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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

Neue Lärmkarten zeigen Verbesserungen der Lärmsituation in Schleswig-Holstein

Datum 25.10.2017

FLINTBEK. Aktuelle Lärmkarten für 426 Städte und Gemeinden sind seit gestern auf der Internetseite des Landes unter www.laerm.schleswig-holstein.de veröffentlicht. Eine Abnahme der von Lärm belasteten Flächen um ca. 5 % und der Anzahl der belasten Menschen um ca. 10 % gegenüber der letzten Lärmkartierung von 2012 sind ein Ergebnis der statistischen Analysen. Zur Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie der EU wurden u.a. Lärmkarten für Straßen mit einer Verkehrsstärke über 8.200 Fahrzeugen am Tag ausgearbeitet.

Die Verbesserung der Lärmsituation ist unter anderem darin begründet, dass bei ca. 200 Kilometern Straßenlänge lärmmindernde Straßenbeläge berücksichtigt werden konnten und in 30 Gemeinden neue Lärmschutzwände oder -wälle die Lärmbelastungen vermindert haben. Noch liegen nicht alle Lärmkarten vor, da einzelne Städte ihre Karten aus dem Jahr 2012 noch überarbeiten. Die Lärmkarten für den Ballungsraum Kiel sind noch in der Überprüfung und sollen ebenfalls zeitnah veröffentlicht werden. Wenn alle Lärmkarten vorliegen, wird in weiteren Untersuchungen detaillierter den Veränderungen der Lärmbelastungen nachgegangen werden, zumal in über einem Drittel der Kommunen auch eine Zunahme der Lärmbelastung festzustellen ist.

In den bislang kartierten Gemeinden sind ca. 25.000 Menschen ganztags Lärmbelastungen über 65 dB(A) und 30.000 Menschen Lärmbelastungen über 55 dB(A) nachts ausgesetzt, die als hoch oder sehr hoch bewertet werden. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen sieht die dauerhafte Absenkung der Lärmbelastung unter diese Werte als kurzfristiges Handlungsziel zur Vermeidung von Umweltgefahren.

Für den Flughafen Hamburg ist eine Zunahme der Lärmbelastungen gegenüber dem Jahr 2012 festzuzustellen. Grund hierfür ist insbesondere eine Zunahme von Flugbewegungen zwischen 22 und 24 Uhr.

Es ist nun Aufgabe der Städte und Gemeinden, auf Grundlage der neuen Lärmkarten die Lärmsituation erneut zu bewerten und schädliche Auswirkungen einschließlich Belästigungen zu verhindern, ihnen vorzubeugen oder sie zu mindern. Dazu sind die Lärmaktionspläne von den Gemeinden bis zum 18. Juli 2018 zu überprüfen und soweit erforderlich zu überarbeiten. Die Öffentlichkeit erhält Gelegenheit, bei der Aufstellung mitzuwirken, z. B. um besondere Lärmprobleme zu thematisieren oder Lärmminderungsmaßahmen vorzuschlagen.

Diese gemeindliche Aufgabe hat durch ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland wegen Defiziten bei der Lärmaktionsplanung besonderes Gewicht bekommen. Zwar haben die meisten Städte und Gemeinden in Schleswig-Holstein ihre gesetzliche Verpflichtung erfüllt und Lärmaktionspläne aufgestellt. Um der zu erwartenden verstärkten fachlichen Überprüfung der Aktionspläne durch die EU gerecht zu werden und Vertragsstrafen zu vermeiden, ist es aber notwendig, dass alle Städte und Gemeinden ihre Verantwortung wahrnehmen.

Die Ausarbeitung der Lärmkarten durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (LLUR) stellt eine Unterstützung des Landes für die kleineren Kommunen dar. Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern kartieren mehrheitlich eigenständig. Darüber hinaus leistet das LLUR zentral administrative Hilfestellungen bei der Aufstellung der Aktionspläne. Koordiniert werden die Maßnahmen durch eine Projektgruppe im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, in der auch Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, aus Städten und Gemeinden sowie der beteiligten Behörden mitarbeiten und die entsprechenden Belange einbringen.

Die Lärmkarten werden berechnet, da Messungen angesichts des großen Kartierungsumfanges nicht praktikabel sind. Im ersten Schritt werden die Lärmemissionen ermittelt, so z.B. der Lärm, der von einer Straße als Lärmquelle ausgeht. Die Lärmemission beim Straßenverkehr wird vor allem durch die Verkehrsleistung, den LKW-Anteil, die Straßenoberfläche und die Geschwindigkeit bestimmt. Grundlage sind insbesondere die vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein bereitgestellten Ergebnisse der Verkehrszählungen. Im zweiten Schritt wird unter Berücksichtigung der Abstände, von Schallhindernissen und Reflexionen errechnet, welche Lärmbelastungen an welchen Orten vorliegen.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: martin.schmidt@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de