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Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Portraitfoto Karin Prien
Karin Prien

Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur

© M. Staudt/grafikfoto.de

Startschuss für Schuljahr - und bessere Bildung

Datum 31.08.2017

Bildungsministerin Karin Prien hat ihre Pläne zur Bildungspolitik vorgestellt. Vor allem in den Grundschulen und bei der Gewinnung neuer Lehrer sieht sie Handlungsbedarf.

Ein Kameradisplay, das die Ministerin zeigt. Im Hintergrund verschwommen ein Tisch, an dem mehrere Personen sitzen. Bildungsministerin Karin Prien auf der Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn. (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster)Bildungsministerin Karin Prien auf der Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn. © Staatskanzlei

"Schleswig-Holstein liegt geografisch ganz oben - ich arbeite dafür, dass wir auch auf möglichst vielen bildungspolitischen Feldern weit nach oben kommen", sagte Bildungsministerin Karin Prien auf der Pressekonferenz zu Schuljahresbeginn. Sie wünschte den 371.700 Schülern und den Lehrkräften einen guten Start in das neue Schuljahr. Anschließend stellte sie die wichtigsten Ziele ihrer Bildungspolitik vor.

Bessere Grundschulen

In diesem Jahr werden 24.100 Erstklässler eingeschult. Das sind 4,8 Prozent mehr als 2016. Die Bildungsministerin möchte daher den Fokus auf die Grundschulen legen: "In den ersten Schuljahren werden die Weichen für die gesamte Schullaufbahn gestellt. Darum werden wir die Arbeit an den Grundschulen besonders in den Blick nehmen", sagte Prien. Das Land überarbeite und verbessere dafür die Fachanforderungen für Mathematik und Deutsch an den Schulen. Im Deutschunterricht soll in Zukunft jedes Kind die verbundene Schreibschrift lernen und bis zum Ende der vierten Klasse einen Grundwortschatz von rund 800 Wörtern beherrschen, sagte sie weiter. Ab der dritten Klasse werde es zudem Notenzeugnisse geben. Die Unterrichtsstunden sollen im kommenden Schuljahr angehoben werden.

Zu einer guten Grundschulbildung gehört nach Ansicht von Prien auch ein verlässliches Ganztagsangebot. "Die Eltern sollen sich darauf verlassen können, dass ihr Kind auch nach dem Unterricht gut betreut wird", sagte sie. Bis 2022 werden deshalb auch die letzten 33 Grundschulen ohne Ganztagsangebot ausgebaut. Allerdings benötige das Land für die Aufgabe die finanzielle Unterstützung des Bundes.

Portraitfoto Karin Prien

Schleswig-Holstein liegt geografisch ganz oben - ich arbeite dafür, dass wir auch auf möglichst vielen bildungspolitischen Feldern weit nach oben kommen.

Karin Prien

Mehr Lehrer

Schleswig-Holstein benötige laut Prien aber mehr Lehrkräfte, um auch in Zukunft einen hochwertigen Unterricht zu bieten. "Aktuelle Studien und Prognosen deuten darauf hin, dass die Schülerzahlen auch in Schleswig-Holstein weiter steigen werden und wir stehen im Wettbewerb mit 15 anderen Bundesländern", sagte die Ministerin. Vor diesem Hintergrund müsse das Land seine Bemühungen verstärken, neue Lehrkräfte zu gewinnen.

Berufschulen und Sonderpädagogik stärken

An erster Stelle stehe dabei eine Ausbildung von Nachwuchslehrern an den Hochschulen in Flensburg und Kiel, die den Bedarf der einzelnen Schularten stärker berücksichtigt. Derzeit seien dort insgesamt rund 7.100 Lehramtsstudierende eingeschrieben. Prien erklärte, sie wolle hier vor allem die Berufsschullehrerausbildung stärken. Auf den gestiegenen Bedarf an sonderpädagogischer Kompetenz in den Schulen habe man in Flensburg bereits reagiert. Die Zahl der Plätze im Bachelorstudiengang Sonderpädagogik wurden von 120 auf 160 angehoben. Damit könnten seit dem Wintersemester 2016/17 jährlich mehr als 30 Prozent zusätzliche Studierende aufgenommen werden.

Möglichkeiten für Quereinstieg

Prien kündigte an, die Möglichkeiten für den Quer-, Seiten und Direkteinstieg in den Schuldienst weiter auszubauen, um den kurzfristigen Bedarf an Lehrkräften zu decken. Das Land habe bereits gute Erfahrungen mit diesem Lehrpersonal gemacht. Es werde in Schleswig-Holstein nach ihrem Fachstudium gezielt auf den Schuldienst vorbereitet und pädagogisch-didaktisch qualifiziert. "Niemand kommt ohne Hochschulstudium an eine Schule. Quer-, Seiten- und Direkteinsteiger und -einsteigerinnen erhalten ein hervorragendes pädagogisches Rüstzeug", betonte Prien.

Lehrerberuf attraktiver machen

Auch das Image des Lehrerberufes möchte Prien verbessern. Lehrkräfte und ihre Arbeit hätten hohe gesellschaftliche Anerkennung verdient, dazu gehöre auch eine angemessene Bezahlung. Die Rahmenbedingungen und die Wertschätzung der Arbeit seien wichtige Faktoren bei der Berufswahl junger Menschen. "Langfristig ist es unabdingbar, dass unsere Grundschullehrkräfte mit A13 besoldet werden", sagte sie. Als Konsolidierungsland könne Schleswig-Holstein zwar keine Vorreiterrolle einnehmen, aber sie werde sich auf Länderebene für eine einheitliche Regelung einsetzen. Unabhängig davon werde das Land die Besoldung für Grundschulleitungen erhöhen.

Weitere Informationen

Video der Pressekonferenz bei Youtube