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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Raubkunst kehrt nach Hause zurück

Datum 26.09.2017

Die Kieler Kunsthalle hat ein russisches Gemälde zurückgegeben, das vor 74 Jahren von der Wehrmacht gestohlen worden war.

Ein großes Gebäude aus hellen Steinen mit einer langen Vortreppe. Kunsthalle zu Kiel (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Die Kunsthalle zu Kiel. © W. Diederich / grafikfoto.de

August 1943, Taganrog in Südrussland: Die Hafenstadt am Asowschen Meer, einem Nebenarm des Schwarzen Meers, fällt. Die Sommeroffensive der Roten Armee beendet die fast zwei Jahre andauernde Besetzung durch die Wehrmacht. Als die sowjetischen Truppen Taganrog betreten, sind die Straßen menschenleer: Vor ihrem Rückzug hatten SS-Einsatzgruppen die gesamte jüdische Bevölkerung ermordet, einen Großteil der Einwohner als Zwangsarbeiter verschleppt.

Suche nach Raubkunst

Auch das örtliche Museum plündern die Nationalsozialisten. Unter den gestohlenen Kunstgegenständen ist unter anderem das 1881 gemalte Bild "Waldweiher" des russischen Malers Vasilij Dimitrievic Polenov. Über Umwege gelangt das Gemälde 1986 in den Besitz der Kieler Kunsthalle. Hier sucht seit 2015 der Kunsthistoriker Kai Hohenfeld im Auftrag der Kunsthalle in den Beständen nach gestohlenen Kulturgütern und identifiziert den "Waldweiher" als Raubkunst.

Ein Gemälde, auf dem ein grüner Weiher inmitten eines Waldes zu sehen ist. Vasilij Polenov, Waldweiher, 1881, Öl auf Leinwand, 90,5 x 134,5 cm (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Vasilij Polenovs 'Waldweiher' © Kunsthalle zu Kiel

"Ein Akt der Wiedergutmachung"

Nun wurde das Gemälde an den Staatlichen Literatur- und Architekturhistorischen Museumspark im südrussischen Taganrog zurückgegeben. "Die Rückgabe dieses Kunstwerks an den Eigentümer, an den russischen Staat, ist viel mehr als ein Rechtsakt. Es auch ein historischer Akt der Wiedergutmachung. Und es ist ein Zeichen des Friedens und der guten Beziehungen zwischen unseren Staaten", sagte Kulturministerin Karin Prien bei der Rückgabe des Bildes an Elisaveta Vasilievna Lipovenko in Kiel.

Die Kunsthalle hatte den "Waldweiher" 1986 zusammen mit zwölf anderen Bildern von russischen und polnischen Künstern des 19. Jahrhunderts erworben - mit finanzieller Unterstützung durch die Kulturstiftung des Landes. "Wir werden das Gemälde vermissen", sagte Prien. "Aber wir werden uns an diesen Moment der Restitution, der ein Unrecht unserer gemeinsamen Geschichte heilt, erinnern."