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Licht und Schatten der Festen Fehmarnbeltquerung fordern vielfältige Maßnahmen für den Tourismus

Staatskanzlei

Licht und Schatten der Festen Fehmarnbeltquerung fordern vielfältige Maßnahmen für den Tourismus

Datum 12.01.2017

Scharbeutz, 12. Januar 2017 Der deutsch-dänische Staatsvertrag zum Bau des Fehmarnbelt-Tunnels wird in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt. Diesen Prozess möchte der Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. (OHT) in seiner Funktion als touristischer Interessenvertreter der Region aktiv begleiten. Um mögliche positive und negative Folgen der Festen Fehmarnbeltquerung auf den Tourismus rechtzeitig erkennen zu können, hat der OHT gemeinsam mit Partnern die Studie "Feste Fehmarnbeltquerung – Einflüsse auf den Tourismus und potenzialorientierte Handlungsoptionen für die Ostsee Schleswig-Holstein und angrenzende Regionen" in Auftrag gegeben und heute der Öffentlichkeit präsentiert.

Besonders nach der Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung erwarten die Autoren der Studie positive Impulse für den Tourismus. Diese resultieren zum einen aus der besseren Erreichbarkeit der Region u.a. mit der Bahn – auch aus Skandinavien. Zum anderen belegt die Studie, dass eine zusätzliche Nachfrage aus den Quellmärkten Dänemark und Schweden im Tages- und Kurzreisesegment entstehen kann. Hierfür sind entsprechende auf diese Zielgruppe abgestimmte Angebote und Maßnahmen notwendig. Während der Bauphase ist allerdings mit vereinzelten Beeinträchtigungen zu rechnen, heißt es in der Analyse des Instituts für Tourismus und Bäderforschung in Nordeuropa GmbH (NIT). Die Ursache dafür sei weniger die Baustelle selbst als vielmehr die mehrjährige, vollständige Einstellung des Bahnverkehrs mit Dänemark.

"Wir hoffen sehr, dass die positiven Effekte überwiegen und der Tourismus - so wie von den Autoren in einem Szenario mit 6,1 Millionen Euro Umsatzgewinn prognostiziert - langfristig vom Fehmarnbelt-Tunnel profitieren wird", sagt Katja Lauritzen, Geschäftsführerin des OHT. "Die Studie zeigt jedoch auch, dass die Feste Fehmarnbeltquerung für den Tourismus in der Region Licht und Schatten bringt. Allein der Tunnel bringt für den Tourismus kaum Effekte. Die Ergebnisse der Untersuchung sind sehr wichtig für uns und werden daher in den kommenden Wochen genau analysiert, um dann gemeinsam mit den Partnern zeitnah erste Maßnahmen folgen lassen", so Lauritzen weiter.

Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, sieht ausschließlich Chancen für den Tourismus in Schleswig-Holstein: "Die Fehmarnbeltquerung ist für den Tourismus in Schleswig-Holstein von großer Bedeutung. Mit Blick auf eine wachsende Zahl skandinavischer Gäste kann der geplante Tunnel eine neue Dynamik unterstützen. Dazu bedarf es jedoch einer gezielten Marktansprache im Auslandsmarketing. Zuvor ist aber auch wichtig, dass wir bereits in der Bauphase durch ein abgestimmtes Baukonzept die Erreichbarkeit der Urlaubsregion jederzeit sicherstellen."

Auch Nils Thoralf Jarck, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, stellt die Chancen des Verkehrsprojekts heraus: "Der Bau der Festen Fehmarnbeltquerung birgt Chancen für den Tourismus in der gesamten HanseBelt Region. Die Kommunikation mit unseren Besuchern und Gästen nimmt daher eine wichtige Rolle ein. Wir müssen gemeinsam zeigen, dass unsere Region trotz der Veränderungen attraktiv ist und bleibt. Das Gutachten belegt, dass es Zuwachsraten geben wird."

Sofern entsprechende Maßnahmen ergriffen werden, kann der Tourismus im Kreis Ostholstein aus Sicht der Autoren vor allem nach Fertigstellung der Fehmarnbeltquerung profitieren. Dies gilt insbesondere für das Segment der Kurzurlaubsreisen skandinavischer Gäste und für den Tagestourismus. "Für den Kreis Ostholstein haben skandinavische Touristen eine große Bedeutung", betont deshalb Landrat Reinhard Sager. Ostholstein erreichte im Jahr 2015 mit 61.600 Besuchern aus Skandinavien den zweithöchsten Wert im Bundesland hinter dem Kreis Schleswig-Flensburg. "Wenn durch den Fehmarnbelttunnel eine Steigerung möglich ist, wäre das natürlich von großem Vorteil", so Sager weiter. Um die in der Bauphase bestehenden Risiken zu minimieren, müsse laut NIT-Studie allerdings aktiv gehandelt werden, betonte der Landrat. So sei u.a. eine abgestimmte Baustellenkommunikation erforderlich und es müsse ein schlüssiges Mobilitätskonzept vorgelegt werden, das einen leistungsfähigen Ersatz für die wegfallenden Bahnverbindungen sicherstelle. Als großen Erfolg - nicht nur für die Menschen in der Region, sondern auch für den Tourismus - wertet der Landrat das bereits in der Vergangenheit erzielte Ergebnis des Raumordnungsverfahrens, mit dem die teilweise Verlegung der Schienentrasse an die Autobahn erreicht wurde.

Die Studie wurde im Auftrag des OHT mit Beteiligung des Landes Schleswig-Holstein, des Kreises Ostholstein, der IHK zu Lübeck und Femern A/S erstellt und steht unter
www.ostsee-schleswig-holstein.de/fehmarnbelt.html zum Download bereit.

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