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Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration

Portraitfoto Hans-Joachim Grote
Hans-Joachim Grote

Minister für Inneres, ländliche Räume und Integration

© M. Staudt/grafikfoto.de

Waffen straffrei abgeben

Datum 01.08.2017

Bis Juli 2018 können Besitzer ihre illegalen Waffen bei den Behörden abgeben - ohne sich strafbar zu machen.

Revolver und andere Waffen Revolver und andere Waffen (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Waffenbesitzer haben ein knappes Jahr Zeit, ihre illegalen Waffen straffrei abzugeben. © dpa

"Ich begrüße jede Maßnahme, mit der illegale Waffen aus dem Verkehr gezogen werden. Und deshalb kann ich nur dazu auffordern, von diesem Angebot Gebrauch zu machen, das erstmals auch illegale Munition erfasst. Jede abgegebene illegale Waffe ist ein Erfolg und wichtiger Beitrag zu mehr Sicherheit", sagte Innenstaatssekretär Torsten Geerdts. Er informierte in Kiel über eine Amnestieregelung im Waffengesetz des Bundes.

Illegaler Waffenbesitz ist kein Kavaliersdelikt

Ziel der Regelung ist, die Zahl der in der Bevölkerung zirkulierenden illegalen Waffen und Munition zu verringern. Die Besitzer haben darum bis zum 1. Juli 2018 die Chance, diese straffrei bei Waffenbehörden oder Polizeidienststellen abzugeben.

Der Staatssekretär machte deutlich, dass illegaler Waffenbesitz alles andere als ein Kavaliersdelikt ist. "Abhängig von der Waffe und dem Verstoß können Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder entsprechende Geldstrafen fällig werden. Wer also beispielsweise ohne eigene Waffenbesitzerlaubnis ein Jagdgewehr geerbt oder auf dem Dachboden eines gekauften Altbauhauses gefunden hat, dem rate ich, es umgehend bei den zuständigen Waffenbehörden abzugeben", betonte Geerdts.

Munition wird erstmalig berücksichtigt

Zuletzt gab es 2009 nach dem Amoklauf von Winnenden eine Amnestie. Damals sind allein in Schleswig-Holstein mehr als 3.000 Schuss-, Hieb- und Stoßwaffen abgegeben worden.

Die neue Amnestieregelung umfasst zum ersten Mal auch illegale Munition. Straffrei ist auch der Transport der Waffen auf dem direkten Weg zur zuständigen Waffenbehörde oder Polizeidienststelle.

Waffen endgültig aus dem Verkehr ziehen

Neu ist auch, dass es nicht mehr ausreicht, die Waffen unbrauchbar zu machen oder einem Berechtigten zu überlassen. "Damit wird dem Ziel Rechnung getragen, den illegalen Waffenbestand in der Bevölkerung wirklich zu reduzieren. Es ist nicht in unserem Sinne, wenn illegale Waffen und Munition mit der Abgabe an einen Berechtigten legalisiert werden. Diese Waffen sollen endgültig aus dem Verkehr gezogen werden", sagte Geerdts.

Kriegswaffen werden von der Amnestie nicht erfasst.