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Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH)

© M. Staudt / grafikfoto.de

Neues Schöpfwerk in Dagebüll

Datum 24.03.2017

Nach 14-monatiger Bau- und Erprobungszeit wird heute (24. März) das neue Schöpfwerk in Dagebüll von Dietmar Wienholdt, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Kieler Umweltministerium, an Oberdeichgraf Jan Albrecht, dem Vorsteher des Deich- und Hauptsielverbandes Südwesthörn-Bongsiel (DHSV), übergeben. Nach dem zweimonatigen Probelauf ist es jetzt regulär in Betrieb. 1200 Hektar des umliegenden Einzugsgebietes werden nun durch ein Schöpfwerk entwässert, welches auf dem neusten Stand der Technik ist.

Der Neubau des Schöpfwerkes war wegen der im vergangenen Jahr begonnenen Deichverstärkung bei Dagebüll erforderlich geworden: Die alten Druckrohrleitungen hätten der Last des künftigen, viel schwereren Deichkörpers nicht mehr standgehalten. Eine Grundsanierung der Leitungen, des Gebäudes und der Betriebstechnik wäre zwar möglich, aber nicht wirtschaftlich gewesen. Das alte Schöpfwerk lag zudem mitten im touristisch genutzten Bereich des beliebten Dagebüller Badestrandes. Die bessere Lösung: Ein neues Schöpfwerk, etwa 1,3 Kilometer nordöstlich des alten Standortes und abseits touristischer Nutzungen. Diese Lage bot sich an, weil dort eine alte Kleientnahmestelle liegt, die jetzt als Speicherbecken genutzt wird, um das nach starken Regenfällen zufließende Wasser vorübergehend zu speichern.

Auf den ersten Blick ist das 8 mal 15 m große Gebäude wenig beeindruckend. Aber das Schöpfwerk hat es in sich: 17 Meter tief gegründet, ruht das Maschinenhaus mit seinen fünf Meter tiefen Pumpenkellern die zwei Propellerpumpen bergen. Zukünftig funktioniert alles automatisch und fernüberwacht. Computergesteuert werden ein oder zwei Pumpen eingeschaltet, die bis zu 3,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch ein Meter dicke Leitungen aus dem Koog in die Nordsee pumpen. Dabei anfallendes Treibgut wird von einem Feinrechen abgefangen, der – ebenfalls automatisch – von einem Greifer gereinigt wird.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) hatte den Neubau zusammen mit dem DHSV in Auftrag gegeben. Nach einem Jahr Planungszeit durch das Ingenieurbüro Mohn und dem Bau durch die Firmen Knoll (Wasserbauarbeiten, Tief- und Hochbauarbeiten) und Lückmann (Pumpen und Betriebstechnik) wurde das ambitionierte Projekt planmäßig fertiggestellt. Der Hochbauteil des alten Schöpfwerks wurde bereits abgerissen.
Die Kosten von rund 3,5 Millionen Euro werden zu drei Viertel aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes finanziert (70 % Bund, 30 % Land Schleswig Holstein). Das restliche Viertel übernehmen der DHSV zu zwei Dritteln sowie die Gemeinde Dagebüll zu einem Drittel.


Verantwortlich für diesen Pressetext: Dr. Hendrik Brunckhorst, Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz des Landes Schleswig-Holstein, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Herzog-Adolf-Straße 1, 25813 Husum | Telefon 04841 667-142 | Telefax: 04841 667-115 | E-Mail: hendrik.brunckhorst@lkn.landsh.de | www.lkn.schleswig-holstein.de