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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Kernkraftwerk Krümmel: Alle abgebrannten Brennelemente sind im Zwischenlager

Datum 06.10.2017

Kernkraftwerk Krümmel von der Wasserseite aus der Luft KKW Krümmel (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Kernkraftwerk Krümmel bei Geesthacht © Vattenfall

GEESTHACHT/KIEL. Aus dem abgeschalteten Kernkraftwerk Krümmel befinden sich seit gestern (5. Oktober) alle bestrahlten Brennelemente im Standort-Zwischenlager. Das teilte die schleswig-holsteinische Reaktorsicherheitsbehörde (Energiewendeministerium) heute in Kiel mit.

Einlagerung dauerte ein Jahr

Die Einlagerungskampagne hatte sich über mehr als ein Jahr erstreckt. 989 Brennelemente aus dem zurückliegenden Reaktorbetrieb sind von der Vattenfall-Betreibergesellschaft mit Zustimmung der Reaktorsicherheitsbehörde dem Brennelement-Lagerbecken entnommen, in insgesamt 20 CASTOR-Behälter eingeladen und schließlich in das Zwischenlager verbracht worden. Jede Beladung wurde von behördlich beauftragten Sachverständigen in vollem Umfang begleitend kontrolliert. Besonderheiten, die den Beladungen und Einlagerungen entgegengestanden hätten, wurden dabei nicht festgestellt.

"Wichtiger Schritt zum vollständigen Rückbau"

Damit ist eine nach Antragslage wesentliche Voraussetzung für die Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks Krümmel erfüllt. Umwelt- und Energiewendeminister Robert Habeck erklärte: "Ich danke allen Beteiligten für die Arbeit. Nun ist das zweite Kernkraftwerk in Schleswig-Holstein frei von Brennelementen. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum vollständigen Rückbau. Wir kommen voran." Durch die Einlagerung der Brennelemente in Zwischenlagern könnten die Kernkraftwerke sicherer und mit weniger Strahlenbelastung für das Personal zurückgebaut werden. Auch für die Sonderbrennstäbe in Krümmel sei eine Lösung in Sicht.

Hintergrund:

Insgesamt befinden sich in dem für 80 CASTOR-Behälter konzipierten Lagergebäude jetzt 41 Behälter mit 2081 Brennelementen, die sämtlich aus dem Betrieb des Kernkraftwerks Krümmel stammen. Die Aufbewahrung im Standortzwischenlager ist für 40 Jahre (gerechnet vom Datum der ersten Einlagerung) genehmigt. Aus der Zwischenlagerung sollen die Brennelemente in ein Endlager für hochradioaktive Abfälle verbracht werden. Die Standortsuche für ein solches Endlager hat auf Grundlage des Standortauswahlgesetzes gerade neu begonnen und soll bis zum Jahr 2031 abgeschlossen sein.

Im Lagerbecken des Kernkraftwerks sind derzeit noch 78 Einzelbrennstäbe, die im Laufe der Betriebszeit wegen festgestellter Auffälligkeiten aus einzelnen Brennelementen entnommen wurden, sowie ein bestrahltes, noch zu demontierendes Brennelement mit 76 Brennstäben. Dieses kann aufgrund einer geometrischen Abweichung nicht in einen Castor-Behälter eingebracht werden. Für die Entsorgung dieser insgesamt 154 Sonderbrennstäbe hat die Betreibergesellschaft die Einlagerung in spezielle Köcher beantragt, die wiederum dann in einem CASTOR-Behälter untergebracht werden sollen. Das Genehmigungsverfahren für die Einlagerung von defekten Einzelstäben in einem CASTOR ist als Pilotverfahren für weitere Kernkraftwerke beim zuständigen Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit anhängig.

Das seit Mitte 2009 abgeschaltete Kernkraftwerk Krümmel hat mit der Atomgesetzänderung von 2011 die Berechtigung zum Leistungsbetrieb verloren. Die Betreibergesellschaft beantragte im August 2015 bei der schleswig-holsteinischen Reaktorsicherheitsbehörde die Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks. Im Antrag ist unter anderem die Brennelementfreiheit des Kernkraftwerks als Voraussetzung für den Beginn von Abbaumaßnahmen genannt. Diese hier gewählte Variante der Stilllegung ist auch nach Auffassung der Behörde vorzugswürdig gegenüber einem Abbau des Kernkraftwerks "um die Brennelemente herum".

Medien-Information vom 6. Oktober 2017 zum Herunterladen (PDF 121KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7173 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.melund.schleswig-holstein.de

 

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