Landesportal Schleswig-Holstein

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Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein

© M. Staudt/grafikfoto.de

26 Meistereien des LBV-SH sind für einen reibungslosen Ablauf des Winterdienstes verantwortlich

Ein auch im Winter leistungsfähiges Straßennetz ist unverzichtbare Voraussetzung für eine funktionierende Volkswirtschaft. Der Winterdienst des LBV-SH ist deshalb für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein von grundlegender Bedeutung. Dabei gilt es nicht nur, die Leistungsfähigkeit der Straßen möglichst rund um die Uhr zu gewährleisten sondern auch glättebedingte Unfälle und deren Folgen zu vermeiden.

Um einen effektiven und wirtschaftlichen Winterdienst in Schleswig-Holstein zu erreichen,  werden seit einigen Jahren verbesserte Winterdiensttechniken eingesetzt. Im Jahr 2000 ist das bereits seit den 80iger Jahren bestehende System der Glättemeldeanlagen zu einem Straßenzustands- und Wetterinformationssystem ( SWIS ) ausgebaut worden. Dabei werden die Daten von eigenen Messstellen mit den Erkenntnissen des Deutschen Wetterdienstes verknüpft und so eine gezieltere Straßenwettervorhersage ermöglicht. Den 26 Autobahn- und Straßenmeistereien in Schleswig-Holstein steht damit ein technisches Hilfsmittel für eine noch bessere Vorbereitung auf die Winterdiensteinsätze zur Verfügung.

Der Straßenwinterdienst des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) ist so organisiert, dass bei Bedarf auf den Bundesautobahnen ein 24-stündiger Streu- und Räumeinsatz durchgeführt wird. Für alle anderen für den überörtlichen Verkehr wichtigen Straßen beginnt bei Bedarf die Einsatzrufbereitschaft um 3.00 Uhr und endet um 22.00 Uhr.

Für den reibungslosen Ablauf des Straßenwinterdienstes trifft der LBV-SH rechtzeitig vorbereitende Maßnahmen. Dazu gehören im Wesentlichen:

  • Die Überprüfung der Räum- und Streufahrzeuge sowie der gesamten Winterdienstgeräte auf Betriebsfähigkeit. Dabei wird besonderer Wert auf die Überprüfung der Dosiereinrichtungen der Streugeräte gelegt.
  • Die Bevorratung von auftauenden Stoffen in den 48 Streugutlagerstätten mit einer Kapazität von rund 30.000 t Streusalz (Kosten Streusalz rund 2,2 Mio. Euro).
  • Die Überprüfung der auf den Bundesautobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstrassen an besonders gefährdeten Teilstrecken eingerichteten 62 Streckenstationen (Fahrbahnsonden messen Temperatur, Feuchtigkeit und Salzgehalt).
  • Die rechtzeitige Wartung der im Jahr 1993/94 in Betrieb genommenen Taumittelsprühanlage auf der „Haselholmer Talbrücke“ im Zuge der B 76 (Umgehung Schleswig). Diese Anlage verhindert bei normalen winterlichen Witterungsverhältnissen die Glättebildung. Erst bei stärkerem Schneefall oder tiefen Temperaturen muss diese Brücke zusätzlich durch Streufahrzeuge abgestreut werden.
  • Die Optimierung der Streu- und Räumpläne sowie der Abschluss oder die Erneuerung von Verträgen für den Einsatz von Unternehmerfahrzeugen. 

Die Durchführung des Straßenwinterdienstes wird wahrgenommen von

2 Autobahnmeistereien (AM)
5 Autobahn- und Straßenmeistereien (ASM) und
19 Straßenmeistereien (SM).

Insgesamt stehen der Straßenbauverwaltung Schleswig-Holstein im Straßenbetriebsdienst 608 Straßenwärter und Kraftfahrer zur Verfügung.

Vom LBV-SH zu betreuendes Straßennetz
 

AutobahnenBundesstraßenLandesstraßenKreisstraßenSumme:
kmkmkmkmkm
4861.4383.5262.6848.134

Fahrzeuge und Großgeräte des LBV-SH
 

StückFahrzeugeStückGroßgeräte
54Lkw-Kipper, Allrad459Schneepflüge -Seitenräumer und Keilpflüge
55Unimog24Schneeschleudern als Anbaugeräte
171

Mannschafts-

transportwagen

33Schneefräsen
51

Straßenüberwachungs-

fahrzeuge

286Streuautomaten für Feuchtsalzstreuung
44Salzladegeräte

Für die Durchführung des Straßenwinterdienstes haben wir außerdem 255 LKW von Unternehmen unter Vertrag, die uns beim Räumen und Streuen unterstützen. Auch die Unternehmerfahrzeuge werden hierfür mit Schneepflügen/Seitenräumer und Streuautomaten des LBV-SH aufgerüstet. Außerdem ist für extreme Witterungsverhältnisse sichergestellt, dass die in den Meistereien des LBV-SH vorgehaltenen Schneefräsen und Schneeschleudern und zusätzlich kurzfristig geeignete Räumfahrzeuge (u. a. Radlader und Planierraupen) von Baufirmen eingesetzt werden können. Darüber hinaus kann auch auf Schneefräsen der Nachbarländer zurückgegriffen werden.

Sämtliche im Winterdienst eingesetzten Fahrzeuge sind mit Funk ausgerüstet.

Um geringere Wehverluste und damit eine Verminderung der auszubringenden Streusalzmenge zu erreichen, wird auf allen vom Landesbetrieb betreuten Straßen die Feuchtsalzstreuung angewendet. Hierbei wird unmittelbar vor Ausbringen auf die Fahrbahn das Trockensalz (NaCl) mit Salzsole (MgCl2 oder NaCl) angefeuchtet. Dadurch werden eine gleichmäßigere Verteilung sowie eine längere Liegedauer des Streugutes auf der Fahrbahn erreicht.

In 9 Meistereien des LBV-SH (ASM Elmshorn, SM Breitenfelde, SM Marne, SM Klausdorf, AM Bad Oldesloe, ASM Scharbeutz, SM Bredstedt, SM Westerrönfeld, SM Bargteheide) wird bei der Feuchtsalzstreuung NaCl-Sole eingesetzt. Im Gegensatz zu der angelieferten MgCl2-Sole, die in der Meisterei nur noch durch Zugabe von Wasser auf die gewünschte Konzentration gemischt werden muss, wird die NaCl-Sole in einer eigenen Anlage hergestellt. Hierzu wird Streusalz aus dem vorhandenen Salzlager mit Wasser gemischt.

Die Herstellung von NaCl-Sole in eigenen Anlagen ermöglicht, bei bestimmten klimatischen Bedingungen (Temperatur bis ca. -6°C und keine größere Niederschläge erwartet), das Streuen von reiner NaCl-Sole (Flüssigstreuung). Durch ein besseres Streubild und längere Liegedauer auf der Fahrbahn im Vergleich zu Feuchtsalz, eignet sich die Flüssigstreuung besonders für die Präventivstreuung und für die Bekämpfung von Reif- und Eisglätte. Da der Einsatz der Flüssigstreuung begrenzt ist, ersetzt sie nicht die Feuchtsalzstreuung. Die Flüssigstreuung wird auf der BAB A 23 (ASM Elmshorn) und im gesamten Bezirk der AM Bad Oldesloe (A 1 AS Hamburg Öjendorf – AD Bad Schwartau, A 20 AK Lübeck - Landesgrenze Mecklenburg-Vorpommern und A 21 AS Leezen - AK Bargteheide) eingesetzt.

Eine weitere Maßnahme zur Verhinderung von Glättebildung ist die Temperierung von Fahrbahnen unter Nutzung geothermischer Energie. Mit dieser Technologie wurde die neugebaute Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal in Berkenthin (B 208) ausgestattet. Durch ein in der Fahrbahn eingebautes Rohrsystem zirkuliert ein Frostschutzmittelgemisch, das mit Hilfe der Grundwasserwärme bis auf eine Temperatur von +55°C erwärmt wird und somit die Fahrbahntemperatur erhöht.

Der Winterdienst muss stets den bestmöglichen Kompromiss zwischen den Anforderungen der Verkehrssicherheit, der Leistungsfähigkeit der Straßen, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit suchen. Bei der Glättebekämpfung mit Feuchtsalz wird - insbesondere aus Gründen des Umweltschutzes - nach dem Grundsatz verfahren: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

Der jährliche Salzverbrauch ist abhängig von den Witterungsverhältnissen. Er liegt im Mittel in den letzten 5 Jahren bei ca. 36.300 t. Im vergangenen Winter 2016/2017 wurden 22.227 t Streusalz ausgebracht.

Die Gesamtkosten des Winterdienstes (einschl. Kosten für Fremdfahrzeuge und Gemeinkosten) betrugen in den letzten 5 Jahren im Durchschnitt 11,9 Mio. Euro pro Wintersaison.

Trotz aller Bemühungen und Aufwendungen kann der Winterdienst des LBV-SH nicht immer und überall gleichzeitig gewährleistet sein. Deshalb sollte jeder Autofahrer folgendes beachten:

  • Winterausrüstung verwenden (Winterreifen, Schneeketten)
  • Fahrverhalten den Verkehrs- und Witterungsverhältnissen anpassen
  • Abstand zum Vordermann halten
  • Gasse für Streu- und Einsatzfahrzeuge bilden
  • Fahrzeug betriebssicher betreiben (freie Schreiben, Entfernen von Schnee, intakte Beleuchtung u.a.)

Winterdienst im Land Schleswig-Holstein (PDF 338KB, Datei ist nicht barrierefrei)