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Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein

© LVermGeo SH

Geschichte

Das Liegenschaftskataster im Wandel der Zeit von 1876 bis heute.

Ausschnitt aus einer Urkarte Urkarte (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ausschnitt aus einer Urkarte © LVermGeo SH

Grundsteuerkataster

1876 wurden in Schleswig-Holstein die Katasterämter gegründet. Diese hatten ursprünglich auch die Funktionen von Steuerbehörden, da von ihnen die Grundlagen zur Festsetzung der Grund- und Gebäudesteuern geliefert wurden.

Eigentumskataster

Nach der Einrichtung des Grundsteuerkatasters wurde noch ein anderer Gedanke mit dem Liegenschaftskataster verknüpft, nämlich jenes als ergänzendes Register neben dem Grundbuch zur Eigentumssicherung zu nutzen.

Schon die preußische Grundbuchordnung stellte einen Bezug zwischen dem Grundbuch und den Nachweisen des Grundsteuerkatasters her. Dieser wurde am 01.01.1900 mit Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches in Verbindung mit der neuen Grundbuchordnung endgültig konkretisiert.

Das Liegenschaftskataster diente fortan auch als amtliches Verzeichnis der Grundstücke. Die Eigentumsgrenzen waren jetzt mathematisch definiert und konnten jederzeit in die Örtlichkeit übertragen werden. Es stellt somit die geometrische Festlegung der Grundstücke dar.

Das Liegenschaftskataster hatte damit eine inhaltliche Wandlung erfahren: Es war zum Eigentumskataster geworden. In Schleswig-Holstein wurde es als Reichskataster bezeichnet.

Mehrzweckkataster

In den letzten 50 Jahren hat sich die Bedeutung des Liegenschaftskatasters noch einmal grundlegend erweitert.

Ausgelöst durch die Wiederaufbauarbeiten nach dem 2. Weltkrieg bildeten die Katasternachweise zusätzlich eine wesentliche Grundlage für Planungen, bodenordnungsrechtliche Maßnahmen (zum Beispiel Baulandumlegungen, Grenzregelungen) sowie für Bestandserfassungen von Wirtschaft und Verkehr. Sie wurden zudem ein wichtiger Grunddatenlieferant für die Statistik.

Das einstige Grundsteuerkataster war nun zu einem Mehrzweckkataster mit vielen Nutzungsmöglichkeiten geworden. Auf Grund der inzwischen auch verbesserten Messmethoden und der veränderten Darstellungen der Liegenschaftskarten sprach man in Schleswig Holstein vom "Neuen Liegenschaftskataster".

Geobasisdaten

Heutzutage werden überwiegend Geoinformationssysteme (GIS) zur Speicherung, Visualisierung und Verarbeitung der Katasterdaten genutzt.

Spätestens seit der Einführung des Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystems® (ALKIS®) liegen die beschreibenden und darstellenden Daten des Katasters flächendeckend in digitaler Form vor.

Ausschnitt aus einer Automatisierten Liegenschaftskarte Automatisierte Liegenschaftskarte (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Ausschnitt aus einer Automatisierten Liegenschaftskarte © LVermGeo SH

Aufgrund ihrer standardisierten Abgabeformate können die Katasterdaten von den Nutzern grundsätzlich in deren GIS eingespielt, angezeigt und weiterverarbeitet werden. Die Daten des Liegenschaftskatasters dienen zudem den anderen öffentlichen Verwaltungen als Ausgangs- bzw. Grunddaten für deren Fachdaten. So nutzt beispielsweise das Technische Betriebszentrum (TBZ) Flensburg einen ausgedünnten ALKIS®-Datenbestand als Hintergrundinformation für die Darstellung ihrer Fachinformationen zu den Schmutz- und Regenwasserkanälen der Stadt Flensburg.

Die Daten des Liegenschaftskatasters werden daher zusammen mit denen des Amtlichen Topographisch-kartographischen Informationssystems® (ATKIS®) als Geobasisdaten bezeichnet.

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