Navigation und Service

Ministerium für Energie­wende, Klimaschutz, Umwelt und Natur : Thema: Ministerien & Behörden

Tobias Goldschmidt

Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur

Kaum Altlasten durch Erdölbohrungen

Achtzig Prozent der Bohrschlammgruben sind unbedenklich. 25 der insgesamt 126 Gruben müssen noch genauer untersucht werden.

Letzte Aktualisierung: 01.11.2017

Altlasten-Sanierung
Die hinzugezogenen Experten untersuchten insgesamt 126 Standorte.

Die Suche nach Erdöl ist umweltschädlich. Denn bei den Bohrungen pumpen die Techniker ein Ton-Wasser-Gemisch in die Erde, um das Bohrloch zu stabilisieren und den Bohrkopf zu kühlen. Dabei entsteht sogenannter Bohrschlamm, der aus dem Bohrloch hervortritt. Dieser Bohrschlamm kann jedoch mit Mineralöl verschmutzt sein. Auch in Schleswig-Holstein wurde in der Vergangenheit nach Öl gesucht. Jahre später hatte das Umweltministerium eine Recherche nach Öl- und Bohrschlammgruben aus dieser Zeit und ihre Untersuchung in Auftrag gegeben. "Jetzt sind alle uns bekannten Flächen mit möglichen Ablagerungen von Öl- und Bohrschlämmen überprüft. Wir haben damit unser Ziel, ein möglichst vollständiges Bild über dieses Kapitel der Industriegeschichte zu bekommen, erreicht. In der Gesamtschau aller Ergebnisse bestätigt sich die Vermutung, dass die meisten Bohrschlammgruben unproblematisch sind", sagte Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann.

Untersuchungen wurden 2016 gestartet

Das Land hatte im August 2016 ein Gutachterbüro damit beauftragt, die Nutzungsgeschichte von zunächst 82 Standorten mit ungeklärten Hinweisen auf Öl- und Bohrschlammablagerungen zu rekonstruieren. Im Laufe der Recherchen sind weitere Flächen hinzugekommen, etwa durch Hinweise aus der Bevölkerung. Insgesamt wurden 102 Flächen überprüft. Für diese Flächen wurden alle vorhandenen Quellen ausgewertet, Unterlagen bei den betroffenen Kreisen, Gemeinden und Erdölunternehmen gesichtet, Informationen des Bergamtes einbezogen, Luftbild- und Kartenauswertungen vorgenommen sowie Ortsbesichtigungen und Zeitzeugenbefragungen durchgeführt.

Jetzt sind alle uns bekannten Flächen mit möglichen Ablagerungen von Öl- und Bohrschlämmen überprüft. Wir haben damit unser Ziel, ein möglichst vollständiges Bild über dieses Kapitel der Industriegeschichte zu bekommen, erreicht.

Staatssekretärin Anke Erdmann

126 Standorte wurden überprüft

Rechnet man die schon vor Vergabe des Gutachtens von den unteren Bodenschutzbehörden bearbeiteten Fälle hinzu, sind in Schleswig-Holstein insgesamt 126 Hinweisflächen überprüft worden.

Bei 21 dieser 126 Flächen – also einem Sechstel – stellte sich heraus, dass es sich entweder um Doppelnennungen handelte (16) oder dort gar keine Schlämme abgelagert wurden (5 Flächen). 78 Flächen sind nach Bewertung des Gutachters und der unteren Bodenschutzbehörden unproblematisch. So sind oftmals nur kleine Mengen aus nicht ölfündigen Bohrungen und ohne problematische Spülzusätze abgelagert worden. Zum Teil ist der Bohrschlamm nach Ende des Betriebes gleich wieder entfernt worden, an einigen Standorten ist auch schon eine fachgerechte Sanierung erfolgt oder die Standorte werden laufend überwacht.

25 Flächen müssen noch genauer untersucht werden

Für 25 der 126 Hinweisflächen konnte der Verdacht bisher allerdings nicht entkräftet werden. "An jeder fünften Fläche muss man aber noch genauer hinsehen. Hier müssen weitergehende Untersuchungen durchgeführt werden, damit endgültig geklärt werden kann, ob von den Ablagerungen eine Gefahr für die Umwelt ausgeht und Sanierungsbedarf besteht, oder nicht", sagte Anke Erdmann.

Für diese Untersuchungen sind die Kreise als untere Bodenschutzbehörden zuständig. Das Umweltministerium unterstützt die Kreise dabei und zahlt einen Zuschuss von 75 Prozent der Kosten. An 13 Standorten sind die Untersuchungen aktuell bereits angelaufen. Bisher hat das Umweltministerium hierfür gut 130.000 Euro an Zuschüssen bewilligt .

Insgesamt ist in Schleswig-Holstein von rund 6.300 Altstandorten mit Altlastenverdacht auszugehen. Hinzu kommen rund 1.800 altlastverdächtige Altablagerungen, die in den Katastern geführt werden. Während diese Flächen nach und nach bearbeitet werden, kommen aus aktuellen Gewerbeabmeldungen immer wieder altlastverdächtige Flächen neu hinzu. "Das zeigt, dass die Altlastenbearbeitung eine Daueraufgabe ist. Die Überprüfung der Bohrschlammgruben reiht sich hier ein", sagte die Staatssekretärin.

Weitere Informationen

Fragen und Antworten zu Öl- und Bohrschlammgruben in Schleswig-Holstein

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link:

Datenschutz

Auswahl bestätigen

Mastodon