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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

© M. Staudt / grafikfoto.de

30 Millionen Euro für Fischerei, Aquakultur und Meeresschutz: Landesprogramm zur Umsetzung läuft an

Datum 18.04.2016

KIEL. Mit dem „Landesprogramm Fischerei und Aquakultur“ will Schleswig-Holsteins Umwelt- und Fischereiminister Robert Habeck die Entwicklung einer nachhaltigen, heimischen Fischerei stärken. Erste Projekte des 30-Millionen-Euro-Programms laufen derzeit an. "Mit dem Landesprogramm wollen wir dazu beitragen, dass die Fischerei in unserem Land eine Zukunft hat, gerade, indem sie die gemeinsamen Ressourcen schont. Schleswig-Holstein, die Fischerei und der Meeressschutz gehören zusammen", sagte Habeck heute 18. April 2016.

24 Millionen Euro des Programms stammen aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF). Sechs Millionen Euro werden aus nationalen Mitteln, davon ein erheblicher Teil aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein sowie aus der Fischereiabgabe, bereitgestellt.

"Der Nachhaltigkeitsanspruch ist Leitgedanke der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik der EU seit 2013 und prägt den Förderfonds für den Fischereisektor und entsprechend auch das neue Landesprogramm. Die Fischerei kann nur zukunftsfähig sein, wenn sie ökologisch und ökonomisch nachhaltig ausgerichtet ist. Sie muss sich an natürlichen Gegebenheiten orientieren und die Meeresumwelt schonen. Dazu bietet uns der Fischereifonds hervorragende Möglichkeiten, an dieser wichtigen Schnittstelle neue Ideen und kluge Lösungen in die Tat umzusetzen."

Das Landesprogramm setzt unter anderem auf den Erhalt der aktiven Fischerei an den Küsten sowie im Binnenland und beinhaltet gleichzeitig Maßnahmen, mit denen die Umweltauswirkungen der Fischerei reduziert werden. Es dient auch der Umsetzung des Maßnahmenprogramms nach Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und stellt u.a. für den Schutz der Biodiversität in Nord- und Ostsee 1,5 Millionen Euro an Europäischen Fördermitteln zur Integrierten Meerespolitik bereit.

Mit dem Programm wird somit die Förderung von Fischerei, Aquakultur und Meeresschutz in der laufenden EU-Förderperiode in Schleswig-Holstein umgesetzt. Zu den Schwerpunkten gehören Investitionen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Fischereiflotte, die Fortführung der Koordinierung der freiwilligen Vereinbarung zum Schutz von Schweinswalen und tauchenden Meeresenten sowie die Förderung von Forschungs- und Investitionsmaßnahmen für umweltschonende Fangtechniken, z.B. zur Minimierung von Beifängen.

Daneben steht aber auch Fisch als Nahrungsmittel im Fokus des Landesprogramms: So sind beispielsweise eine Informationskampagne zur heimischen nachhaltigen Fischerei, Investitionen in eine nachhaltige Aquakultur oder Maßnahmen zur Unterstützung fischverarbeitender und -vermarktender Unternehmen vorgesehen.

Habeck sagte: "Viele Menschen in unserem Land schätzen frischen Fisch als wertvolles und gesundes Nahrungsmittel. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein für regionale Produkte stetig. Wir möchten dazu beitragen, die Leistungen der heimischen Fischerei und Aquakultur stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Insbesondere Informationen darüber, wie und wo frischer Fisch direkt vom Kutter oder Erzeuger bezogen werden kann, nutzen am Ende nicht nur dem Verbraucher und dem Fischer; die kurzen Wege machen regionale Produkte auch besonders nachhaltig."

Hintergrund:
Rund drei Viertel der Mittel des Landesprogramms Fischerei und Aquakultur stammen aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF), einem Strukturfonds der Europäischen Union in der EU-Förderperiode 2014 - 2020. Eine Abwicklung von geförderten Projekten wird in einem Zeitraum von bis zu drei Jahren nach Ende der Förderperiode möglich sein. Der europarechtliche Rahmen legt die Bedingungen und Möglichkeiten der Verwendung der Gelder fest. Dabei hat die Europäische Union für den EMFF folgende sechs Prioritäten formuliert, an denen sich auch das Landesprogramm orientiert:

  • Priorität 1: Nachhaltige Entwicklung der Fischerei (Küsten- und Binnenfischerei)
  • Priorität 2: Nachhaltige Entwicklung der Aquakultur
  • Priorität 3: Begleitende Maßnahmen für die Gemeinsame Fischereipolitik (Fischereiüberwachung und Datenerhebung)
  • Priorität 4: Nachhaltige Entwicklung der Fischwirtschaftsgebiete
  • Priorität 5: Verarbeitung und Vermarktung fischwirtschaftlicher Erzeugnisse
  • Priorität 6: Integrierte Meerespolitik

Die Grundlage für das Landesprogramm bildet das deutsche operationelle Programm zum EMFF, in dem die geplante Mittelverwendung im Detail dargestellt wird. Am Erstellungsprozess waren der Bund und alle am EMFF teilnehmenden Bundesländer beteiligt.

Die einzelnen Maßnahmen des Landesprogramms richten sich an einen vielfältigen Adressatenkreis: Von einzelnen Fischerei- und Aquakulturbetrieben, über Forschungseinrichtungen, Naturschutzverbänden und Verarbeitungsunternehmen bis hin zu Vereinen, die das kulturelle fischereiliche Erbe vor Ort pflegen.

Weitere Informationen zum Landesprogramm Fischerei und Aquakultur sind zu finden unter www.emff.schleswig-holstein.de.


Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de
Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de |

 

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