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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

Umweltminister Robert Habeck übergibt Förderbescheid für den Bau von Ockerteichen an der Wallsbek

Datum 03.08.2017

Robert Habeck: „Die Maßnahme ist von besonderer Bedeutung, da das Gewässersystem seit langem durch Ocker chemisch belastet und in einem schlechten Zustand sind“

WALLBÜLL. Umweltminister Robert Habeck hat sich heute (3. August) mit örtlichen Vertreterinnen und Vertretern des Wasser- und Bodenverbandes Meyner Mühlenstrom an der Wallsbek getroffen, um sich über den dort geplanten Bau von Ockerteichen zu informieren. Zudem überreichte er dem Verband einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 540.000 Euro für den ersten Bauabschnitt. „Die Maßnahme ist von besonderer Bedeutung, da das Gewässersystem seit langem durch Ocker chemisch belastet und in einem schlechten Zustand sind“, sagte Habeck.

Boden für Verockerung verantwortlich

Im Rahmen einer Bestandsanalyse wurde in den Hauptquellbächen Wallsbek und Meyner Mühlenstrom und deren Zusammenfluss, dem Schafflunder Mühlenstrom, eine signifikante Belastung durch den Eintrag von Ocker (Eisenhydroxide) festgestellt. Für die Verockerung werden unter anderem die im Einzugsgebiet vorhandenen grundwassergeprägten Bodentypen wie Gley und Gley-Podsol verantwortlich gemacht.

Das rund 32 Kilometer lange Fließgewässersystem rund um die Wallsbek ist ein landesweit bedeutsamer Lebensraum und gilt als Wander-, Laich- und Aufwuchsgebiet für Neunaugen und Lebensstätte seltener Wasserpflanzen. „Um wieder einen guten ökologischen Zustand des Gewässers zu erreichen, muss neben den schon vielfach umgesetzten und noch laufenden strukturverbessernden Maßnahmen im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) auch die Wasserqualität deutlich verbessert werden“, sagte Habeck.

Mann zeigt auf eine Tafel. Umweltminister Robert Habeck (r.) informiert sich über die Einrichtung von Ockerteichen an der Wallsbek. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Umweltminister Robert Habeck (r.) informiert sich über die Einrichtung von Ockerteichen an der Wallsbek. © MELUND

Ockerteiche sollen Eisen ausfällen

Um der Verockerung entgegenzuwirken ist daher die Einrichtung von Ockerteichen, welche dezentral an den Zuflüssen zur Wallsbek platziert werden sollen, nach dänischem Vorbild geplant. Die Anlagen sind mit vorgeschaltetem Sandfang als flache ineinander übergehende Teiche ausgebildet, durch die das Wasser in einer berechneten Aufenthaltszeit hindurchfließt. Sedimentations- und Oxidationsbereiche in dem Teichsystem sorgen dafür, dass dem Gewässer Eisen entzogen werden kann.

Die Kosten für das Gesamtprojekt liegen derzeit bei insgesamt rund 1,7 Millionen Euro.

Hintergrund zur Ockerbildung:

Der im letzten Jahrhundert durchgeführte Gewässerausbau und die damit erfolgten Absenkungen der Grund- und Oberflächenwasserstände haben zu einer Veränderung des Wasserhaushalts beigetragen. Dadurch gelangte Bodenluft in das eisenhaltige Bodengefüge, es entstanden neue Fließwege und es kam zu einer Mobilisierung beziehungsweise Lösung der im Boden vorhandenen Eisenoxide. Zweiwertiges Eisen (Eisen II) wird dabei meist diffus als farblose Säure und dreiwertiges Eisen (III)-Hydroxid als roter Ocker in die Fließgewässer eingetragen. Die Säure ist für die Gewässerfauna toxisch. Zudem kann es im weiteren Fließfortgang zu einer weiteren Oxidation zum roten Ocker oder Eisen (III)-Hydroxit kommen, der das Wasser trübt und sich auf die Gewässersohle und Wasserpflanzen legt.

Medien-Information vom 3. August 2017 zum Herunterladen (PDF 123KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext: Jana Ohlhoff | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung | Mercatorstraße 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7173 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de | Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.melund.schleswig-holstein.de

 

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