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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

Innenministerium

Prävention wirkt

Datum 14.02.2018

Wohnen in Schleswig-Holstein wird immer sicherer. Die Zahl der Einbrüche ist die niedrigste seit 2012.

Eine Polizeibeamtin untersucht eine Terrassentür Wohnungseinbruch (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Versuchter Wohnungseinbruchdiebstahl wurde häufiger angezeigt. © M. Ruff/ grafikfoto.de

Jemand durchwühlt die Wohnung, stiehlt Teures oder Liebgewonnenes und dringt in die Privatsphäre ein. Wohnungseinbruch war im vergangenen Jahr ein Schwerpunkt nicht nur in der Polizeiarbeit. Auch in der Bevölkerung ist die Wahrnehmung für dieses Thema gestiegen. Innenminister Hans-Joachim Grote hat gemeinsam mit Kriminaldirektor Rainer Bretsch und Polizeidirektor Axel Behrends die registrierten Eingangszahlen der Polizei zum Thema Wohnungseinbruchsdiebstahl vorgestellt: Es sind die niedrigsten der vergangenen fünf Jahre.

Im vergangenen Jahr wurden 5.492 Einbrüche und Einbruchsversuche aufgenommen – 2015 waren es noch 9.095. Auch werden mittlerweile mehr Einbruchversuche als vollendete Taten registriert. Unter anderem wurden in mindestens 126 Fällen Tatverdächtige ermittelt und festgenommen, die allein oder in Gruppen gehandelt hatten. Davon wurden 83 auf frischer Tat ertappt.

Vier Menschen auf einer Pressekonferenz Pressekonferenz zum Wohnungseinbruchsdiebstahl (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Polizeidirektor Axel Behrends, Innenminister Hans-Joachim Grote und Kriminaldirektor Rainer Bretsch (v.r.) erläutern die Fakten © Landespolizei

Erfolgreiche Prävention

Innenminister Hans-Joachim Grote dankte der Polizei für die Erfolge und hob die gemeinsame Leistung von Polizei und Gesellschaft heraus: So waren das Interesse und die Nachfrage zur Förderung des Einbruchsschutzes gestiegen. 2.780 Wohnungen und Häuser wurden in den vergangenen 14 Monaten mit knapp drei Millionen Euro Landesmitteln sicherer gemacht. Die Regierungsfraktionen stellen mit ihren Änderungsanträgen zum Haushalt noch einmal 500.000 Euro zusätzlich bereit, so dass das Land den Einbruchsschutz mit einer weiteren Million fördern kann.

Wachsamer Nachbar

Aus der kürzlich veröffentlichten Dunkelfeldstudie der Polizei Mitte Januar ging hervor, dass die Menschen deutlich wachsamer sind. Auch gingen mehr Anzeigen nach versuchtem Wohnungseinbruchdiebstahl ein.

Portraitfoto Hans-Joachim Grote

Wohnen in Schleswig-Holstein ist 2017 sicherer geworden. Das liegt an der Schwerpunktsetzung unserer Landespolizei und an der Mithilfe der Bevölkerung.

Hans-Joachim Grote

Intensivierung zahlt sich aus

Die Landespolizei hat ihre Prävention und Spurensicherung verstärkt und die Tatortarbeit, Kontrolltätigkeit und Hinweisaufnahme intensiviert. Täterorientierte zentrale Informationen werden gesammelt und ausgewertet. Es gibt eine länderübergreifende und internationale Zusammenarbeit. In den Polizeidirektionen wurden Kräfte konzentriert. In Bad Segeberg wurde zum Beispiel eine Sonderkommission eingerichtet. Auch Anhalte- und Sichtkontrollen sind wichtige Instrumente, um die Einbruchkriminalität ganzheitlich zu bekämpfen.

Auf die richtige Spur gebracht

Die professionelle Tatortarbeit gewährleisten in Schleswig-Holstein nicht nur Polizeivollzugsbeamte, sondern auch 28 speziell ausgebildete Spurensicherungskräfte. Das zeigt sich auch in Zahlen: Wurden 2015 noch rund 1.800 Untersuchungsanträge registriert, die an das Kriminaltechnische Institut des Landeskriminalamtes geschickt worden waren, so waren es 2016 und 2017 bereits 2.700. Die Zahl der registrierten Einbrüche 2016 hingegen war gegenüber 2015 schon wieder rückläufig, das Spurenaufkommen dagegen blieb konstant hoch.

Gelegenheit macht Diebe

Die Polizei rät: Schaffen Sie für Täter keine Gelegenheiten. Einbrecher brauchen nur wenige Minuten für ihre Tat. Sichern Sie Haus und Wohnung wirksam. Dabei kommt es zunächst auf zuverlässige mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern an. Schließen Sie immer ab. Fenster auf Kipp können Einbrecher leicht öffnen. Sie haben Ihren Schlüssel verloren? Wechseln Sie sofort den Schließzylinder aus. Deponieren Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.

Bei längeren Abwesenheiten: Vermeiden Sie Signale, an denen Einbrecher erkennen, dass ein Haus oder eine Wohnung unbewohnt ist. Hinterlassen Sie keine Hinweise auf dem Anrufbeantworter, teilen Sie Fotos oder Videos aus dem Urlaub nicht öffentlich in den sozialen Medien. Sprechen Sie Ihre Nachbarn an, damit der Briefkasten nicht überquillt, die Rolläden bewegt werden und im Garten nichts darauf hindeutet, dass niemand zuhause ist. Sorgen Sie dafür, dass zu wechselnden Zeiten Licht im Haus brennt.

Besonders in Mehrfamilienhäusern gilt: Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos. Prüfen Sie, wer ins Haus will. Halten Sie den Hauseingang auch tagsüber geschlossen. Sorgen Sie dafür, dass Keller- und Bodentüren stets verschlossen sind.

Ein besonders wirksamer Tipp zum Schluss: Scheuen Sie sich nicht, sofort 110 zu wählen, wenn Sie verdächtige Beobachtungen machen. "Wir kommen lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig", sagen die Kollegen von der Polizei.