Landesportal Schleswig-Holstein

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Landesarchiv Schleswig-Holstein

© Michael Staudt/grafikfoto.de

Geschichte

Die in Schleswig-Holstein herrschenden Schauenburger und Oldenburger unterhielten seit dem Mittelalter Archive, um ihre in Urkunden niedergeschriebenen Rechte zu sichern. 1870 entstand ein preußisches Staatsarchiv in Schleswig. Sein Nachfolger ist das seit 1948 bestehende Landesarchiv.

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg wurde Schleswig-Holstein 1867 eine Provinz im preußischen Staatsverband. Da jede preußische Provinz über ein staatliches Archiv verfügte, erhielt auch der Regierungssitz Schleswig 1870 ein Staatsarchiv.

Staatsarchivar Dr. Georg Hille © Landesarchiv

Der gerade 30-jährige preußische Staatsarchivar Dr. Georg Hille baute es mit wenigen Arbeitskräften im Hattenhof am Dom auf und leitete es 40 Jahre lang. 1922/23 erfolgte die Verlegung des Staatsarchivs nach Kiel in ein ehemaliges Marinedepot in der Karlstraße. Kiel war Sitz des preußischen Oberpräsidenten und der Christian-Albrechts-Universität, die gerade einen Lehrstuhl für Landesgeschichte einrichtete und sich bemühte, das Staatsarchiv am Ort zu haben.

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

1933 vereinbarten Dänemark und Deutschland nach fachlicher Vorbereitung durch Archivare und Historiker beider Seiten einen umfassenden Archivalienaustausch. Er berücksichtigte die territorialen Veränderungen durch die Kriege 1864-1866 und 1914-1918.

Noch im April 1945 fiel das Staatsarchiv einem Luftangriff zum Opfer, doch man hatte die Archivalien rechtzeitig ausgelagert. Sie fanden statt im kriegszerstörten Kiel nun wieder in Schleswig ihren Platz. Einige Räume im Schloss Gottorf wurden 1948 Sitz des Landesarchivs, wie es fortan hieß.

Im Laufe der Zeit wurde die räumliche Situation im Schloss den ständig steigenden archivischen Anforderungen immer weniger gerecht. Deshalb erwarb das Land Schleswig-Holstein 1979 das unweit gelegene Prinzenpalais, eine repräsentative Dreiflügelanlage aus der Zeit um 1700. Bauherr des Adelshofes in Stadtlage war der gottorfische Minister Baron Schlitz genannt Görtz. Seinen Namen hat das Gebäude nach dem Prinzen Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, der das Palais während der schleswig-holsteinischen Erhebung gegen die dänische Herrschaft 1848 nutzte.

Verbindungsbrücke zwischen historischem Prinzenpalais und archivischem Zweckbau des Landesarchivs Schleswig-Holstein © Landesarchiv

In den 1980er-Jahren wurde das zuletzt als Hotel genutzte Gebäude umfassend restauriert. Der Südflügel nimmt seither Werkstätten (Restaurierungswerkstatt, Fotowerkstatt, Sicherungsverfilmung) auf, während das Hauptgebäude Räume für Ausstellungen, für Vorträge und für Tagungen bietet, also insbesondere der Öffentlichkeitsarbeit des Archivs dient. Auch Teile der Verwaltung und das Landesfilmarchiv haben hier ihren Sitz. Im Nordflügel befindet sich das Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (IZRG), das der Universität Flensburg angegliedert ist. Für die anderen Bereiche des Archivs errichtete man angrenzend einen modernen archivischen Zweckbau. Dort entstanden der Lesesaal mit den zugehörigen Räumen des Benutzungsbereichs, die Bibliothek und die meisten Dienstzimmer. Besonderes Aufsehen erregt nach wie vor der vierstöckige Magazinbereich mit seiner Energie sparenden natürlichen passiven Klimatisierung.

Institut für Zeit- und Regionalgeschichte

Europa-Universität Flensburg

Im Sommer 1991 konnte der neue Dienstsitz des Landesarchivs Schleswig-Holstein offiziell eingeweiht werden. 1992 erhielt die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch das Landesarchivgesetz eine neue rechtliche Grundlage. Heute werden ca. 42 Kilometer Archivalien verwahrt sowie jährlich rund 4000 Benutzertage und 1500 beantwortete Anfragen gezählt.

Landesarchivgesetz