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Nachhaltige Muscheln aus dem Wattenmeer

Staatskanzlei

Nachhaltige Muscheln aus dem Wattenmeer

Datum 25.10.2016

Miesmuscheln aus Schleswig-Holstein erhalten MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei.

Drei Männer halten ein blaues Schild in die Höhe. Umweltminister Robert Habeck (Mitte) bei der Übergabe des MSC-Umweltsiegels. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Umweltminister Robert Habeck (Mitte) bei der Übergabe des MSC-Umweltsiegels. © MSC

Umweltminister Robert Habeck hat das blaue MSC-Siegel an die schleswig-holsteinischen Muschelfischer überreicht. "Es ist schön, dass die Einigung zwischen Naturschutz und Muschelfischerei im sensiblen Wattenmeer nun mit der MSC-Zertifizierung auch sichtbar für die Verbraucher `besiegelt´ ist", sagte Habeck bei der Verleihung in Kiel. Anwesend waren auch Umweltschutzorganisationen und die Nationalparkverwaltung des schleswig-holsteinischen Wattenmeers.

Von der Eckpunktevereinbarung zum MSC-Siegel

Land, Umweltorganisationen und Fischereiwirtschaft hatten 2015 eine Eckpunktevereinbarung geschlossen, auf deren Grundlage die Fischer seither arbeiten. Nach dem einjährigen Zertifizierungsverfahren gab es nun die Bestätigung, dass diese Art der Miesmuschelfischerei die MSC-Kriterien für nachhaltige Fischerei erfüllt. "Wir haben das Bestreben der Miesmuschelfischer, sich MSC-zertifizieren zu lassen, ausdrücklich unterstützt", sagte der Minister. Die Zertifizierung bestätige den Weg, den das Land gemeinsam mit Fischern und Naturschutzverbänden mit der Eckpunktevereinbarung im letzten Jahr eingeschlagen hätten.

Unter anderem haben sich die Fischer verpflichtet, unbeabsichtigt mitgefangene Seesterne oder Krebse ins Meer zurückzusetzen. Gleichzeitig wurden große Teile des Wattenmeers für die Muschelfischerei gesperrt: In Zukunft dürfen die Fischer noch in vier Wattstromeinzugsgebieten und damit auf etwa zwölf Prozent der Fläche des Nationalparks Muscheln ernten. Bis zur Eckpunktevereinbarung waren es noch rund 50 Prozent.

Zusätzliche Auflagen zum Schutz des Wattenmeers

Für das Siegel hatten unabhängige Gutachter 28 Kriterien an eine nachhaltige Fischerei im Wattenmeer gestellt, die die Fischer erfüllen mussten. Für drei der Kriterien wurden noch zusätzliche Auflagen in den Zertifizierungsbericht aufgenommen:

Eine Hand holt Miesmuscheln aus einem Eimer. Miesmuscheln (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Miesmuscheln aus dem Wattenmeer erhalten das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei. © M. Staudt / grafikfoto.de

  • Die Fischerei muss sich an die Maßgaben der Eckpunktevereinbarung halten. Außerdem darf sie die natürlichen Miesmuschelbänke des Wattenmeeres nicht beeinträchtigen.
  • Die Fischerei muss sich in Zukunft regelmäßig mit Umweltorganisationen und Umweltministerium beraten und dabei sicherstellen, dass alle umweltrelevanten Informationen bekannt sind und von den Fischern berücksichtigt werden.
  • Ebenso muss die Fischerei dezidierte Entscheidungsprozesse festschreiben, die im Falle etwaig auftauchender Probleme schnelles, angemessenes und transparentes Handeln erleichtern.

Nachhaltige Fischerei

Das MSC-Siegel kennzeichnet Fischprodukte aus nachhaltiger Fischerei. Die Kriterien für die Vergabe des Siegels hat der Marine Stewardship Council (MSC) gemeinsam mit internationalen Wissenschaftlern und in Anlehnung an die FAO-Richtlinien für nachhaltige Fischerei definiert. Der MSC ist eine internationale, unabhängige und gemeinnützige Organisation.

Die Erntemengen der schleswig-holsteinischen Miesmuschelfischer schwankten in den letzten zehn Jahren aufgrund der unterschiedlichen Verfügbarkeit von Jungmuscheln für die Kulturen zwischen 0 und fast 13.000 Tonnen. Im vergangenen Jahr wurden rund 6.000 Tonnen gefischt.

Video: Wofür steht das MSC-Siegel?