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Landespolizei Schleswig-Holstein

Landespolizeiamt Schleswig-Holstein

Im Bäderdienst an der Westküste

Collage verschiedenster Tätigkeiten im BäderdienstCollage verschiedenster Tätigkeiten im Bäderdienst © Landespolizei Schleswig-Holstein

An diesem Julimorgen ist ordentlich was los in St. Peter-Ording: im kleinen Badeort sitzen Menschen in Straßencafés zum Frühstück, Einheimische und Touristen bummeln über den Marktplatz und Fahrräder schlängeln sich durch den dichten Verkehr. Mittendrin, auf Streifenfahrt, Polizeiobermeister Lars P. Der 19-jährige hat sich direkt nach dem Realschulabschluss 2014 bei der Landespolizei beworben. Nach Ende der Ausbildung im Februar leistet er jetzt hier „Bäderdienst“.

Präsenz in der Stadt und an den Stränden

Im Sommerhalbjahr vervielfacht sich die Einwohnerzahl der schleswig-holsteinischen Urlaubsgebiete an Nord- und Ostsee. Die kleinen Polizeidienststellen bekommen zusätzliche Beamte. Seit 1991 gibt es diesen Bäderdienst, in dem viele junge Beamte Berufspraxis sammeln. Die Polizisten zeigen Präsenz in der Stadt und an den Stränden – sind auch bürgernaher Ansprechpartner für Einheimische und Touristen. Der Autoverkehr steigt, mehr Radler sind unterwegs – da steigt auch die Zahl der Unfälle.

„Die Touristen sind zum Teil sehr sorglos unterwegs und achten zum Beispiel nicht auf den Verkehr. Hier geben wir Hinweise. Ein typischer Fall ist auch, dass die Leute auf einer Radtour die Sonne unterschätzen und Kreislaufprobleme bekommen“, erzählt Obermeister P. „Ein größeres Thema ist auch Fahrraddiebstahl“.

Mit seinem Streifenwagen fährt Lars P. an typisch schleswig-holsteinischer Urlaubs-Kulisse vorbei: Dünen, Sandstrand, im Hintergrund das Meer. Immer wieder hebt der Beamte die Hand, grüßt Mitarbeiter vom Rettungsdienst, den Fahrer einer Entsorgungsfirma, einen Parkwächter. „Man kennt sich hier nach kurzer Zeit, arbeitet zusammen und unterstützt sich“. Manchmal nutzt der junge Beamte die günstige Lage des Dienstortes im Urlaubsgebiet und fährt nach Dienst mit den Kollegen an den Strand. „Wir kennen inzwischen die Stellen wo man besonders gut baden kann“.

Enger Kontakt mit den Bürgern

In seiner zukünftigen Heimatdienststelle am Hamburger Stadtrand wird es der Berufseinsteiger mit einem breiten Großstadt-Einsatzspektrum zu tun haben, das sich von den Einsätzen und dem Bürgerkontakt in Nordfriesland deutlich unterscheiden dürfte. „Der Kontakt zu den Bürgern hier in St. Peter ist sehr angenehm. Das ist so ein bisschen das Dorf-Sheriff-Feeling“, lächelt P. Ähnliche Erfahrung hat er auch mit den Touristen gemacht. „Überwiegend entspannt“, beschreibt er den Umgang.

Einmal habe eine aufmerksame Bürgerin die Beamten gerufen, weil ein mittags geparktes Fahrzeug von Wassersportlern nach Einbruch der Dunkelheit immer noch dort stand. Ein Badeunfall? Als die Beamten eintrafen kamen ihnen dann schon die Kitesurfer entgegen. Entwarnung: sie hatten die Zeit vergessen. „Man passt hier aufeinander auf“, sagt P.

Ein Polizist geht von einem Streifenwagen weg, der am Strand steht DSC_0657_verpixelt_ausschnitt_web (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Beamten zeigen auch am Strand Präsenz © Landespolizei Schleswig-Holstein

Lars P. wird noch bis September bleiben und danach dann in seine zukünftige „Endverwendungs-Dienstelle“ wechseln. Eine Rückkehr in den Bäderdienst kann er sich sehr gut vorstellen. „Wenn es dienstlich möglich ist, würde ich gerne wiederkommen“.

Text: Dennis Schneider, Landesredaktion Landespolizeiamt
Fotos: Sebastian Voesch, Landespolizeiamt