im Jahr 2019 einzuleiten. Nach den Worten von DEGES-Projektleiter Bernd Rothe sei dies durchaus noch zu realisieren. Um planrechtliche Fehler zu vermeiden, werde es im Hinblick auf die Gestaltung des Genehmigungsverfahrens kurzfristig einen Abstimmungstermin mit der zuständigen Planfeststellungsbehörde geben.

Die Mehrkosten für einen sechsstreifigen Bau der Rader Hochbrücke betragen laut DEGES überschlägig 25 Millionen Euro.