Landesportal Schleswig-Holstein

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Landesamt für soziale Dienste

© R. Seeberg / grafikfoto.de

Umweltbezogener Gesundheitsschutz in Schleswig-Holstein

Allgemeine Informationen

In Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden der Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein sind das Gesundheitsministerium und das Landesamt für soziale Dienste (LAsD) im Bereich "Umweltbezogener Gesundheitsschutz (UGS)" zuständig bei Gesundheitsstörungen oder Gesundheitsbeeinträchtigungen der Bevölkerung, die mit Umweltbelastungen in Verbindung gebracht werden und die nicht in spezialgesetzlichen Regelungen wie zum Beispiel dem Bundesimmissionsschutzgesetz und seinen Verordnungen geregelt sind.

Der umweltbezogene Gesundheitsschutz befasst sich neben den auf dieser Seite beschriebenen Aufgaben mit der Gesundheitsvorsorge in den Bereichen
Wasserhygiene (Badegewässerqualität mehr lesen, Trinkwasserqualität mehr lesen),
Umwelttoxikologie und Umweltmedizin (Schadstoffbelastung mehr lesen).

Diagnostische und therapeutische Maßnahmen im Einzelfall sind Aufgabe der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.

Aufgaben im Bereich Umweltmedizin

Sommer, Sonne, Hitze

Bunter Regenschirm vor blauem Himmel. Bunter Regenschirm vor blauem Himmel. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Schützen Sie sich bei Hitze! © Dr. Jesper Zedlitz

Eine länger andauernde Hitzeperiode kann eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit bedeuten. Ob und welche Regionen in Schleswig-Holstein von einer aktuellen Hitzewarnung betroffen sind, wird auf der Internetseite des Deutschen Wetterdienstes veröffentlicht.
Damit Sie und Ihre Familienangehörigen gut über eine Hitzeperiode kommen, sollten Sie Ihren Tagesablauf soweit wie möglich der extremen Wetterlage anpassen. Insbesondere Risikogruppen sollten während einer Hitzeperiode entsprechende Verhaltensempfehlungen einhalten. Risikogruppen für Gesundheitsbeeinträchtigungen wegen zu großer Hitze sind hauptsächlich alte und pflegebedürftige Personen sowie Personen mit eingeschränkter physischer Anpassungsfähigkeit (zum Beispiel Kleinkinder, chronisch Kranke). Weitere Informationen und Verhaltensempfehlungen für sich und Ihre Angehörigen erhalten Sie im Faltblatt "Hitzewarnung!! So bleiben Sie cool, fit und gesund ...".
Vor allem alten und pflegebedürftigen Personen ist es ohne Hilfe von Pflegepersonal beziehungsweise Familienangehörigen und Freunden jedoch vielfach nicht möglich, sich mit entsprechenden Verhaltensmaßnahmen vor den gesundheitlichen Folgen großer Hitze zu schützen. Was pflegendes und medizinisches Fachpersonal sowie sonstige pflegende Personen für die Betreuung alter und pflegebedürftiger Personen besonders beachten sollten, erfahren Sie im Faltblatt "Hitzewarnung!! Besonderes Risiko für Pflegebedürftige. Tipps für die Pflege ...".
Die Einnahme von bestimmten Arzneimitteln kann die Anpassung des Körpers an die Hitze beeinträchtigen. Eine Zusammenstellung für Ärztinnen und Ärzte sowie pflegendes Fachpersonal der in diesem Zusammenhang wichtigsten Medikamente finden Sie im Faltblatt "Hitzewarnung!! Hinweise für Hausärzte".

Sie finden die Faltblätter im Kapitel "Zum Herunterladen".

Leukämie bei Kindern in der Elbmarsch

In Geesthacht (Schleswig-Holstein) sowie in der Samtgemeinde Elbmarsch (Niedersachsen) wurden zwischen 1990 und 2006 nach Daten des Deutschen Kinderkrebsregisters Mainz 16 Leukämieerkrankungen bei Kindern unter 15 Jahren gemeldet. Es handelt sich um eine deutliche Häufung dieser Erkrankung in dieser Region (Leukämie-Cluster). Wird die durchschnittliche Erkrankungsrate für Leukämien bei Kindern in Deutschland zugrunde gelegt, dann wären in diesem Zeitraum laut Deutschem Kinderkrebsregister nur etwa fünf statt 16 Erkrankungsfälle zu erwarten gewesen. Die Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen befassten sich frühzeitig und sehr intensiv mit der Ursachenforschung, wobei sie jeweils eine eigene Fachkommission einsetzten und aufwändige Untersuchungsprogramme durchführen ließen. Aus allen bisher durchgeführten Untersuchungen ergeben sich jedoch keine Anhaltspunkte für die Verursachung dieses Leukämie-Clusters. Dies deckt sich mit Berichten von entsprechenden nationalen und internationalen wissenschaftlichen Untersuchungen, nach denen ebenfalls bisher nicht gelungen ist, für einzelne Cluster kindlicher Leukämien eine Ursache zu entdecken. Die Landesregierung verfolgt aufmerksam die Entwicklung neuer Hypothesen und Methoden zur Ursachenforschung kindlicher Leukämieerkrankungen und Clusterentstehung, um die Aufklärung möglicher Ursachen der Erkrankungshäufung in dieser Region weiterzubringen. In diesem Zusammenhang stehen folgende Berichte zur Verfügung:
Norddeutsche Leukämie- und Lymphomstudie - Kurzfassung -
Bericht der Landesregierung "Leukämiefälle im Raum Geesthacht/Elbmarsch (Landtags-Drucksache 16/1165 vom 17. Januar 2007)".

Sie finden die Berichte im Kapitel "Zum Herunterladen".

DJ-Führerschein - voller Musikgenuss ohne Hörverlust

Ein Diskobesuch kann unerwartete und vor allem unerwünschte Folgen haben: taubes Gefühl beim Hören oder Ohrengeräusche wie Pfeifen, Surren oder Klingeln. Eine immer wieder kehrende Überbelastung der Ohren kann zu einem Hörschaden führen. Traten früher vor allem bei älteren Personen berufsbedingt Hörschäden auf, so sind hiervon heute bereits etwa ein Viertel aller Jugendlichen betroffen. Die Ursache liegt meistens in deren Freizeitverhalten wie zum Beispiel Hören von übermäßig lauter Musik in Diskotheken.
Um Discjockey (DJ) für die gesundheitlichen Folgen durch zu hohe Schallpegel zu sensibilisieren und ihnen Maßnahmen an die Hand zu geben, wie sich auch bei Schallpegeln unter 100 Dezibel (dB(A)) voller Musikgenuss realisieren lässt, wurde in Eckernförde im Mai 2007 eine Fortbildungsveranstaltung zum Erwerb eines DJ-Führerscheins durchgeführt. Der DJ-Führerschein ist Teil einer bundesweiten Kooperation zwischen den Gesundheitsbehörden der Länder und dem Bundesverband Deutscher Diskotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT) im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) zur freiwilligen Reduzierung der Lautstärke in Diskotheken. Außerdem wird diese Initiative vom Bundesverband Discjockey e.V. (BVD) und der Techniker Krankenkasse unterstützt. Weitere mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Lautstärke bei Veranstaltungen und in Diskotheken werden im Bericht "Optionen zum Schutz des Publikums von Veranstaltungen (einschließlich Diskotheken) vor gehörgefährdenden Schalleinwirkungen" vorgestellt. Der Bericht wurde von den Vertretern der Landesbehörden für Gesundheit, Umwelt und Arbeitsschutz in der Länder-Arbeitsgruppe "Diskothekenlärm" erarbeitet. Interessierte Leser finden Wissenswertes über Lautstärke und Gehör. Die Informationen reichen von Basiswissen, Messwerten, gesetzlichen Regelungen in Deutschland und im Ausland bis hin zu Bestelladressen für Informationsmaterial. Sie finden den Bericht und den Anhang zum Bericht im Kapitel "Zum Herunterladen".

Schallpegel in Diskotheken - Ergebnisse eines Messprogramms

Alarmiert durch die Zunahme von Hörschäden bei Jugendlichen beschloss im Sommer 2005 die Gesundheitsministerkonferenz, dass der mittlere Schallpegel in Diskotheken von teilweise 110 dB(A) und höher auf unter 100 dB(A) reduziert werden soll. Um eine Einschätzung zu erhalten, welchen Schallpegeln Besucher von Diskotheken in Schleswig-Holstein derzeit ausgesetzt sind, wurden Messungen in vier gut besuchten Diskotheken im Großraum Kiel durchgeführt.

Die Ergebnisse wurden in einem Bericht zusammengefasst, siehe Kapitel "Zum Herunterladen".

Psst! - Könnt ihr bitte leise sein? Raumakustik in Schulen

Studien belegen, dass die Lärmbelastung in den Schulen oftmals weit über dem Grenzwert von 55 dB (A) liegt, der in der Richtlinie vom Verein Deutscher Ingenieure VDI 2058, Blatt 3 für Arbeitsplätze mit vorwiegend geistigen Tätigkeiten vorgeschrieben ist. Zum einen liegt dies an Störgeräuschen, die durch Aktivitäten der Kinder wie Unterhaltungen und Stühle rücken, entstehen. Zum anderen werden durch eine ungünstige Raumakustik diese Störgeräusche verstärkt. Hierdurch können in lauten, halligen Räumen Kinder die Sprache nur schlecht verstehen und damit die Lerninhalte nur erschwert erfassen. Besonders schwer haben es Migrantenkinder und Kinder mit Sprachschwierigkeiten. Für Lehrkräfte bedeuten solche Bedingungen, dass sie ständig mit erhobener Stimme sprechen müssen, was zu entsprechenden gesundheitlichen Folgeerscheinungen wie Heiserkeit und Kopfschmerzen führen kann.
Welche Folgen eine schlechte Akustik für die Benutzer von Unterrichtsräumen hat, wie sie beurteilt und mit welchen Maßnahmen sie verbessert werden kann, wird in der Broschüre "Psst - könnt ihr bitte leise sein? Raumakustik in Unterrichtsräumen" erläutert. Die Broschüre möchte das Bewusstsein für diese Problematik fördern und wendet sich daher vor allem an Firmen, Einrichtungen und Ämter, die mit Planung, Genehmigung, Bauausführungen (Sanierung, Neubau) und Betreiben von Schulen befasst sind.

Aufgaben im Bereich Innenraumluftqualität (LAsD)

Untersuchungen zur Innenraumluftqualität in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen (insbesondere in Schulen und Kindergärten) und Bewertung der Ergebnisse durch regelmäßige Messprogramme. In 2003: "Landesweites Untersuchungsprogramm zum Vorkommen von PCB in öffentlichen Gebäuden". Mehr Informationen im Artikel: Schadstoffbelastung.
Diese Untersuchungen werden auch bei aktuellen Problemfällen durchgeführt.
Bereitstellung von Informationen für die Bevölkerung, bisher erstellt:

  • Schimmelpilze im Innenraum
  • Schimmelpilzleitfaden des Umweltbundesamtes
  • Leitfaden "Innenraumluft in Schulen" des Umweltbundesamtes

Mehr dazu im Kapitel "Zum Herunterladen".

Aufgaben im Bereich Umwelttoxikologie (LAsD)

Beratung in Einzelfällen bei umwelttoxikologischen Fragen im Rahmen der umweltmedizinischen Ambulanz.
Bereitstellung von Informationen für die Bevölkerung zu aktuellen Themen in diesem Bereich. Weitere Informationen unter den angegebenen Links.
Untersuchungen im eigenen umwelttoxikologischen Labor.
Mitarbeit des Landesamtes in Fachgremien und nationalen Arbeitsgruppen, unter anderem:

  • Kommission Humanbiomonitoring am Umweltbundesamt (UBA)
  • Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt (UBA)
  • Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin am Robert-Koch-Institut (RKI)

Es besteht eine Kooperation mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel.

Kontakt

Landesamt für soziale Dienste

Dez. Umweltbezogener Gesundheitsschutz
Adolf-Westphal-Straße 4
24143 Kiel
Telefon: 0431 988-0
Fax: 0431 988-5601