Landesportal Schleswig-Holstein

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es hier.

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz
Dr. Bernd Buchholz

Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus

© M. Staudt / grafikfoto.de

A 20: Neuer Zeitplan erforderlich

Datum 12.07.2017

Für den Weiterbau der Autobahn 20 in Richtung Niedersachsen werden die Planungen überprüft.

Schild an der A20 Schild an der A20 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Der Weiterbau der A 20 ist eins der größten Infrastrukturprojekte im Norden. © M. Staudt / grafikfoto.de

"Angesichts der Tatsache, dass seit mittlerweile zehn Jahren nahezu im Jahrestakt die Zeitpläne für den Weiterbau dieser wichtigen Ost-West-Magistrale nach hinten korrigiert werden, fehlt mir nach nicht einmal zwei Wochen im neuen Amt schlicht das Vertrauen, dass wir es diesmal mit einem realistischen Zeitplan zu tun haben", sagte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz vor dem Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Landtags in Kiel. Zuvor war dem Minister vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein ein aktualisierter Zeitplan vorgelegt worden, nach dem sich der ursprünglich für dieses Jahr vorgesehene Planfeststellungsbeschluss für die Elbquerung bei Glückstadt um mindestens ein halbes Jahr und der Beschluss für den angrenzenden Abschnitt bis zur A 23 um fast zwei Jahre auf Herbst 2019 verschieben soll.

Planungen werden angepasst

Buchholz erklärte, er habe sich im Kabinett die Rückendeckung dafür geholt, sämtliche Planungen noch einmal zu durchleuchten und nötigenfalls anpassen zu lassen, um bis zum Jahresende einen belastbaren Fahrplan für den Weiterbau der Autobahn in Richtung Niedersachsen zu haben.

Kompromisse finden

"Ich werde dazu nicht nur auf die Planungsgesellschaft des Bundes, die DEGES, zugehen, sondern vor allem auch auf die Naturschutzverbände im Land - die ersten Kontakte haben wir bereits geknüpft", so der Minister. Er sei zuversichtlich, dass sich die seit über 20 Jahren verhärteten Fronten zwischen Planern und Naturschützern durch Kompromisse abbauen lassen. "Das gute und vorbildliche Miteinander von Landesbetrieb, Baukonsortium und Naturschützern beim Ausbau der A 7 macht mir Mut, dass wir auch bei der A 20 ökonomische und ökologische Interessen mit etwas Kompromissbereitschaft miteinander versöhnen können", so Buchholz.

Portraitfoto Dr. Bernd Buchholz

Der zügige Weiterbau der A 20 hat für diese Landesregierung höchste Priorität.

Dr. Bernd Buchholz

Zudem werde die Landesregierung dafür sorgen, dass genügend Mittel zur Aufstockung der Planungskapazitäten zur Verfügung stehen, um die weiteren Verfahren so gut wie möglich zu beschleunigen. Buchholz: "Der zügige Weiterbau der A 20 hat für diese Landesregierung höchste Priorität und ist damit für mich auch klare Chefsache." Das Land werde sich nun mit Realismus und hoffentlich schon bald fundierter Faktenlage an die Arbeit machen, um das wichtige Autobahn-Projekt zu verwirklichen.

Hindernisse bei der Planung

Der Direktor des Landesbetriebs, Torsten Conradt, hatte den Abgeordneten des Wirtschaftsausschusses geschildert, dass unter anderem das komplexe Thema der europäischen Wasserrahmenrichtlinie - mit dem sowohl die Straßenplaner als auch die Gerichte Neuland betreten - zu weitaus mehr Aufwand führe als ursprünglich angenommen. Zudem habe es bei der Erstellung eines vom Bundesverwaltungsgericht geforderten Fachbeitrags zum Thema Wasserrahmenrichtlinie erhebliche Probleme mit einem beauftragten Ingenieurbüro gegeben. Eine Hürde bei der Planung habe sich zudem östlich der Autobahn A 23 durch die Ansiedlung von Zwergschwänen im Bereich des Breitenburger Moores ergeben. Conradt erinnerte daran, dass der ehemalige Verkehrsstaatssekretär daraufhin entschieden habe, lediglich Nachkartierungsarbeiten, aber keine weiteren planerischen Aktivitäten auf den ersten beiden A-20-Abschnitten westlich der A 7 vornehmen zu lassen.

Die öffentliche Auslegung des Ende April erlassenen Planfeststellungsbeschlusses für den Bauabschnitt von Wittenborn bei Bad Segeberg bis an die A 7 kündigte Conradt für Ende Juli und Anfang August an. Die Auslegung des vom Bundesverwaltungsgericht geforderten Fachbeitrags für den Elbabschnitt soll im September erfolgen.