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Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

©IQSH

Inklusion - eine Aufgabe für alle Schulen


IQSH-Landesfachtag inklusive Bildung „ICH - DU - WIR“

KIEL. Über 500 Lehrkräfte, Schulleitungen, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, Eltern sowie Vertreterinnen und Vertreter von Landesinstituten und Studienseminaren, Universitäten, Verbänden und der Schulaufsicht nutzten am Samstag (25. September) den ersten schülartübergreifenden Fachtag des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein zur inklusiven Bildung, um sich über die Gelingensbedingungen inklusiver Schule zu informieren, sich auszutauschen und Anregungen für die eigene Arbeit zu erhalten. Als Tagungsort hatte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die erziehungswissenschaftliche Fakultät zur Verfügung gestellt. 

„Durch unsere Aus- und Fortbildung sowie Projekte wie beispielsweise „Lesen macht stark“, „Mathe macht stark“ oder auch spezielle Angebote für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wollen wir eine pädagogische Haltung fördern, die Vielfalt von Schülerinnen und Schülern nicht als Bedrohung, sondern als Chance wahrnimmt“, so Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des IQSH. Diese Haltung sei eine der Grundlagen für eine individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern - und zwar von den Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen bis hin zu den Hochbegabten. Damit dies gelingen könne, sei es unter Einbeziehung der Expertise der Sonderpädagogen notwendig, die schulartübergreifende Zusammenarbeit zu fördern sowie die diagnostischen und didaktischen-methodischen Kompetenzen der Lehrkräfte zu stärken. Erstmalig habe das IQSH mit dieser schulartübergreifenden Fachtagung versucht, den Austausch von Lehrkräften aller Schularten zum Thema Inklusion zu ermöglichen. 

„In Schleswig-Holstein werden die Hälfte der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen unterrichtet. Damit nimmt Schleswig-Holstein in der Umsetzung der 2008 von Deutschland ratifizierten UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen neben Bremen bundesweit eine Vorreiterrolle ein“, sagte Gunter Klauke, als Schulartbeauftragter Sonderpädagogik im IQSH für das Thema Inklusion zuständig. 2009 sei von der Landesregierung mit einer landesweiten Fachkonferenz das „Jahr der inklusiven Bildung“ eingeläutet worden. Die jetzige Fachtagung sei ein Baustein weiterer Umsetzungsbestrebungen und in Zusammenarbeit mit den IQSH-Schulartbeauftragten für Grundschulen, Regional- und Gemeinschaftschulen, Gymnasien und den Berufsbildenden Schulen entstanden. Ein weiterer Service zur Unterstützung der Schulen und Eltern sei die 2009 am IQSH eingerichtete Beratungsstelle inklusive Schule (BIS). 

Der Fachtag bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit drei hochkarätig besetzten Hauptvorträgen, 35 Workshops und einer Ausstellung von Verlagen und Verbänden ein breites Spektrum rund um das Thema Inklusion. So informierte zum Beispiel Dr. Gabriele Riecken von der Universität Hamburg in ihrem Vortrag über die „diagnostischen Aufgaben in einer inklusiven Schule“, während sich Dr. Falko Peschel von der Bildungsschule Harzberg mit der „Individualisierung und Selbstbestimmung als Grundlage effektiven Lernens“ beschäftigte. Die Workshops boten Lehrkräften von der Grundschule bis hin zur Berufsschule vielfältige Anregungen für die Arbeit mit den eigenen Schülerinnen und Schülern. Das Themenspektrum reichte dabei von „Ein Jahr Inklusion in der Grundschule - ein erstes Fazit“, „SonderpädogInnen in der inklusiven Schule“, „Von der Nutzung und vom Nutzen von Heterogenität in einer Schulklasse“, „Mit Vielfalt umgehen in der Eingangsphase“ bis hin zum „Umgang mit Vielfalt in der Berufsvorbereitung“. 

Kooperationspartner des Fachtages waren der Verband Sonderpädagogik e.V., die Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik, das Institut für Heilpädagogik der Universität Flensburg, der Grundschulverband Schleswig-Holstein, der Lebenshilfe Landesverband Schleswig-Holstein mit dem Projekt „Alles Inklusive“, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein sowie das Zentrum für Lehrerbildung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung hatte der Behindertenbeauftragte der Landesregierung Dr. Ulrich Hase übernommen. Er wurde auf der Tagung vertreten von Udo Schomacher, Referent für Schule beim Landesbeauftragten.  

 

Hintergrund:

Im Dezember 2008 wurde die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen von Deutschland ratifiziert und damit in deutsches Recht übertragen. Es ist nun Aufgabe der Regierungen und Verwaltungen auf allen Ebenen, dieses Recht bekannt zu machen, die Schulsysteme zu analysieren und Barrieren abzubauen, um die „Menschen mit Behinderungen zur wirklichen Teilhabe an einer freien Gesellschaft zu befähigen“ (UN-Konvention, Artikel 24). 

 

Verantwortlich für diesen Pressetext: Petra Haars | Leiterin Presse-Öffentlichkeitsarbeit/Publikationen I Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein | Schreberweg 5, 24119 Kronshagen | Telefon 0431 5403-103 | Telefax 0431 5403-200 | E-Mail: petra.haars@iqsh.landsh.de | Medien-Informationen des IQSH finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.iqsh.landsh.de | Das Landeswappen ist gesetzlich geschützt

IQSH-Landesfachtag inklusive Bildung „ICH - DU - WIR“ (PDF 23KB, Datei ist nicht barrierefrei)



Laufende Nr.: 
Ausgabejahr: 
Erscheinungstag: 27.09.2010