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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Land will Grundschulbildung zukunftsfähig machen

Datum 01.02.2018

Die schleswig-holsteinischen Grundschulen fit machen für 2030 – das war das Thema eines Bildungsforum im Kieler Landeshaus.

Stuhlreihen voller Menschen Rund 150 Gäste waren der Einladung von Bildungsministerin Karin Prien in das Kieler Landeshaus gefolgt. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Rund 150 Gäste waren der Einladung von Bildungsministerin Karin Prien in das Kieler Landeshaus gefolgt. © Bildungsministerium

Über eines waren sich die Teilnehmer des Forums zur Grundschulbildung einig: Die Grundschule ist eine besonders wichtige Station des Bildungssystems. "In der Grundschule wird die Basis gelegt für die weitere Schullaufbahn und den gesamten Bildungsweg", sagte Bildungsministerin Karin Prien bei der Eröffnung der Veranstaltung. Rund 150 Gäste waren der Einladung der Ministerin ins Kieler Landeshaus gefolgt, darunter Lehrer, Eltern, Schüler sowie Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Hochschulen, Gewerkschaften und Verbänden. Unter der Überschrift "Grundschule 2030" diskutierten die Teilnehmer darüber, wie sich die ersten Schuljahre verbessern lassen.

Leitlinie der Landesregierung

Prien betonte, sie wolle die Grundschulbildung zu einem Leit-Thema für die gesamte Legislaturperiode machen. "Dieses Forum ist der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, die wir zu unterschiedlichen Aspekten und mit unterschiedlichen Teilnehmer-Kreisen anbieten werden." Bereits im Februar werde ein großer Grundschulkongress stattfinden.

Prien kündigt Verbesserungen an

"Es ist mein Ziel und das dieser Landesregierung, die Grundschulbildung zu verbessern. Das ist ein wesentlicher Grund für unsere Bildungsoffensive", sagte die Ministerin. Dazu gehöre auch, die Grundschulen besser auszustatten. So würden für 395 neue Planstellen rund 9,3 Millionen Euro zusätzlich ausgegeben. Die neuen Lehrer sollen das Personal in den Grundschulen aufstocken, zugewanderte Kinder oder Schüler mit besonderem Förderbedarf unterstützen. "Zur Verbesserung der Unterrichtsqualität werden außerdem die Unterrichtsstunden für Grundschulen ab dem Schuljahr 2018/19 für den ersten Jahrgang um eine Stunde erhöht, ab 2019/20 dann auch für den zweiten Jahrgang um eine Stunde", sagte die Ministerin. Nicht zuletzt stehe auch die Verbesserung der Besoldung von Grundschullehrern auf der Agenda der Landesregierung. "Schleswig-Holstein ist allerdings ein Konsolidierungsland. Deshalb setze ich auf eine gemeinsame Lösung aller Bundesländer."

Logo der Initiative Grundschule 2030

Lerninhalte neu definieren

Prien betonte, es gebe an den Grundschulen in Schleswig-Holstein eine gute Basis, die zu einem großen Teil der engagierten Arbeit der Lehrer zu verdanken sei. Jüngste Studienergebnisse hätten aber auch gezeigt, dass es Verbesserungsbedarf gebe. So verlasse fast jeder fünfte Schüler in Deutschland die Grundschule, ohne richtig schreiben, lesen oder rechnen zu können. Auch die Leistungsunterschiede von Jungen und Mädchen sowie von zugewanderten und einheimischen Kindern seien viel zu groß, sagte sie. Ein zentrales Thema des Forums war daher die Frage, welche Inhalte in der Grundschule vermittelt und unterrichtet werden sollten. In seinem Impulsvortrag plädierte der Germanistik-Professor Wolfgang Steinig dafür, dass in den Grundschulen ein Grundwortschatz vermittelt werden sollte. Darüber hinaus sprach er sich für den Erhalt der verbundenen Schreibschrift aus. Am Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion mit Kinderbuchautorin Dr. Kirsten Boie, Didaktik-Professorin Mirjam Steffensky vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel und dem Vorsitzenden des Landeselternbeirates der Grundschulen, Volker Nötzold. Die drei diskutierten über die Rolle des Lesens und darüber, wie Naturwissenschaften und Mathematik in der Grundschule noch besser vermittelt werden könnten.