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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Grundwasser besser schützen

Datum 16.03.2018

Umweltminister Robert Habeck hat anlässlich des Weltwassertags vor zu hohen Nährstoffüberschüssen im Grundwasser gewarnt.

Ein Bauer fährt mit seinem Trecker über das Feld und versprüht Pestizide. Das Grundwasser in vielen Gegenden Schleswig-Holsteins wird aufgrund von Pestiziden, Gülle und Gärresten belastet. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) © M. Straudt/ grafikfoto.de

Am 22. März ist Weltwassertag. Er wurde 1992 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen mit dem Ziel, auf die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage für die Menschheit aufmerksam zu machen. Im Vorfeld dieses Tages hatte Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck zu einer Fachveranstaltung in Kiel eingeladen. Im Mittelpunkt stand die starke Belastung des schleswig-holsteinischen Grundwassers, vor allem durch den intensiven Gebrauch von Gülle und Gärresten.

Zu viel Gülle und Gärreste

Rund 27 Millionen Tonnen dieser Stoffe werden jährlich zum Düngen der Felder im echten Norden verwendet. Dies hat in bestimmten Regionen zu viel zu hohen Nährstoffüberschüssen geführt und das Grundwasser stark belastet, wie aus dem neuen Nährstoffbericht hervorgeht, den gerade Forscher der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel für das Umweltministerium erstellen. "Es wird schlichtweg zu viel gedüngt. Das hat dramatische Folgen für unser Grundwasser – und damit für das Trinkwasser künftiger Generationen", sagte Minister Habeck vor den 370 Veranstaltungsteilnehmern in Kiel.

Alternativen finden

Besonders der Nitratgehalt ist auffällig hoch. So halten immer noch 23 von 55 Grundwasserdepots aufgrund der Nitratwerte die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie nicht ein. "Wir sehen über all die Jahre trotz großer Anstrengungen seitens des Landes keine Verbesserungen. Bei einzelnen Betrieben kommen wir über unsere Beratung weiter und haben Erfolge. Das gelingt jedoch nicht in der Fläche – letztlich können wir so nur gegen die Symptome ankämpfen, aber nicht gegen die Ursache", erklärte Habeck. Die neue Bundeslandwirtschaftsministerin sei deshalb gefordert, endlich Alternativen für die Landwirtschaft zu entwickeln, die ein wirtschaftliches Auskommen ohne immer größere Tierbestände ermöglichen. "Ohne diesen Weitblick und grundsätzliche Änderungen kommen wir nicht weiter", betonte der Minister.

Portraitfoto Dr. Robert Habeck

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist keine Selbstverständlichkeit.

Dr. Robert Habeck

Pestizide reduzieren

Neben Gülle und Gärresten belasten auch Pflanzenschutzmittel das Grundwasser. Untersuchungen des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume zeigen, dass Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe und -Abbauprodukte in nahezu allen Regionen des Landes im Grundwasser nachzuweisen sind. Jedoch handelt es sich hierbei um kein flächendeckendes Problem, da lediglich 11 von 235 Messstellen Werte aufweisen, die über dem Trinkwassergrenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter liegen. Immer häufiger seien auch sogenannte nicht relevante Metaboliten im Grundwasser zu finden, sagte Habeck. In 72 Prozent der Grundwassermessstellen konnten diese Abbauprodukte nachgewiesen werden. Auch wenn sie nicht so gefährlich seien wie die Wirkstoffe, gehörten sie nicht ins Grundwasser. "Wir müssen den Einsatz von Pestiziden konsequent reduzieren", erklärte der Minister.

Verantwortungsvoller mit Wasser umgehen

"Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist keine Selbstverständlichkeit. Auch wenn wir weltweit genug Süßwasser zur Versorgung der Menschen und für wirtschaftliche Zwecke haben, sind die nutzbaren Wasserressourcen extrem ungleichmäßig verteilt", sagte Habeck. WHO und UNICEF gingen davon aus, dass weltweit über 800 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser hätten. Schleswig-Holstein selbst sei ein wasserreiches Land. Das Wasserangebot übersteige die Entnahmemenge deutlich, und das Trinkwasser werde zu 100 Prozent aus dem Grundwasser gewonnen. "Wir müssen dankbar sein, dass wir zu jeder Zeit den Wasserhahn aufdrehen können und Wasser in sehr guter Qualität zur Verfügung haben. Dieses Privileg sollten wir nicht durch Stoffeinträge aus der wirtschaftlichen Nutzung unseres Landes in Gefahr bringen", appellierte der Minister.