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Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Portraitfoto Dr. Robert Habeck
Dr. Robert Habeck

Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung

Staatskanzlei

Umweltminister Habeck will Biolandwirtschaft stärken – Fachtagung zu den Perspektiven des Ökolandbaus

Datum 23.02.2015

RENDSBURG. Mit mehr Beratung, besseren Vermarktungsstrukturen und gezielten Förderprogrammen will die Landesregierung den Ökolandbau stärken. "Im vergangenen Jahr haben wir die Flächenförderung erhöht und sind ganz oben angekommen. Jetzt wollen wir verstärkt unsere Arbeit darauf richten, Netzwerk- und Vermarktungsstrukturen aufzubauen", sagte Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck heute (23. Februar 2015) bei einer vom MELUR initiierten Fachtagung in der Landwirtschaftskammer in Rendsburg.

Habeck kündigte an, ein Pilotprojekt für den Aufbau eines Netzwerks fördern zu wollen, das eine engere Kommunikation und Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure im Ökolandbau unterstützt. Im Zuge der neuen EU-Förderperiode wird zudem erstmals die einzelbetriebliche Beratung für Ökobauern unterstützt ebenso wie der Bau von Ställen mit hohen Tierwohlstandards und die Anpflanzung von Eiweißpflanzen. Auch Investitionen in Vermarktung und Verarbeitung können gefördert werden.

"Der Ökolandbau erbringt besonderen Leistungen vor allem für Gewässerschutz und Artenvielfalt. Damit versöhnt er Lebensmittelherstellung und Ökologie in einem ganz praktischen Sinne. Die Kosten im Ökolandbau sind angesichts dieser zusätzlichen gesellschaftlichen Leistungen aber höher als in der konventionellen Landwirtschaft. Deshalb fördert die Landesregierung den ökologischen Anbau", sagte Habeck.

Erfreut stellte der Minister fest, dass die Anbaufläche des Ökolandbaus seit der Regierungsübernahme wieder wachse. Allerdings sei damit zu rechnen, dass der Zuwachs 2014 weniger stark sein dürfte als erhofft. Das liege auch an der extrem guten Einkunftssituation beim konventionellen Anbau 2014. Hierdurch wachse das Einkommensgefälle zu weniger intensiv produzierenden Betrieben, was die Umstellung erschwere.

Habeck zufolge gibt es aber gerade für Milchbauern, die auf Bio-Produktion umstellen, große Chancen. "Die Milchpreise gehen auf breiter Front zurück. Die Bio-Milch-Molkereien suchen aber neue Bauern und zahlen dafür auch etwa 10 ct mehr. Alle Bauern sollten jetzt nochmal sehr genau nachrechnen, ob sich eine Umstellung für sie nicht rechnet."

Hintergrund

In Schleswig-Holstein wurden 2013 knapp 4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. Das war im Vergleich zu 2012 ein Zuwachs von 5.000 Hektar Flächenverlusten im Vorjahr. Die Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor.

Die Landesregierung hat 2014 die Flächenförderung für den Ökolandbau noch einmal deutlich erhöht: auf 234 Euro je Hektar und Jahr. 2011 waren es noch 137 Euro je Hektar, 2013 wurden die Förderung erstmals auf 180 Euro erhöht. In den ersten beiden Jahren der Umstellung sind es jetzt 364 Euro (je Hektar und Jahr).

Die neu aufgelegte Agrarinvestitionsförderung (AFP) sieht anspruchsvolle Kriterien für die Tierhaltung und ein geringeres Mindestinvestitionsvolumen vor. Dies ist eine gute Chance für Ökobetriebe. Stallbauten können mit bis zu 40 Prozent gefördert werden. Jeweils vom 01. März bis 30. April können Sie Anträge stellen.

Für die Förderung von Investitionen der Verarbeitung und Vermarktung wird das MELUR das Antragsverfahren ebenfalls noch in der ersten Jahreshälfte eröffnen.

Die Förderung von Bildungsveranstaltungen wird fortgeführt. Ab nächstem Jahr wird auch die wichtige einzelbetriebliche Beratung zum Ökolandbau gefördert werden. Die Ausschreibung hierfür wird im Sommer 2015 durchgeführt.


Verantwortlich für diesen Pressetext:

Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7201 | Telefax 0431 988-7137 | E-Mail: pressestelle@melund.landsh.de
Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.schleswig-holstein.de |

 

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