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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Öl- und Bohrschlammgruben: Landesprojekt zur Standorterfassung abgeschlossen

Datum 01.11.2017

Umweltstaatssekretärin Erdmann: "Die meisten Bohrschlammgruben sind unproblematisch."

Altlasten-Sanierung Altlasten-Sanierung (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die vom Umweltministerium in Auftrag gegebene Recherche nach Öl- und Bohrschlammgruben aus der Zeit der früheren Erdölsuche in Schleswig-Holstein ist abgeschlossen. 126 Standorte wurden überprüft. © MELUND

KIEL. Die vom Umweltministerium in Auftrag gegebene Recherche nach Öl- und Bohrschlammgruben aus der Zeit der früheren Erdölsuche in Schleswig-Holstein ist inzwischen abgeschlossen. "Jetzt sind alle uns bekannten Flächen mit möglichen Ablagerungen von Öl- und Bohrschlämmen überprüft. Wir haben damit unser Ziel, ein möglichst vollständiges Bild über dieses Kapitel der Industriegeschichte zu bekommen, erreicht. In der Gesamtschau aller Ergebnisse bestätigt sich die Vermutung, dass die meisten Bohrschlammgruben unproblematisch sind", sagte Umweltstaatssekretärin Anke Erdmann heute (01. November 2017) in Kiel.

Untersuchungen wurden 2016 gestartet  

Das Land hatte im August 2016 zur Unterstützung der Bodenschutzbehörden ein Gutachterbüro damit beauftragt, an zunächst 82 Standorten mit ungeklärten Hinweisen auf Öl- und Bohrschlammablagerungen eine systematische Überprüfung der Nutzungsgeschichte vorzunehmen. Im Laufe der Recherchen sind weitere Flächen hinzugekommen, zum Beispiel durch Hinweise aus der Bevölkerung, so dass insgesamt 102 Flächen bearbeitet wurden. Für diese Flächen wurden alle vorhandenen Quellen ausgewertet, Unterlagen bei den betroffenen Kreisen, Gemeinden und Erdölunternehmen gesichtet, Informationen des Bergamtes einbezogen, Luftbild- und Kartenauswertungen vorgenommen sowie Ortsbesichtigungen und Zeitzeugenbefragungen durchgeführt.

Portraitfoto Anke Erdmann

Jetzt sind alle uns bekannten Flächen mit möglichen Ablagerungen von Öl- und Bohrschlämmen überprüft. Wir haben damit unser Ziel, ein möglichst vollständiges Bild über dieses Kapitel der Industriegeschichte zu bekommen, erreicht.

Anke Erdmann

126 Standorte wurden überprüft

Rechnet man die schon vor Vergabe des Gutachtens von den unteren Bodenschutzbehörden bearbeiteten Fälle hinzu, sind in Schleswig-Holstein insgesamt 126 Hinweisflächen überprüft worden, bei denen es Hinweise auf die Ablagerung von Öl- oder Bohrschlämmen gab.

Bei 21 dieser 126 Flächen– also einem Sechstel – stellte sich heraus, dass es sich entweder um Doppelnennungen handelte (16) oder dort gar keine Schlämme abgelagert wurden (5 Flächen). 78 Flächen sind nach Bewertung des Gutachters und der unteren Bodenschutzbehörden unproblematisch. So sind oftmals nur kleine Mengen aus nicht ölfündigen Bohrungen und ohne problematische Spülzusätze abgelagert worden. Zum Teil ist der Bohrschlamm nach Ende des Betriebes gleich wieder entfernt worden, an einigen Standorten ist auch schon eine fachgerechte Sanierung erfolgt oder die Standorte werden laufend überwacht.

25 Flächen müssen noch genauer untersucht werden

Für 25 der 126 Hinweisflächen konnte der Verdacht bisher allerdings nicht entkräftet werden. "An jeder fünften Fläche muss man aber noch genauer hinsehen. Hier müssen weitergehende Untersuchungen durchgeführt werden, damit endgültig geklärt werden kann, ob von den Ablagerungen eine Gefahr für die Umwelt ausgeht und Sanierungsbedarf besteht, oder nicht", sagte Anke Erdmann.

Für diese Untersuchungen sind die Kreise als untere Bodenschutzbehörden zuständig. Das Umweltministerium unterstützt die Kreise dabei und zahlt einen Zuschuss von 75 Prozent der Kosten. An 13 Standorten sind die Untersuchungen aktuell bereits angelaufen. Bisher hat das Umweltministerium hierfür gut 130.000 Euro an Zuschüssen bewilligt.

Insgesamt ist in Schleswig-Holstein von rund 6.300 Altstandorten mit Altlastenverdacht auszugehen. Hinzu kommen rund 1.800 altlastverdächtige Altablagerungen, die in den Katastern geführt werden. Während diese Flächen nach und nach bearbeitet werden, kommen aus aktuellen Gewerbeabmeldungen immer wieder altlastverdächtige Flächen neu hinzu. "Das zeigt, dass die Altlastenbearbeitung eine Daueraufgabe ist. Die Überprüfung der Bohrschlammgruben reiht sich hier ein", sagte die Staatssekretärin.

Medien-Information vom 01. November 2017 zum Herunterladen (PDF 118KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de| Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.melur.schleswig-holstein.de

 

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