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Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

©IQSH

Wie lesen Kinder, die blind sind, und wie führe ich ein Gespräch mit jemandem, der schwerhörig ist? Das Projekt "Barrierefreie Schule" lässt Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die Antworten erleben.


KIEL/SCHWARZENBEK. Wie lesen Kinder, die blind sind? Worauf muss ich im Gespräch achten, wenn ein Mensch schwerhörig ist? Wie komme ich mit einem Rollstuhl durch meine Schule? Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte können durch den Einsatz von Materialien des Projekts Barrierefreie Schule im Unterricht oder bei Projektwochen die Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen erleben. Dafür stehen die mit Materialien wie Simulationsbrillen, Blindenstöcke oder Lesefibeln mit Blindenschrift bestückten sogenannten Barriboxen zu den Themenbereichen „Hören“, „Sehen“, „Bewegen“ und „Kinder- und Jugendbücher“ sowie Rollstühle zur Verfügung. Bisher konnten Schulen die Barriboxen zentral im Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in Kronshagen sowie in den Förderzentren in Pinneberg und Schleswig abholen. Seit heute (17. November) ist auch das Förderzentrum Centa Wulf in Schwarzenbek ein Ausleihstandort für Lehrkräfte und Multiplikatoren aus der gesamten Region.



„Wir wollen mit dem Projekt Barrierefreie Schule Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte konkret für die Situation von Menschen mit Behinderungen sensibilisieren und dazu beitragen, Barrieren in der Schule erlebbar zu machen“, erläuterte Michael Lorbeer-Andresen, Leiter der IQSH-Beratungsstelle Inklusive Schule, die Zielsetzung. „Wir freuen uns daher sehr, dass wir unser Serviceangebot für die Schulen nun mit dem Start einer regionalisierten Ausleihe in Schwarzenbek verbessern können“, so Lorbeer-Andresen. Das sei nur möglich, weil die schleswig-holsteinischen Sparkassen und die Lebenshilfe Schleswig-Holstein das Projekt von Beginn an unterstützt hätten. Dafür bedanke er sich ausdrücklich.

„Der Weg zu einer gemeinsamen Schule für Kinder mit und ohne Behinderungen beginnt mit dem Verständnis für den Anderen. Dabei hält manche Barriere im Kopf mehr auf als zum Beispiel eine fehlende Rampe“, sagte Inken Schnaase, IQSH-Projektleiterin Barrierefreie Schule. Über 70 Mal seien die Barriboxen inzwischen von Schulen aus ganz Schleswig-Holstein ausgeliehen worden. „Die Rückmeldungen der Lehrkräfte bestätigen, dass die Erfahrungen, die die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte zum Beispiel mit Rollstühlen, Ohrschützern oder Simulationsbrillen machen, Denkanstöße liefern und dazu beitragen können, Berührungsängste und damit auch Barrieren in den Köpfen abzubauen“, so Schnaase. Schön sei auch, dass die Barriboxen inzwischen nicht nur von Schulen ausgeliehen würden, sondern auch Elternvertretungen, Studierende oder Multiplikatoren anderer Einrichtungen das Material nutzen. Auch in der Ausbildung der Lehrkräfte der Grundschulen und der Gemeinschaftsschulen kämen die Barriboxen zum Einsatz.

„Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass es für viele Menschen schwierig ist, sich in die Situation von Menschen mit Einschränkungen der Sinne, des Körpers oder des Lernens hineinzuversetzen“, sagte Schulleiterin Viola Hüfner. Das Verständnis fürein¬ander wachse aber enorm, sobald man sich gut in die Situation seines Gegenübers einfühlen könne. Dafür seien die Barriboxen ein ideales Hilfsmittel. „Als Förderzentrum haben wir den Auftrag, Regelschulen bei der Umsetzung von Inklusion zu unterstützen. Wir sind sehr froh darüber, jetzt als vierter Ausleihstandort in Schleswig-Holstein ausgewählt worden zu sein und unsere Angebotspalette damit erweitern zu können. Klassen- oder Schulprojekte können damit anschaulich durchgeführt und ein neuer Zugang zum großen Thema ‚Barrierefreiheit‘ geboten werden. Die Wege werden für interessierte Lehrkräfte deutlich verkürzt und unser Unterstützungsangebot erfährt eine gelungene Ausweitung, die wir sehr vielversprechend finden“, so Hüfner.

„Die schleswig-holsteinischen Sparkassen unterstützen die Barrierefreie Schule seit Beginn – man kann sagen, wir haben sie mit aus der Taufe gehoben. Engagement und Verantwortung für die Region und die Menschen, die dort leben, gehören zum Selbstverständnis der Sparkassen“, sagte Eddy Thiel, Filialleiter der Servicefiliale der Herzogtum Lauenburg. „Mit der Förderung des Projekts Barrierefreie Schule leisten wir daher gern unseren Beitrag dazu, dass Schülerinnen und Schüler auf spielerische Weise und ohne den erhobenen Zeigefinger für die Einschränkungen behinderter Kinder sensibilisiert werden. Dies kommt allen zugute: nichtbehinderten und behinderten Kindern, denen durch den barrierefreien Schulbesuch ein wichtiger Schritt ins Leben ermöglicht wird.“

„Früh übt sich …, deshalb setzt das Projekt mit seinen unverwechselbaren Barriboxen wichtige Zeichen für eine Weiterentwicklung zu einer inklusiven Gesellschaft. Kinder und Jugendliche, die mit den Barriboxen und engagierten Lehrerinnen und Lehrern im Projekt lernen können, erfahren mehr als andere über Beeinträchtigungen und verstehen Menschen mit Behinderung einfach besser“, sagte Bärbel Brüning, Landesgeschäftsführerin der Lebenshilfe. „Als Lebenshilfe-Landesverband für Schleswig-Holstein, auch in Zusammenhang mit unserem Inklusionsbüro, sind wir gern dabei und bringen uns ein“, führte Brüning aus. Sie freue sich, dass das Projekt so großen Zuspruch erfahre und sich im ganzen Land ausbreite. Das sei ein toller Erfolg und so könne es weitergehen. „An Ideen fehlt es nicht“, ergänzte Brüning.

Fotos der Barriboxen sowie das Logo des Projekts stehen als Download zur Verfügung:

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/hoeren804b.html

Bildunterschrift: Barribox Hören

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/sehen796b.html

Bildunterschrift: Barribox Sehen

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/sehen794b.html

Bildunterschrift: Barribox Sehen

www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/IQSH/Service/Presseinformationen/Bilder/logoBarrierefreieSchule.html

Logo Barrierefreie Schule

Hintergrundinformationen

2013 wurde das Projekt Barrierefreie Schule des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) ins Leben gerufen. Als Kooperationspartner des Projekts war die Lebenshilfe Landesverband Schleswig-Holstein e. V. von Anfang an dabei, ebenso wie die schleswig-holsteinischen Sparkassen, die das Projekt seit Beginn fördern. Seit November 2016 ist die Ausleihe der Barriboxen nicht nur in Kronshagen, Pinneberg und Schleswig, sondern auch in Schwarzenbek möglich.

Kontakt: Inken Schnaase, Projektleitung Barrierefreie Schule, Tel.: 04537 263127, E-Mail: BarrierefreieSchule@iqsh.de

Wie lesen Kinder, die blind sind, und wie führe ich ein Gespräch mit jemandem, der schwerhörig ist? Das Projekt "Barrierefreie Schule" lässt Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte die Antworten erleben. (PDF 83KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Verantwortlich für diesen Pressetext: Petra Haars | Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein | Schreberweg 5, 24119 Kronshagen | Telefon 0431 5403-103 | Telefax 0431 5403-200 | E-Mail: pressestelle@iqsh.landsh.de | Medien-Informationen des IQSH finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.iqsh.schleswig-holstein.de | Das IQSH ist eine Einrichtung des Ministeriums für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein (MSB).



Laufende Nr.: 
Ausgabejahr: 
Erscheinungstag: 29.09.2016