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Ein neuer Gast im echten Norden

Staatskanzlei

Ein neuer Gast im echten Norden

Datum 23.05.2017

Nachweis im Kreis Dithmarschen: Der Goldschakal hat Schleswig-Holstein erreicht.

Ein wolfsähnliches Tier auf einer WieseZum ersten Mal ist in Schleswig-Holstein ein Goldschakal nachgewiesen worden. © Tbjornstad / wikimedia commons

Im März wurde dem Wolfsmanagement des Landes ein möglicher Wolfsriss bei Schafen im Kreis Dithmarschen gemeldet. Doch wie sich jetzt rausstellte, ist Meister Isegrimm unschuldig. Stattdessen wurde mit dem Goldschakal ein Verwandter des Wolfes als Täter ausfindig gemacht.

Genetikproben untersucht

Ein Rissgutachter des Landes hatte bei der routinemäßigen Aufnahme des Falls mehrere Genetikproben gewonnen, die zur Untersuchung an das Nationale Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf beim Senckenberg Forschungsinstitut gegeben wurden. Das Ergebnis: verantwortlich für die Angriffe ist ein Goldschakal.

Entschädigung möglich

Nach Einschätzung des Gutachters hat der Goldschakal drei Schafe angegriffen und leicht verletzt, aber nicht getötet. Ein Tier starb nach dem Vorfall aufgrund noch nicht geklärter Umstände. Der Halter der Schafe kann wie bei Wolfsrissen Entschädigung beantragen, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Goldschakal mittelbar den Tod der Tiere verursacht haben könnte.

Auf dem Weg nach Norden

Goldschakale sind neben dem Wolf die einzigen Vertreter der Gattung "Canis" auf dem europäischen Kontinent. Sie sind in Europa ursprünglich auf dem Balkan beheimatet, breiten sich aber seit einigen Jahren langsam in Gebiete aus, die sie zuvor nie besiedelt hatten.

So wurden zunächst Gebiete in Oberitalien bei Triest und in Österreich südlich von Wien sowie in Ungarn besiedelt. In den vergangenen Jahren wurden dann auch in der Schweiz und Deutschland einzelne Exemplare nachgewiesen. Im Sommer 2000 konnte ein Nachweis in der brandenburgischen Lausitz erbracht werden, weitere 2012 in Bayern, 2013 in Hessen und 2016 in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die nördlichsten Nachweise in Europa liegen mittlerweile aus Dänemark vor. Ob es tatsächlich zu einer Besiedlung Schleswig-Holsteins kommt, ist nicht seriös vorherzusagen.

Geschützte Tierart

Die etwa acht bis zehn Kilogramm schweren Tiere – besonders große Exemplare können in Ausnahmefällen ein Gewicht von etwa 15 Kilogramm erreichen - leben in der Regel in Paaren und besetzen feste Territorien von etwa drei Quadratkilometern, die sie gegen andere Goldschakale verteidigen. Sie ernähren sich von Insekten, Nagetieren, Vögeln und Amphibien und können darüber hinaus kleinere Säugetiere wie Hasen und Kaninchen, selten Rehe, sowie deren Nachwuchs erbeuten. Die Jagdweise ist mit der des Fuchses vergleichbar. Goldschakale sind nach der der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie gehören nicht zu den jagdbaren Arten. Natürlicher Feind der Goldschakale ist der Wolf.