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620 Millionen Euro für den ländlichen Raum

Staatskanzlei

620 Millionen Euro für den ländlichen Raum

Mit der Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) werden 2014-2020 neue Schwerpunkte gesetzt. Dabei sollen die Mittel stärker als zuvor für Bildungsangebote, Nahversorgung, Mobilität und Breitbandausbau sowie verstärkt für Tierwohl und Umweltleistungen genutzt werden.

Fördermittel deutlich gestiegen

Insgesamt stehen 620 Millionen Euro für die siebenjährige Förderperiode zur Verfügung. Davon stammen fast 420 Millionen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) – 117 Millionen Euro mehr als in den sieben Jahren zuvor.

Diese werden mit nationalen Mitteln in Höhe von rund 200 Millionen Euro kofinanziert, die von Bund, Land und Kommunen beigesteuert werden. Der Anteil der Landesmittel liegt bei knapp 80 Millionen Euro.

Nachhaltige und innovative Landwirtschaft

Mit der Aufstellung des Programms hat die Landesregierung die Förderung umgesteuert. Im Fokus steht die Entwicklung einer nachhaltigen und innovativen Landwirtschaft, bei der Tierwohl und Umweltleistungen gezielt gefördert werden.

Portraitfoto Dr. Robert Habeck

Wir wollen die Zukunft des ländlichen Raumes nachhaltig gestalten.

Dr. Robert Habeck

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Nachhaltige Landwirtschaft

Kühe beim Weidegang

Ein neuer Schwerpunkt beim Einsatz der ELER-Mittel in Schleswig-Holstein wird die Förderung nachhaltiger Methoden der Landbewirtschaftung sein.

Förderangebote vor allem für den Ökolandbau, für freiwillige Agrarumweltmaßnahmen oder für Investitionen in besonders tiergerechte Stallbauten sollen dazu beitragen, die biologische Vielfalt zu erhalten und den Schutz von Gewässern und Böden sowie das Tierwohl zu verbessern.

„Eine Reihe von Leistungen für Natur und Umwelt oder für tiergerechte Haltungsformen liegen im Interesse der Gesellschaft, werden aber über den Marktpreis nicht ausreichend vergütet. Diese Mehrkosten gleichen wir über die entsprechenden Förderprogramme aus“, betonte Habeck. Das neue ELER-Programm hat für diesen Bereich sowie für flankierende Bildungs- und Beratungsmaßnahmen rund 215 Millionen Euro an Fördermitteln reserviert.

Investitionen in die Gewässerentwicklung

Fluss Sorge, Felder und blauer Himmel

Ergänzt wird dieser umweltbezogene Ansatz durch die Förderung von investiven Maßnahmen im Bereich des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft.

So werden etwa für Investitionen in die naturnahe Gewässerentwicklung, für die Wiedervernässung von Moorstandorten sowie für sonstige biotopgestaltende Maßnahmen 54 Millionen Euro bereitgestellt.

Förderung der ländlichen Räume

Glasfaseranschluss

Die ländlichen Räume, die in den kommenden Jahrzehnten besonderen Herausforderungen durch den demografischen Wandel gegenüberstehen, sollen mit insgesamt 186 Millionen Euro unterstützt werden.

Im Fokus stehen hier vor allem lokale Infrastrukturmaßnahmen in den Bereichen Bildung, Nahversorgung und Mobilität sowie der weitere Ausbau der Breitbandversorgung im ländlichen Raum.

Knapp die Hälfte der vorgesehenen Mittel für den ländlichen Raum soll in die AktivRegionen fließen.

Hochwasser- und Küstenschutz

Lauenburg an der Elbe

Ein Teil der Programm-Mittel soll ebenso wie in der letzten Förderperiode wieder in den Hochwasser- und Küstenschutz fließen (129 Millionen Euro).

"Funktionierender Küstenschutz bleibt für Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren essentiell. Wir haben wegen des Klimawandels immer häufiger mit Sturmfluten, Starkregen und Hochwasser zu kämpfen, zudem steigt der Meeresspiegel. Investitionen in den Hochwasser- und Küstenschutz werden deshalb auch künftig eine hohe Priorität behalten", betonte Minister Habeck.

Innovationen im Agrarbereich

Erstmals eröffnet die EU die Möglichkeit, im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) innovative Projekte im Bereich der Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zu fördern. Operationelle Gruppen, bestehend aus Landwirten, Wissenschaftlern, Beratern und anderen Akteuren, bilden Netzwerke, aus denen neue innovative Projekte entstehen. Schleswig-Holstein startet als erstes Bundesland mit 17 innovativen Projekten im Agrarbereich.

Minister Robert Habeck erklärte: "Ich freue mich über die große Resonanz auf unser Angebot. Die Projekte werden wichtige Impulse für eine nachhaltige Entwicklung unserer Land- und Ernährungswirtschaft liefern."

Bildung und Beratung

Stauden erobern Zeit und Raum

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fort- und Weiterbildung für in der Land-, Ernährungs- Boden- oder Forstwirtschaft tätige Personen sowie die nachhaltige Beratung von Landwirten und anderen Wirtschaftsakteuren.

Die Veranstaltungen der Fort- und Weiterbildung richten sich insbesondere auf die Bereiche Landwirtschaft (Wettbewerbsfähigkeit, Diversifizierung), Natur, Umwelt, Gewässerschutz, Klima, Energie, Tierwohl.

Die Beratungen für eine nachhaltige Landwirtschaft umfassen insbesondere die Bereiche Klima, Energie, Grünland, Tierwohl, ökologischer Landbau und integrierten Pflanzenschutz.

Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in Europa

Die erste Säule der GAP beinhaltet die Marktregulierung und die Direktzahlungen, die das Basis-Einkommen der Landwirte sichern.

Die zweite Säule der GAP steht im Wesentlichen für freiwillige Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen der Landwirtschaft, für die wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Gebiete sowie für regionale Strategien der Dorfentwicklung. Finanziell getragen wird sie durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und nationale Mittel des Bundes, der Länder und der Kommunen.

Bildergalerie: Investitionen in den ländlichen Raum

Weitere Informationen

Landesprogramm ländlicher Raum 2014 bis 2020

Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

EU-Kommission

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS)