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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

Weitere Wolfsnachweise in Schleswig-Holstein

Datum 04.11.2017

FLINTBEK/KIEL. Das schleswig-holsteinische Wolfsmanagement teilt mit, dass nach Abschluss weiterer Untersuchungen potentieller Wolfsrisse im Lande erneut Wolfsnachweise erbracht werden konnten. Darüber hinaus konnte ein Wolf anhand einer Videoaufnahme festgestellt werden. Alle nachfolgend aufgeführten Wolfsnachweise wurden durch den für Schleswig-Holstein zuständigen Wolfsexperten, Herrn Dr. N. Stier von der TU Dresden, als C1-Nachweise (eindeutiger Nachweis) eingestuft.

Im Rahmen eines Vorfalls am 9. September 2017 bei Witzwort in Nordfriesland wurden ein Schaf getötet und zwei weitere Tiere verletzt. Letztere erlitten so schwere Verletzungen, dass sie in der Folge durch einen Tierarzt euthanasiert werden mussten. Genetische Untersuchen des "Nationalen Referenzzentrums für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf" beim Senckenberg Forschungsinstitut in Gelnhausen bei Frankfurt wiesen als Verursacher jetzt eindeutig einen Wolf des Haplotyps HW01 nach.

Im Verlauf eines ähnlichen Vorfalls wurde am 12. September 2017 bei Delve im Kreis Dithmarschen ein Schaf getötet. Auch hier konnte auf der Grundlage genetischer Analysen ein Wolf des gleichen Haplotyps als Verursacher bestimmt werden.

Bei einem weiteren Schaf, das den Mitarbeitern des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements am 12. Oktober 2017 aus Lübeck bei Eichholz als potentieller Wolfsriss gemeldet wurde, konnten genetische Analysen ebenfalls einen Wolf (HW01) als Verursacher des Vorfalls nachweisen.

Der Betreiber einer Fotofalle stellte dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement eine Videoaufnahme zur Verfügung, die am frühen Morgen des 19. Oktober 2017 eindeutig einen Wolf zeigt. Die Fotofalle war vom Betreiber in der Nähe der Gemeinde Krempel im Kreis Dithmarschen aufgestellt worden.

Einschließlich der jüngsten Nachweise konnten in Schleswig-Holstein seit dem Jahr 2007 insgesamt 50 C1 und C2-Nachweise (eindeutige und bestätigte Hinweise) von Wölfen erbracht werden. Bis heute handelte es sich um Tiere, die sich nur relativ kurzfristig im Lande aufgehalten haben und dann in verschiedene Richtungen wieder abgewandert sind. Bis heute wurden keine residenten Einzeltiere, Paare oder gar Rudel in Schleswig-Holstein festgestellt – demgemäß beträgt der offizielle Wolfsbestand nach wie vor 0 Tiere.

Die betroffenen Tierhalter haben jetzt die Möglichkeit, sich die entstandenen finanziellen Verluste durch das Land Schleswig-Holstein auf Antrag ersetzen zu lassen.

Zudem besteht die Möglichkeit, die durch Wölfe bedrohten Flächen für einen bestimmten Zeitraum durch sogenannte Notfallpakete des Landes zusätzlich vor Wölfen abzusichern. Bei diesen Notfallpaketen handelt es um mobile wolfssichere Netzsysteme, die kombiniert mit ausreichenden Stromstärken guten Schutz vor Wölfen bieten. Allerdings können durch diese Notfallpakete, die kostenfrei über die Außenstellen des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) betroffenen Tierhaltern zur Verfügung gestellt werden, nur aktuell durch Wölfe bedrohte Flächen geschützt werden. Entsprechende Maßnahmen sind vor dem Hintergrund, dass sich bislang lediglich einzelne durchwandernde Tiere im Land aufhielten, in der Regel nur für einen Zeitraum von wenigen Wochen notwendig. Danach müssen die Notfallpakete zurückgegeben werden, damit sie gegebenenfalls im Rahmen neuer Vorfälle verwendet werden können. Die vorsorgliche Verstärkung von Weideflächen in ganzen Betrieben – ohne akute Bedrohung – kann durch diese Pakete nicht geleistet werden. Lediglich im einzigen schleswig-holsteinischen Wolfsgebiet, dem Kreis Herzogtum Lauenburg, werden wolfssichere Einzäunungen auf Antrag zu 80 Prozent durch das Land Schleswig-Holstein gefördert.

Generelle Hinweise für das Verhalten bei einer vermuteten Wolfssichtung finden Sie hier: www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/V/Presse/PI/Dokumente/170906_Wolf_Verhaltensregeln.html.

Für die Meldung von Wolfshinweisen und Schadensfällen wenden Sie sich bitte an die Notfallhotline: 0174 / 63 30 335


Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: martin.schmidt@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de