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Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

© M. Staudt/grafikfoto.de

Wolf stammt aus Mecklenburg-Vorpommern (Lübtheen)

Datum 14.09.2017

FLINTBEK/KIEL. Das schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium berichtete in den vergangenen Tagen über eine Reihe von eindeutigen Wolfsnachweisen (Kategorie C 1) aus verschiedenen Regionen Schleswig-Holsteins. Drei der Nachweise gelangen auf der Grundlage von Fotos zwischen dem 1. Juli und dem 4. September 2017, in weiteren Fällen wurden Proben an getöteten Nutz- und Wildtieren entnommen, die zu genetischen Untersuchungen an das nationale Referenzzentrum für die Untersuchung genetischer Proben beim Wolf, dem Senckenberg-Forschungsinstitut in Gelnhausen bei Frankfurt, gegeben wurden.

Während aufgrund von Fotos die Herkunft der jeweiligen Tiere in der Regel nicht geklärt werden kann, ermöglichen genetische Untersuchungen in vielen Fällen eine entsprechende Klärung.

Heute (14. September 2017) wurden dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement durch das Senckenberg-Forschungsinstitut für insgesamt vier Fälle die Ergebnisse seiner Untersuchungen, die aufgrund der aktuellen Wolfsnachweise als Eilproben bearbeitet wurden, vorgelegt. Aus den Ergebnissen ergibt sich folgendes Bild:
Als Verursacher im Falle eines Risses von Rehen in der Gemeinde Weede (Kreis Segeberg) am 29. August 2017 wurde bereits vor einigen Tagen ein Wolf des Haplotyps HW01 nachgewiesen. Anhand der seinerzeit vorliegenden Daten war aber eine individuelle Zuordnung noch nicht möglich. Vertiefte Untersuchungen des Senckenberg-Forschungsinstituts haben jetzt gezeigt, dass es sich um ein männliches Tier handelt, dass dem Wolfsrudel entstammt, das in der Lübtheener Heide in Mecklenburg-Vorpommern siedelt; das Tier hatte die Bezeichnung GW 781 erhalten.

Gleiches gilt für zwei Nutztierrisse, die am 6. und 7. September 2017 dem schleswig-holsteinischen Wolfsmanagement in den Gemeinden Garding und Poppenbüll auf der Halbinsel Eiderstedt gemeldet worden waren. Die Untersuchungen der in diesen Fällen gewonnenen Proben haben ebenfalls den Wolf GW 781 als Verursacher erbracht. Im Rahmen der beiden genannten Vorfälle wurden insgesamt drei Schafe getötet und weitere 12 Tiere verletzt – 6 der verletzten Schafe mussten aufgrund der Schwere der festgestellten Verletzungen durch einen Tierarzt euthanasiert werden.

Es ist nicht bekannt, welchem Wurf des Lübtheener Rudels GW 781 entstammt. Angaben zum genauen Alter des Tieres sind deshalb nicht möglich. Der Wolf wurde erstmals im April 2017 im Zusammenhang mit einem Nutztierriss (Sika-Wild-Gatter) bei Hornkaten, südwestlich von Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern beprobt.

Im Zusammenhang mit einem weiteren gemeldeten Nutztierriss nahe der Ortschaft Breiholz im Kreis Rendsburg-Eckernförde konnten die Ergebnisse genetischer Untersuchungen ebenfalls Klarheit bezüglich des Verursachers erbringen. Auch in diesem Fall konnte ein Wolf eindeutig als Verursacher identifiziert werden. Wie GW 781 wurde der Verursacher dieses Nutztierrisses dem Haplotypen HW01 zugeordnet – eine individuelle Zuordnung ist bislang aber noch nicht gelungen. Im Rahmen dieses Vorfalls wurden am 3. September 2017 ein Schaf getötet und zwei weitere verletzt – eines der verletzten Tiere musste durch einen Tierarzt euthanasiert werden. Bei diesem Nachweis handelt es sich um den 40. Nachweis eines Wolfes in Schleswig-Holstein seit dem Jahr 2007.

Die Beobachtungen und Daten der oben genannten Rissvorfälle wurden der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf zur fachlichen Beurteilung vorgelegt.

Die betroffenen Tierhalter wurden von den zuständigen Wolfsbetreuern über die Ergebnisse der oben genannten Untersuchungen informiert. Ihnen wurden darüber hinaus sogenannte Herdenschutzpakete des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements angeboten, um den Schutz ihrer Tiere im betroffenen Gebiet zeitnah verbessern zu können. Es besteht für sie darüber hinaus die Möglichkeit, einen finanziellen Ausgleich der ihnen entstandenen Schäden aus Mitteln des Landes zu erhalten.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Martin Schmidt, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Hamburger Chaussee 25, 24220 Flintbek | Telefon 04347 704-243 | Telefax: 04347 704-702 | E-Mail: martin.schmidt@llur.landsh.de | www.llur.schleswig-holstein.de